Kurzes Aufatmen an der Börse, Energiesektor erholt sich, Aussichten aber düster

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 12. Juni 2012

Bild: sxc.hu

Trotz Anzeichen dafür, dass Spanien bald unter den Rettungsschirm geraten würde, schloss die Bukarester Wertpapierbörse freundlich in der vergangenen Woche. Der Hauptindex BET-C fand erneut Unterstützung bei 2500 Punkten und schloss die Handelswoche mit einem Plus von 1,03 Prozent bei 2521,39 Zählern. Trotz einer um den Pfingstmontag kürzere Handelswoche legte der Tagesumsatz von durchschnittlich umgerechnet 2,6 Millionen auf etwa über 4 Millionen Euro zu. Allerdings überwiegen weiterhin die Verkäufe, die Marktkapitalisierung ging auch in der vergangenen Woche zurück, der Markt schloss bei einer Kapitalisierung von umgerechnet 16,58 Milliarden Euro. Auch Anleihen wurden wieder gehandelt, am vergangenen Donnerstag konnte das Finanzministerium Staatsanleihen für 33,4 Millionen Euro platzieren.

Indizes und Aktien

Leichten Aufwind gab es in der vergangenen Woche für den Finanzwerte-Index BET-FI. Mit einem Wochenplus von 2,29 Prozent legte er das zweitbeste Ergebnis der Woche ab. Kurzzeitig schaffte es der Index sogar, wieder jenseits der 20.000-Punkte-Marke, schloss dann aber wieder darunter. Dennoch bereitet vor allem der Ausgleichsfonds Proprietatea (FP, 0,479 Lei) hier größere Sorgen, die Aktien nähern sich nach einem Wochenminus von 1,03 Prozent dem Allzeittief von 0,41 Lei je Aktie.

Besonders gut erholte sich der Energiewerte-Index BET-NG. Auf Wochensicht legte er mit 4,89 Prozent so viel zu, wie kein anderer Index der BVB. Sämtliche in diesem Index zusammengefassten Aktien schlossen im Plus. Nach einer äußerst schwachen Woche (wir berichteten) machten die Bauunternehmen Condmag (COMI, 0,1065 Lei) und Dafora (DAFR, 0,0455 Lei) wieder etwas Boden gut: Während COMI 1,42 Prozent zulegen konnten, stiegen DAFR-Aktien um 5,56 Prozent. Auch die Schwergewichte Petrom (SNP, 0,35 Lei), Transelectrica (TEL, 12,47 Lei) und Transgaz (TGN, 190,4 Lei) konnten aufholen und von ihren guten fundamentalen Daten profitieren. Allerdings für den Stromnetzbetreiber und den Erdgasversorger ziehen Wolken auf am Himmel. Transelectrica musste für seine kurzfristige Verschuldung ein neues Darlehen über 125 Millionen Lei aufnehmen, was zeigt, dass das Unternehmen noch weit davon entfernt ist, seine Schulden in den Griff bekommen zu haben; Transgaz erhielt in der vergangenen Woche auch einen neuen Geschäftsführer, dessen Ernennung – wie auch die des Vorgängers – eher politisch motiviert ist. Dieser Wechsel tut dem Unternehmen nicht gut. Langfristig haben die beiden Aktien jedoch Potenzial, vor allem wenn die Subventionen am Energiemarkt tatsächlich abgebaut werden ab 2013.

Ausblick

Alles in allem war es eine gute Woche für die Bukarester Wertpapierbörse, allerdings ist mit einer guten Woche noch keine Trendwende geschafft. Viel- mehr sehen Analysten in der Performance der vergangenen Woche eine normale Kurskorrektur und noch lange kein Fundament für eine Trendwende. Die Euro-Krise ist präsenter denn je, die Sorgen um Griechenland und jetzt auch Spanien groß und ansonsten nähert sich die Sommerpause – keine guten Voraussetzungen für solides Wachstum.

Rasdaq

Ein Hersteller von Strom-Messgeräten wirbelte den Sekundärmarkt Rasdaq gleich nach den Pfingstferien auf. 45.000 EL-CO-Aktien (ELCT, 14,5 Lei) wechselten den Besitzer in einem Sonderdeal. Danach kehrte Ruhe ein am Sekundärmarkt. Die Tagesumsätze pendelten sich auf gewohnt niedrigem Niveau ein. Der Hauptindex Rasdaq-C konnte auf Wochensicht beachtliche 1,2 Prozent zulegen und näherte sich so wieder etwas mehr der 1500-Punkte-Marke.

Devisen

Ob es die Notenbank BNR war, die den rumänischen Leu vom starken Druck befreien konnte, wird wohl nie geklärt werden. Bekannt wurde in der vergangenen Woche, dass die Devisenreserve der BNR im vergangenen Mai um 817 Millionen Euro schrumpfte – hauptsächlich wegen Zinszahlungen und Schuldentilgungen, aber auch zur Stützung des Leu. Dennoch bleibt der Notenbank bei Reserven in Höhe von 33,5 Milliarden Euro noch genug Spielraum, den Leu auch weiterhin zu stützen. Auf Wochensicht konnte der Leu gegenüber dem Euro nur leicht aufholen (0,08 Prozent), gegenüber dem US-Dollar jedoch konnte sich der Leu um fast die Hälfte des Vorwochenverlustes wieder behaupten (+ 1,3 Prozent).


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