Kulturerbe in Trümmern

Kommission untersuchte den Einsturz des Pfarrhauses in Deutsch-Kreuz

Donnerstag, 20. September 2012

So sah das Pfarrhaus nach dem Einsturz aus. Foto: privat

Hermannstadt - Über den Einsturz des evangelischen Pfarrhauses in Deutsch-Kreuz/Criţ berichtete unsere Zeitung am 1. September. Fast zwei Wochen später, am 13. September, besichtigte eine Abordnung der regionalen Baudirektion die Baustelle. Der Zustand der Immobilie „Pfarrhaus, das sich in der Schutzzone des historischen und architektonischen Baudenkmals der Kategorie A, Code nach LMI 2010: BV-II-a-A-11661 (Kirchenburg), befindet“, wird in einem Protokoll beschrieben, aus dem wir im Folgenden zitieren.

Die Beamten stellten fest, dass das in unmittelbarer Nähe zur Kirchenburg befindliche Grundstück, das der Michael-Schmidt-Stiftung gehört, von verschiedenartigen Zäunen umgeben ist. Diese wurden vor kurzem aufgestellt und den Beamten liegen keine Baugenehmigungen dafür vor. Innerhalb des umzäunten Territoriums wurde eine Baustelle vorgefunden, die allem Anschein nach für die „Herstellung eines neuen Gebäudes“ vorbereitet wurde. Desgleichen fanden die Beamten einige „alte“ Baumaterialien, die sortiert und gestapelt sind. Der Punkt vier der Feststellungen beschreibt trocken den Zustand des Pfarrhauses: „Das als 'Pfarrhaus' bezeichnete Gebäude ist nicht vorhanden“.

Das Protokoll stellt fest, dass den Beamten keine Abrissgenehmigungen beziehungsweise amtliche Unterlagen vorgelegt wurden, die den vollständigen oder teilweise erfolgten Einsturz des Gebäudes feststellen. Desweiteren wurden keine Gutachten seitens der Kreisdirektion für Kultur und Kulturerbe oder seitens des zuständigen Ministeriums vorgelegt. Das auf dem Gelände vorgefundene Betoneisen bestätigte die Beamten in der Annahme, es gäbe ein Bauvorhaben zumindest für die Fundamente. Aus dem von der zuständigen Kreisbehörde ausgestellten Urbanismuszertifikat geht nicht eindeutig hervor, ob das Pfarrhaus ein Baudenkmal ist oder zu der Schutzzone eines solchen gehöre. Die Kreisdirektion für Kultur und Kulturerbe bestätigte jedoch die Zugehörigkeit des Pfarrhauses zur Schutzzone der Kirchenburg (Code BV-II-a-A-11661).
Die Kommission der Baudirektion ordnete einige Maßnahmen an. So muss der Kreisrat Kronstadt/Braşov, als Aussteller des Urbanismuszertifikats, klären, ob das Pfarrhaus in Deutsch-Kreuz ein historisches Denkmal sei oder zur Schutzzone eines Denkmals gehöre. Der Projektplaner ist verpflichtet, sowohl den Bauplan als auch den Vertrag mit dem Investor der regionalen Baudirektion vorzulegen. Beides bis zum 20. September. Die Kommission bestätigte den sofortigen Baustopp, der bereits von der Kreisdirektion für Kultur und Kulturerbe auferlegt wurde.

Kommentare zu diesem Artikel

Erhart Mahner, 24.09 2012, 13:46
In dem Artikel den wir hier kommentieren geht es um den ohne Baugenehmigung erfolgten Abriss eines ehemaligen Pfarrhauses. An einer Diskussion die sich an Personen festbeißt werde ich mich nicht beteiligen.
Hans, 23.09 2012, 16:28
Gestern hat Bischof Reinhart Guib in einer Ansprache nach dem Gottesdienst beim Sachsen-Treffen in Birthälm beklagt, dass bei der von Hans Hedrich und Johannes Klein motivierten Deutsch-Kreuz-Protestaktion “Abtrünnige” aktiv seien, die einen Keil in die sächsische Gemeinschaft zu treiben versuchten. Das notiert der neue Neue Weg unter http://www.neuerweg.ro. Hans Hedrich, an der Seite von Johannes Klein, lästert dort über die Amtskirchenspitze. Unter ein (wohl raubkopiertes) Foto von einem BMW steht eindeutig bezogen auf Bischof Guib der Untertitel: "Korruption faehrt BMW ... (Quelle vergessen)". Der Absatz über dem Foto lautet:
"2012 Herbst: Der vorlaeufige Hoehepunkt. Die Michael-Schmidt-Stiftung, gegruendet vom hier gebuertigen Geschaeftsmann mit dem selben Namen hatte das Pfarrhaus der ev. Kirche 2011 erworben und versprach wiederholt eine Renovierung und kulturelle Nutzung. Das Oberhaupt der evangelischen Kirche faehrt seither ein Leihauto des Autoimporteurs Schmidt!".
Hans, 23.09 2012, 01:33
Worum geht es in diesem Fall wirklich? Das Pfarrhaus erfuhr bis zum Kauf durch die Michael Schmidt Stiftung keine öffentliche Wertschätzung. Jetzt, da es nicht mehr steht, ist es plötzlich ein Juwel, das laut Hedrichs penetranter Vorverurteilung "Straftäter" auf dem Gewissen haben. Wenn die Baudirektion in ihrem Ermittlungsverfahren Schuld feststellt, dann müssen die Verantwortlichen dafür geradestehen. Hedrich und Johannes Klein führen aber eine Kampagne gegen Schmidt, gegen den Bischof. Sie schwingen sich zu Richtern auf. Sie sollten die offiziellen Ergebnisse abwarten.statt Stimmungsmache zu betreiben.
Andrey, 22.09 2012, 21:29
Lieber Hans,
mein Engagement gilt auch anderen Immobilien, die von ihren Besitzern in einem bedauerlichen Zustand gelassen wurden. So liegt mir die Sommerresidenz der griechisch-orthodoxen (also BOR) Bischöfe in Hermannstadt besonders am Herzen und ich habe mehrmals darüber geschrieben.
Die Entscheidung, worüber ich schreibe oder nicht, treffe ich selbst. Ob es publiziert wird, ist die Entscheidung der Zeitungsleitung.
Ich sehe nicht, warum dieser Artikel "Aufregung schüren" sollte.
Erhart Mahner, 22.09 2012, 20:41
Andrei Kolobov hat das Mißverständnis was die Personen angeht aufgeklärt. Da die Meinungen zum Thema Deutsch-Kreuz so auseinandergehn finde ich es lobenswert, dass die ADZ ein amtliches Dokument ohne jegliche subjektive Kommentare wiedergegeben hat damit sich die Leser selbst eine Meinung bilden können.
Hans, 22.09 2012, 20:18
Warten wir doch in aller Ruhe, was aus dem Ermittlungsverfahren herauskommt. Die große Aufregung kann ich nicht nachvollziehen. Das ehemalige Pfarrhaus in Deutsch-Kreuz stand sicher nicht auf der Weltkulturerbeliste. Die Aufregung um das unbewohnte, heruntergekommene Haus ist eigentlich nicht zu verstehen, außer es handelt sich um persönliche Konflikte, die hier ausgetragen werden. Würden sich die Streitenden für alle ähnlich "wertvolle" Immobilien in Siebenbürgen genauso engagieren? Ich meine, dass man diesen Hype nicht braucht, Andrey. Und wenn eine Zeitung ein nicht-öffentliches Papier auf Antrieb von Hedrich bekannt macht, dann wird Aufregung geschürt, aber die Ergebnisse stehen noch aus. Was soll das bringen außer Stimmungsmache? Seriöser wäre es doch, auf den Ausgang des Verfahrens zu warten.
Andrey, 22.09 2012, 19:48
An Hans:
Als Journalist schäme ich mich nicht, meinen Namen unter die von mir ferfassten Texte zu setzen. Sogar mit dem Nachnamen. Darum brauche ich keinen Pseudonym.
Ebenfalls als Journalist muss ich die Quellen nutzen. Die Veröffentlichung des Protokolls widerspricht keinen Gesetzen. Als Geheimakte wurde es meines Wissens nicht eingestuft.
Wenn Sie den Artikel genau lesen, würden Sie merken, dass in ihm keine Beschuldigungen ausgesprochen worden sind, sondern nur die Tatsachen, die von der zuständigen Kommission im Protokoll festgehalten wurden, wiedergegeben wurden.
Ich erwarte ebenfalls ungeduldig die Beendigung des Ermittlungsverfahrens.
Hans, 22.09 2012, 09:36
Ernst Mahner, wie man Ihrem Kommentar auf der Webseite der Siebenbürgischen Zeitung vom
22.09.2012, um 01:38 Uhr (von Erhart Mahner) erkennen kann, sind Sie Andrey Kolobov alias Ernst Mahner und Sie treten auf als Kompagnion von Hans Hedrich. Als Journalist wäre etwas mehr kritische Distanz gut. .
Hans, 22.09 2012, 01:46
Warum ist das so schwer zu begreifen, Herr Mahner? Wenn der Inspektor der Baudirektion sagt, das Papier ist nicht-öffentlich, dann verstößt das Veröffentlichen doch gegen die Regelung der Behörde. Sie nennen das seriös.
Man muss doch den Ausgang eines Ermittlungsverfahrens abwarten, bis das offizielle Ergebnis vorliegt. So viel Geduld muss man haben. Dass das Dokument ein Zwischenergebnis sein soll, das behaupten Sie, Herr Mahner, aber hat das die Baudirektion so gesagt? Als Zeitungsleser möchte ich Fakten erfahren, keine Spekulationen. Die Siebenbürgische Zeitung wird uns bestimmt die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens bekannt geben. Dann wissen wir mehr..
Erhart Mahner, 22.09 2012, 00:53
Selbstverständlich handelt es sich bei dem Dokument welches die ADZ vorgestellt hat um den Zwischenstand eines laufendes Verfahrens. In dem Artikel steht auch, dass es sich um ein Protokoll handelt. Es ist das bisher erste offizielle Papier zu den Vorgängen in Deutsch-Kreuz. Einige versuchen nun dass Dokument herunter zu spielen und zu relativieren. Und reden gar von unseriösem Journalismus. Das Protokoll wurde von den zuständigen Behörden auf offiziellem Wege erhalten, was soll da bitte unseriös sein? Diese Berichterstattung ist auf jeden Fall die seriöseste welche es bisher zu dem Fall Deutsch-Kreuz gab. Nicht zu vergleichen mit der Siebenbürgischen Zeitung, welche nur einseitig Darstellungen der Michael-Schmidt-Stiftung übernahm und den ADZ Artikel ähnlich kommentierte wie Hans und Mihai ohne das Protokoll der Prüfungskommission vorzustellen. Das lässt vermuten, dass die beiden in der Redaktion der SZ oder bei BMW in München sitzen . Deswegen ein großes Bravo an die ADZ !!!!

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*