Kronstädter Zoo steht vor baldiger Wiedereröffnung

Landesweit Projekte für die Modernisierung und Neugestaltung von Tiergärten

Samstag, 17. Mai 2014

In der Touristensaison bilden die städtischen Tiergärten einen Anziehungspunkt, vor allem für inländische Besucher. Ausländer, besonderes aus den westlichen Staaten Europas, sind andere Dimensionen gewohnt, was die Anzahl der Tierarten betrifft, die Flächen, die den jeweiligen Tieren zur Verfügung stehen und die Freizeitangebote für Besucher. Laut Fachschriften ist der Schönbrunner Zoo von Wien der bedeutendste Zoo Europas.
Manche einheimischen Tiergärten entsprechen noch bei Weitem nicht diesen europäischen Ansprüchen. Mit dem Beitritt Rumäniens zu der Europäischen Union sind neue Richtlinien eingeführt worden. Daraufhin haben die Bürgermeisterämter, die Träger dieser Einrichtungen sind, zum Teil aus eigener Initiative Maßnahmen ergriffen, um Modernisierungen in den jeweiligen Zoos vorzunehmen. In manchen Fällen leben die Tiere unter sehr schlechten Bedingungen, sie sind in viel zu kleinen Zwingern untergebracht. Es ist so weit gekommen, dass einige Tiergärten deshalb und auch aus finanziellen Gründen geschlossen wurden. Auch darum ist die Gründung des Bärenreservates Libearty bei Zărneşti zu begrüßen. Dorthin werden nun Braunbären überführt, die bislang unter schlechtesten Verhältnissen leben mussten. Mittlerweile haben die Stadtväter erkannt, dass Zoos gute Einnahmequellen sein können, wenn sie nach modernen Standards eingerichtet sind.  Mehrere Stadtleitungen haben in den letzten Jahren diesbezügliche Projekte eingeleitet. Dabei erhielten sie auch die finanzielle Unterstützung des Ministeriums für Umwelt und Klimawandel. Für gut ausgearbeitete Projekte bietet das Ministerium eine Unterstützung von 75 Prozent, die jeweilige Stadt muss demnach mit 25 Prozent aus dem eigenen Haushalt aufkommen.

Ein positives Beispiel bietet Kronstadt/Braşov. Vor zwei Jahren wurde hier ein Projekt im Wert von über 32 Millionen Lei eingeleitet, das die Fläche des im Noua-Stadtviertel befindlichen Tiergartens von vier auf zehn Hektar vergrößern wird. Die Arbeiten sind fast abgeschlossen, die Wiedereröffnung soll voraussichtlich Ende Juni stattfinden. Es wurden mehrere Investitionen vorgenommen, wie der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes, in dem sich auch ein Ambulatorium für die Tiere befindet. Die Zwinger für die Tiere wurden erweitert, um mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen. Errichtet wurde zudem ein Haus mit Gehöft nach dem Modell der Bauernhäuser im Gebiet Rucăr – Törzburg/Bran. Dort werden Haustiere nicht nur zu sehen sein, man kann sich auch an deren Pflege beteiligen. Dadurch sollen insbesondere Stadtkinder in Wissen und Umgang mit diesen Tieren geschult werden. Bei der Ausarbeitung des Projektes hat man dem Bildungscharakter des Tiergartens besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ein Planetarium wurde eingerichtet, in dem Dokumentarfilme über die verschiedenen Tierarten gezeigt werden. Darüber hinaus wurden ein Kinderspielplatz und eine Konditorei gebaut. Der Teich wurde gesäubert und eine Heizungszentrale errichtet, um in der kalten Jahreszeit die entsprechende Temperatur für die Tiere aus wärmeren Regionen zu gewährleisten. Neue Alleen und Brücken kamen hinzu, Beobachtungsplätze wurden eingerichtet. Auch sollen neue Vogel- und Tierarten angeschafft werden. Die Küche für die Zubereitung des Futters wurde an das Verwaltungsgebäude angebaut. Die Unterkünfte für die Tiere sind zum Großteil auch fertiggestellt worden.

In Neumarkt/Târgu Mure{ haben die Modernisierungsarbeiten an dem dort befindlichen Tiergarten 20,5 Millionen Lei betragen. Das Projekt hat die Erweiterung der gesamten Anlage von 20 auf 40 Hektar vorgesehen. Halbreservate für Bären und Wölfe wurden eingerichtet, Winterunterkünfte für Giraffen und Elefanten gebaut. Einen viel kleineren Betrag von rund 5,5 Millionen Lei investierte der Tiergarten von Râmnicu Vâlcea in seine Modernisierung. Diese wurde 2011 abgeschlossen, wobei eine Futterküche, ein Lager für das Futter und ein tierärztliches Kabinett gebaut wurden. Angeschlossen wurde auch ein Vortragsraum, als Bildungszentrum gedacht, wo die Besucher, vor allem Kinder, in das Tierleben eingeweiht werden. Zudem wurden die Tierbestände mit Kängurus bereichert. Und die Beispiele können fortgeführt werden. So wurde 2011 ein Modernisierungsprojekt in Hundeoara eingeleitet. Der 1970 eröffnete Tiergarten wurde bis zu diesem Zeitpunkt nie modernisiert. Gegenwärtig beherbergt er rund einhundert Tiere, die 19 Gattungen angehören. Die Arbeiten sind zu 90 Prozent abgeschlossen. Anschließend sollen  weitere Tiere erworben werden, für die 1,7 Millionen Lei zur Verfügung stehen. Eben-falls 2011 begannen Modernisierungsarbeiten im Zoo von Bârlad. Hier ist keine Erweiterung der Anlage vorgesehen, sondern nur die Modernisierung der Unterkünfte für die Tiere. Das Bürgermeisteramt konnte sich keine größere Investition erlauben. Jährlich werden da 50.000 Besucher gezählt, die auch aus den Nachbarkreisen kommen. Der Tiergarten erstreckt sich gegenwärtig über eine Fläche von sechs Hektar und beherbergt 36 Tierarten.

In Großwardein/Oradea hat die Stadt 19,5 Millionen Lei für die Modernisierung und Erweiterung des städtischen Tiergartens vorgesehen. Die Arbeiten wurden 2010 eingeleitet und umfassten u. a. die Verdoppelung der Fläche von 3,7 auf 7,5 Hektar. Auch dort wurden Gehege und Zwinger erweitert, ein Veterinär-Kabinett eingerichtet, neue Verwaltungsräume gebaut. Ebenso hat die Stadtleitung von Galatz/Galaţi ein solches Projekt in Angriff genommen, wofür 14 Millionen Lei vorgesehen sind.
Es gibt diesbezüglich auch negative Fälle. Die Tiergärten von Neustadt/Baia Mare und Oneşti wurden 2013 von den jeweiligen städtischen Verwaltungen geschlossen, da sie die europäischen Normen nicht erfüllen konnten und die Tiere unter unzulässigen Bedingungen ihr Dasein fristeten. In Craiova gibt es einen Tierpark, es gibt ein Projekt für dessen Modernisierung und auch Geld. Doch findet sich kein Bauunternehmen, das sich dieser Arbeiten annehmen will. Das landesweit größte Projekt ist für Bukarest vorgesehen. Dort entsteht der Bio-Zoopark Băneasa, der 57 Hektar Fläche umfassen wird. Der Eigentümer des Geländes im Băneasa-Wald ist das Bürgermeisteramt der Hauptstadt. Das Projekt sieht die Schaffung eines eigenen Habitats für jede Tierart vor. Gebohrt werden zwei Tiefbrunnen, um den Wasserbedarf zu sichern. Außerdem soll eine eigene Kläranlage errichtet werden. Gebaut werden zudem Gaststätten und Unterkünfte für Besucher. Auf 3000 Quadratmeter soll ein Forschungszentrum für die Fauna errichtet werden. Das Projekt ist besonders wichtig für die Hauptstadt, da dadurch der Băneasa-Wald als grüne Oase geschützt wird. Laut Einschätzung der Stadtbehörden wird es insgesamt 76,3 Millionen Euro (rund 343 Millionen Lei) kosten. Der Tiergarten, der 1959 gegründet worden ist, umfasst gegenwärtig sechs Hektar, auf denen 1839 verschiedene Tiere untergebracht sind. Insgesamt sollen es 7000 werden, die 500 Gattungen angehören. Die Arbeiten an dem Bio-Zoopark Băneasa beginnen im nächsten Jahr.

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