Kunst in der Stadt – Stadt in der Kunst

Innenhof des Bürgermeisteramtes verwandelt sich in Kinosaal

Mittwoch, 20. Juli 2016

Hermannstadt – „Kunst in der Stadt – Stadt in der Kunst“ ist eine Veranstaltungsreihe, die darauf abzielt, ein Bewusstsein für die architektonische Vielfalt zu schaffen, die Hermannstadt/Sibiu zu bieten hat. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte ifa-Kulturmanagerin Pia Ionescu-Liehn eine ungewöhnliche Idee – Filmvorführungen an unkonventionellen Orten. Im November zeigte sie zur Premierenveranstaltung das Musical „Bathing Beauty“ im Volksbad „Neptun“, es folgten „Fahrenheit 451“, in dem es als schweres Verbrechen gilt, Bücher zu besitzen oder zu lesen, im Festsaal der Astra-Bibliothek und in jenem der Brukenthalschule der thematisch ebenso passende Film „Absolvent“, in dem der           College-Absolvent Benjamin Braddock nacheinander zwei „verbotene“ Beziehungen eingeht. Die Filme sollen sich stets an den Ort der Aufführung anlehnen und eine Verbindung zum Gebäude schaffen, so Pia Ionescu-Liehn. Für den kommenden Freitag hat sie den Innenhof des Bürgermeisteramtes am Großen Ring/Piaţa Mare sowie die Filmsatire „Being There“ ausgewählt.

Das Drehbuch des Klassikers des amerikanischen Autorenkinos schrieb Jerzy Kosinski nach seinem gleichnamigen Roman. Umgesetzt wurde der Film von Hal Ashby. Mr. Chance, gespielt von Peter Sellers, hat sein ganzes Leben völlig isoliert in einem Haus in Washington verbracht. Er kennt die Welt nur aus dem Fernsehen, ist gutmütig, aber auch etwas zurückgeblieben. Alles, wofür er sich neben dem Fernsehen interessiert, ist der Garten seines Hauses. Als er plötzlich in die Außenwelt katapultiert wird, gerät er in den Kreis mächtiger Industrieller, Politiker und Regierungsberater, die gierig die Weisheiten des „Gurus” aufsaugen wollen. Der Ort der Filmvorführung, das Hermannstädter Bürgermeisteramt, ist das neueste Gebäude auf dem Großen Ring. Erst 1906 wurde es erbaut und beherbergte die ehemalige Bodenkreditanstalt.

Das Bürgermeisteramt kaufte es im Jahr 2004, ließ es renovieren und zog einhundert Jahre nach seiner Errichtung selbst in das zur Gründerzeit errichtete Gebäude ein. Seine reich geschmückte, eklektizistisch geprägt Fassade lässt es von den umstehenden Häusern hervorstechen. Das Innere orientiert sich am dekorativen Repertoire des Jugendstils, doch im ersten Stock kann man Fenster im Art-Nouveau-Stil bewundern. Die Eingangshalle weist wiederum griechische Motive und Löwenköpfe auf. Gezeigt wird der Film im englischen Original mit rumänischen Untertiteln. Beginn der Vorführung ist am Freitag, den 22. Juli, 21.30 Uhr. Der Eintritt frei.

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