Kunstführer Johanniskirche

Broschüre informiert über Kunstschätze und Architektur der Kirche

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Hermannstadt - Die Johanniskirche ist ein zentraler Teil des Begegnungs- und Kulturzentrums Friedrich Teutsch in Hermannstadt/Sibiu. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Teutsch-Hauses stellte Leiterin Gerhild Rudolf den gerade erschienenen „Kunstführer Johanniskirche“ vor. Das Heftlein informiert über die wertvollen Kunstgegenstände, die in der evangelischen Kirche aufbewahrt werden (die Kirche kann übrigens täglich von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden). Autoren der Broschüre sind Elisabeth Binder, Erika Klemm, Wolfgang Rehner und Gerhild Rudolf. Die Fotos stammen von Martin Eichler und Martin Rill. Der Rundgang beginnt im Hof des Teutsch-Hauses und umfasst insgesamt zehn Stationen. Vor den Resten der Stadtmauer wird an die Anfänge des Komplexes als kirchliches Waisenhaus erinnert. Nach einem kurzen Halt am Kirchenportal wird der Besucher in den Altarraum geleitet. Seit 2007 befindet sich auf dem Altar ein Nagelkreuz aus Coventry (England), als sichtbares Zeichen der Ökumene für die hier seit 1961 gelebte überkonfessionelle Verständigung – früher im Rahmen der Gebetswochen zur Einheit der Christen, heute durch den Gebetskreis „Ora et labora“.

Neben dem Hauptaltar beherbergt die Kirche zwei vorreformatorische Flügelaltäre aus Schweischer/Fişer und Radeln/Roadeş. Nach Diebstählen und der Gefahr der Beschädigung in ihren Herkunftsgemeinden holte man die Kunstwerke Ende der 1990er Jahre nach Hermannstadt. Im Altarraum zieht das bronzene Taufbecken die Blicke auf sich. Es wurde 1440 vom Schäßburger Meister Jakobus für die Kirchengemeinde in Henndorf/Brădeni geschaffen. Aus Sicherheitsgründen befindet es sich seit 1999 in Hermannstadt. Etwas weniger alt sind Chorfenster und Gestühl – erstere wurden von ehemaligen Waisen gestiftet, zweiteres stammt aus der ehemaligen Spitalskirche. Weiter zu den Orgeln. Während die vermutlich aus der Bauzeit der Kirche stammende Sauer-Walcker-Orgel auf der Empore noch der Restaurierung harrt, wurde die kleinere Orgel 2006 aus der erloschenen evangelischen Gemeinde in Hadad/Hodod in die Johanniskirche gebracht. Direkt neben der Orgel sieht der Besucher zwei bronzene Glocken aus den evangelischen Kirchen in Wassid/Veseud und Großprobstdorf/Târnava.

Neueren Datums ist das Gemälde „Herabsteigender Christus“ von der in Hermannstadt geborenen Künstlerin Katharina Zipser-Hienz. Das 1987 entstandene Bild ist eine Schenkung und hat seit 2008 seinen Platz in der Johanniskirche gefunden. Ein weiteres Kunstwerk findet sich unter der Empore, nämlich die Holzarbeit „Glaube“ von Rosemarie Binder, die das Werk dem Teutsch-Haus im Anschluss an eine Ausstellung schenkte. Abgerundet wird der kleine Kunstführer mit einem Exkurs zur Architektur der Kirche vom Kustos der evangelischen Stadtpfarrgemeinde, Frank-Thomas Ziegler. Der Kunstführer erschien im Wort + Welt + Bild Verlag München (ISBN: 978-943896008) und wurde in der Hermannstädter Honterus-Druckerei gedruckt. Es ist der 12. Band in der Reihe „Miscellanea ecclesiastica“ des Zentralarchivs der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien.

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