Kreisrat Karasch-Severin renoviert Rettungsdienst

Auch ein Magnetresonanzgerät wird für das Notfallkrankenhaus angeschafft

Dienstag, 13. März 2012

Wenn im Banater Bergland ein Kranker vom Arzt zur Untersuchung mit einem Magnetresonanzgerät (rumänisches Kürzel: RMN) geschickt wird, muss er entweder nach Temeswar fahren oder nach Arad. Die meisten ziehen es vor, den weiteren Weg nach Arad zurückzulegen, weil bei den dortigen (privaten) Betreibern die Wartezeiten für Kassenpatienten viel kürzer sind als in Temeswar, wo man oft einen Termin bekommt, der erst Monate später fällig ist. 

Wer hingegen die rund 150 Euro (in Landeswährung) aus eigener Tasche begleicht, der kann sich schon anderntags in Temeswar melden... Muss aber daraufhin entweder eine zusätzliche Nacht in Temeswar verbringen oder nochmal die Reise nach Temeswar mit diversen Bummelzügen, -bussen oder dem Privatfahrzeug zurücklegen, weil er nicht sofort die kompetente Interpretation der Aufnahmen ausgehändigt bekommt. Auch das läuft in Arad besser (verständnisvoller...), berichten die Patienten.

Mit diesem Stress soll es demnächst ein Ende haben, denn der Kreisrat Karasch-Severin erwartet die Resultate der Ausschreibung für den Kauf eines Magnetresonanzgeräts für das Notfallkrankenhaus Reschitza. 5,6 Millionen Lei hat der Kreisrat für dieses Gerät (allein für das Gerät rund 5 Millionen Lei, etwa 1,25 Millionen Euro) und den adäquaten Anbau beim Unfallkrankenhaus für die Beherbergung des Geräts (0,6 Millionen Lei für ein Gebäude mit Strahlungsschutz) bereitgestellt. 

Investitionen ins Krankenhaus

„Ich halte das angesichts der bisherigen Umstände für eine voll und ganz gerechtfertigte Investition.“ Kreisratspräses Sorin Frunzăverde auf der Pressekonferenz weiter: „Wir hätten schon früher das Geld für solche Ankäufe bereitstellen können, aber das Kreiskrankenhaus – oder Unfall- bzw. Notfallkrankenhaus, wie es sich neuerdings nennt – ist erst seit einem Jahr in unserem Besitz. Und der Kreisrat kann – wie alle staatlichen Institutionen – bekanntlich nur in etwas investieren, das ihm gehört. Das ist auch die einzige Erklärung, weshalb wir bereits die Ophthalmologie-Abteilung des Notfallkrankenhauses mit leistungsfähigen Geräten für die operative Bekämpfung/Heilung diverser Augenleiden ausgestattet haben (wir haben dort eine Ärztin, die schon vor zwei Jahrzehnten für solche Eingriffe in Innsbruck durch den Österreichischen Augenärzteverband ausgebildet wurde). Und auch, weshalb wir mit beginnendem Frühjahr mit der Renovierung der Bauten des Rettungsdienstes „Ambulanţa“ beginnen, nachdem wir in ein paar Tagen bei der Feuerwehr eine moderne SMURD-Ausstattung einsetzen können.“ Letztere soll im Beisein des Ministers für Inneres und Verwaltung und von Staatssekretär Raed Arafat seitens des Gesundheitsministeriums eingeweiht werden.

Erneut Spannung beim Rettungsdienst

Beim Rettungsdienst „Ambulanţa“ sind trotz solch schöner Perspektiven, die der Kreisratspräses vorzeichnet, die Wässer wieder einmal getrübt. 
Die beiden Gewerkschaften des Rettungsdienstes (Sindicatul Ambulanţa 1 und Sindicatul Ambulanţa Reşiţa) haben per Plakaten zum Bummelstreik ausgerufen (sofern so etwas bei einem gesundheitlichen Notfalldienst möglich ist), sollte die Leitung den Arbeitnehmern weiterhin (wie seit November 2011) die Essensgutscheine vorenthalten. Im Gegenzug lud die umstrittene Leiterin des Rettungsdienstes, Dr. Daniela Popescu, ebenfalls per Plakat, die Gewerkschaftsführer und deren Vertrauensleute zu einem Gespräch ein. 

Dr. Popescu wollte den Vertrauensleuten der Arbeitnehmer erklären, dass die Ambulanz mit 1,88 Millionen Lei (einschließlich die Schuldenverzinsungen) überschuldet ist, weil die 25-prozentige Lohnkürzung, die von der Boc-Regierung allen Staatsdienern verpasst wurde, sich auch in Überweisungen ans Budget/an den Fiskus äußern muss und die Ambulanz das bisher nicht getan hat. Um also Gelder ans Budget zu überweisen, bzw. weil die fälligen Lohngelder nicht in vollem Umfang abberufen werden können, habe man sich – im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium, mit dem man laufend in Kontakt stehe – zur Nichtaushändigung der Lebensmittelgutscheine entschieden, was man für die „am wenigsten schmerzvolle Lösung“ halte... . Dies zumindest die (mit Mißtrauen aufgenommene) Erklärung der Leiterin des Rettungsdienstes.

Dazu Dr. Marius Cotârlă, ehemaliger Chef des Rettungsdienstes und heutiger Direktor desselben: „In den 32 Jahren, seit ich beim Rettungsdienst arbeite, hat es nie ausreichend Geld gegeben zu seiner Finanzierung. Am schlimmsten geht es aber seit 2000 zu, seit das neue Gesetz der Gesundheitsversicherung in Kraft trat. Die Unterfinanzierung hat nichts mit den Managern dieser Institution zu tun, das sollte allen klar sein. Aber die Beschneidung von Lohnrechten – schließlich kann niemand leugnen, dass unsere Leute für ihre Löhne hart und kontinuierlich gearbeitet haben! – ist eine ganz andere Sache. Darüber müssen wir reden. Nicht diejenigen, denen die Lohnrechte gekürzt wurden, sind an der Misere schuld! Wohl aber sind sie die doppelt Bestraften.“
Zu einem Einvernehmen gelangte man bei diesen Gesprächen im Büro der Direktorin nicht, wohl aber zu einer Neuterminierung der Aussprache, nachdem der für die Rettungsdienste zuständige Staatssekretär Raed Arafat bei seinem anstehenden Reschitzabesuch auch die „Ambulanţa“ beehrt haben wird.

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