Kulturrouten des mittleren und unteren Donauraumes

Die Donau-Weinroute und Route der römischen Kaiser

Freitag, 03. Juli 2015

In Histria in der Dobrudscha gibt es heute noch beeindruckende antike Befestigungsanlagen.
/ Foto: Michael Marks

Vor Kurzem gab es eine Meldung in der rumänischen Presse, dass die römische Hauptstadt der Provinz Dakien, Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa – nicht zu verwechseln mit dem Weltkulturerbe der Regia Sarmizegetusa, der 40 Kilometer entfernten dakischen Festung – jetzt in die Kulturroute der römischen Kaiser entlang der Donau aufgenommen wurde. Auf der offiziellen Internetseite des Rumänischen Fremdenverkehrsamts findet man darüber bisher nicht so ohne Weiteres etwas, es sei denn man folgt diesem speziellen Link

Dort wird das Konzept erläutert, das eine Reihe römisch antiker Sehenswürdigkeiten der damaligen Provinz der „Dacia Felix“ inkludiert. Neben der Ulpia Traiana sind es die römischen Goldminen Alburnus Major (Roşia Montană), das Römerkastell und die Stadt Apulum, heute Karlsburg/Alba Iulia, wo eben noch das neue Museum unter viel öffentlicher Aufmerksamkeit eröffnet wurde, aber auch das berühmte Tropaeum Traiani bei Adamclisi oder die griechisch-römische Stadt Histria in der Dobrudscha.

Ein weiterer Link  führt dann zu der wesentlich ausführlicheren Website von danube.travel, die die Donau-Weinroute und Route der römischen Kaiser miteinander verbindet und hier weiterführende Informationen zu Unterkünften oder anderen interessanten Destinationen im Umfeld bietet. Das gesamte Projekt bezieht sich auf die Kooperation der vier Donauländer Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien zur Förderung des grenzübergreifenden Tourismus, der wiederum das gemeinsame europäische Erbe pflegen und die kulturelle Identität bewahren soll. Dieses Gemeinschaftsprojekt, das auch die Unterstützung des Rumänischen Ministeriums für Regionale Entwicklung und Tourismus erfährt, wurde am 26. Mai 2015 als Kulturstraße des Europarates (Council of Europe Cultural Route) zertifiziert. Eine andere vom Europarat geförderte Kulturroute ist z. B. die „via regia“, die sich von Kiew (Ukraine) bis Santia-go de Compostella (Spanien) zieht.

Für die Donauregion – die Route von der Adria bis zum Schwarzen Meer bzw. vom römischen Pula (Kroatien) mit seinem Amphitheater bis nach Histria (Rumänien) samt seinen auch heute noch beeindruckenden Befestigungsanlagen – beinhaltet das Projekt bisher 20 Plätze des römischen Kulturerbes und 12 Weinbauregionen. Für Histria wäre die entsprechende Weinbauregion in der Dobrudscha, genauer die Weinberge von Murfatlar mit Weinen wie den „Tränen des Ovid“. Dieses Konzept verbindet offensichtlich das Angenehme mit dem Nützlichen, indem es den  römerzeitlichen Plätzen jeweils die – als kulturelle Errungenschaft der Römerzeit – entsprechenden Weingüter und Anbauregionen flankierend zur Seite stellt. Um eine Übersicht zu gewinnen gibt es eine Broschüre auch auf Deutsch, die allerdings wesentlich weniger ausführlich ist als die oben genannten http://www.danubecc.org/upl/RER/RER_mapa_nemacki.pdf

Insgesamt bietet sich hier eine Chance sowohl für den Touristen als auch für die Anbieter, bisher weniger erschlossene Regionen kennenzulernen, beziehungsweise Gebiete neu für den Tourismus zu erschließen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 13.07 2015, 17:25
nach den Römern sind die Westgoten gekommen, dann die Ostgoten, dann Heruler und Gepiden, hinter denen die Awaren und Slawen, dann die Turko-Bulgaren, später die Ungarn, dann Jazigen, Kumanen und Petschenegen, dann die Sachsen, dann die Hunnen und im Hochmittelalter, 1000 Jahre nach Abzug der Römer, tauchen aus dem Nichts plötzlich die Walachen, bzw. Rumänen auf. Woher und wie das gehen soll, haben sich schon viele gefragt. Die patriotische Geschichtsschreibung des 19. Jahrhundert hat einfach die Behauptung aufgestellt, dass die einfach versteckt im Wald und im Gebirge diese ganzen brutalen Völkerwanderungszüge überlebt haben und schriftliche Aufzeichnungen eben spätestens beim Hunnensturm oder so vernichtet wurden. Kann ja alles sein, kann aber auch nicht sein. Archäologische Beweise für diese Kontinuität gibt es jedenfalls bis dato nicht.

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