Künstler protestieren

Bildungsministerium will Musikstunde streichen

Montag, 25. Januar 2016

Dirigent Peter Oschanitzky von der Rumänischen Oper Temeswar, mit weißer Armbinde.
Foto: Constantin Duma

Temeswar – Die Mitglieder der Philharmonie „Banatul“ aus Temeswar/Timişoara sowie die Künstler der Rumänischen Oper haben am Wochenende die Bühnen mit weißen Armbinden betreten. So protestierten die Künstler gegen den Vorschlag des Ministeriums, den Musikunterricht an den Schulen in Rumänien zu reduzieren. So will das Ministerium, dass eine Musikstunde (in der VIII. Klasse) aus den Lehrplänen gestrichen wird. Außer Musik fallen auch weitere Fächer den Änderungen zum Opfer, so zum Beispiel Latein. Die Protestaktion an der Temeswarer Philharmonie wurde auf Initiative von Prof. Rodica Bâlteanu und der Gewerkschaft in die Wege geleitet. Rodica Bâlteanu ist Italienisch-Professorin und von der Dante-Alighieri-Gesellschaft, die sich um die kulturellen Beziehungen zwischen Rumänien und Italien bemüht, in Temeswar bekannt. Sie nannte die Protestaktion einen „entschiedenen Auftritt gegen die Rhinozerisierung der Gesellschaft“.

Wie Ioan Coriolan Gârboni, der Direktor der Philharmonie „Banatul“, erklärte, haben die Musiker den japanischen Streik als Protestform gewählt, um ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen: „Es ist ein großer Fehler, die Lehrpläne so zu ändern, solange heutzutage in zivilisierten Ländern Akzent auf die Geisteswissenschaften gelegt wird. Ich habe diese Aktion meiner Kollegen unterstützt, da es nicht normal ist, gewisse Fächer aus den Lehrplänen zu verbannen“. Auch bei der Aufführung der Operette „Silvia“ von Emmerich Kálmán am Sonntag haben die Künstler der Rumänischen Oper Temeswar die Bühne mit weißen Armbinden betreten. „Wir haben auf das Signal, das die Kollegen von der Philharmonie gesendet haben, reagiert und werden auch weitere Aktionen einleiten. Dadurch, dass die Aufführung ausverkauft war und zirka 500 Leute im Saal waren, hoffen wir auf eine Reaktion“. Die neuen Lehrpläne standen in der öffentlichen Debatte, bis zum 7. Februar sollen die Vorschläge einer Analyse unterzogen werden.

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