Kurze Handelswoche führt zu stärkeren Kursrückgängen an der BVB

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 02. Juli 2013

Die durch das orthodoxe Pfingstfest um einen Tag verkürzte Handelswoche entpuppte sich als ziemliche Unglückswoche für den Bukarester Börsenbetrieb. Der mehr oder weniger erfolgreiche Abschluss des 2011 vereinbarten Stand-By-Abkommens mit dem IWF hatte kaum Auswirkungen auf die Kurse. Die Marktkapitalisierung, der Gesamtwert aller gehandelten Aktien, blieb konstant unter der 100-Milliarden-Lei-Grenze. Auf Wochensicht machte die Entwicklung eine umgekehrte V-Kurve durch, mit einer Spitze am Donnerstag: Da stieg die Marktkapitalisierung auf 95,3 Milliarden Lei.

Nicht nur der fehlende Handelstag machte sich im Umsatz bemerkbar. Auch das fehlende Interesse der Anleger für rumänische Aktien belastete den Umsatz. Mit einem Durchschnitt von umgerechnet 3,2 Millionen Euro lag der Umsatz um über 22 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche. Dafür gab es umso mehr Interesse für Anleihen in der Landeswährung. Am Dienstag wurden Anleihen für 122 Millionen Euro gehandelt, am letzten Handelstag der Woche waren es noch einmal Anleihen im Wert von knapp 0,95 Millionen Euro.

Indizes und Aktien

Wie in der Woche zuvor belastete der Abwärtstrend der Aktien der Ersten Group Bank AG (EBS, 93,3 Lei, ISIN AT0000652011) den ROTX-Index am meisten. Dieser verlor in den vier Handelstagen der vergangenen Woche zwei Prozent und näherte sich so wieder stärker der 10.000-Punkte-Marke. Mit einem Wochenverlust von 6,8 Prozent waren EBS-Aktien nicht die größten Verlierer der Woche im ROTX-Index. Das Bauunternehmen Condmag (COM, 0,1 Lei, ISIN ROCOMIACNOR3) verlor 8,2 Prozent, das Partnerunternehmen Dafora (DAFR, 0,0282 Lei, ISIN RODAFRACNOR5) – das 45 Prozent an Condmag hält – verlor 7,5 Prozent an Wert. Bis auf den Netzbetreiber Transelectrica (TEL, 13,1 Lei, ISIN ROTSELACNOR9), der um 1,2 Prozent zulegte, verzeichneten alle ROTX-Aktien Verluste. Dieselbe Entwicklung belastete auch den Energiewerte-Index BET-NG. Die drei letztgenannten Aktien sind auch in diesem Index zu finden. Der BET-NG verlor auf Wochensicht dadurch 1,45 Prozent. Erneut ist ein Unterschreiten der 600-Punkte-Marke in Sicht.

Jeweils 1,2 Prozent verloren der Finanzwerte-Index BET-FI und der allgemeine Index BET-C. Anders als in der Woche zuvor konnte keine Investmentgesellschaft einen Wochengewinn erzielen. Sämtliche BET-FI-Aktien schlossen die Woche mit Kursverlusten ab, das belastete den Index, der sich von der 25.000-Punkte-Marke weiter entfernt hat. Gleichzeitig liegt auch der BET-C-Index weiter von der 3000-Punkte-Marke entfernt. Aller-dings beträgt die Entfernung zur oberen psychologischen Grenze nicht so viel, im Unterschied zum Finanzwerte-Index. Das hat damit zu tun, dass der BET-FI bereits seit längerer Zeit unter Druck steht, da er nur die SIF-Aktien und den Ausgleichsfonds Proprietatea umfasst.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt startete kräftig durch in die verkürzte Handelswoche. Dank Sonderdeals schnellte der Umsatz am ersten Handelstag auf umgerechnet 0,79 Millionen Euro. Ein ganz ordentlicher Wert für den freien Markt. 14,77 Millionen Aktien des Agrargroßbetriebs Comcereal SA Vaslui (CCEV, 0,25 Lei, ISIN ROCCEVACNOR8) wechselten den Besitzer. Der Run auf CCEV-Aktien brachte diesen am Markt ein Plus von 28 Prozent auf 0,25 Lei je Aktie, der Sonderdeal ging jedoch bei 0,19 Lei je Aktie über die Bühne. Die Aktien wurden bislang sehr selten gehandelt. Außer diesem Sonderdeal gab es keine bemerkenswerten Transaktionen am Rasdaq-Markt. Der Hauptindex Rasdaq-C hielt es in der vergangenen Woche mit dem Hauptmarkt und verlor 0,89 Prozent. Somit fiel er auf 1409,21 Punkte und peilt so die 1400-Punkte-Marke an.

Devisen

Der rumänische Leu machte in nur vier Tagen wieder die Verluste der Vorwoche wett. Um 1,37 Prozent wertete sich der Leu in der vergangenen Woche gegenüber dem Euro wieder auf. Damit fiel die europäische Gemeinschaftswährung wieder unter die 4,5-Lei-Marke. Dabei hatte es in der ersten Wochenhälfte noch so ausgesehen, als ob der Leu ein furioses Comeback erleben würde mit einer Aufwertung um 2,33 Prozent. In der zweiten Hälfte war die Luft dann raus, der Euro sammelte sich wieder und legte immerhin wieder knapp ein Prozent zu. Am vergangenen Montag kostete ein Euro 4,4588 Lei. Der US-Dollar hingegen bewegte sich kaum in der vergangenen Woche. Zum Vorfreitag gab es nur einen Kursrückgang von 0,08 Prozent. Am Montag kostete ein US-Dollar 3,4151 Lei.


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