Landesgrößter Drogenfang 2017 im Banat

DIICOT der Staatsanwaltschaft des Obersten Gerichts und Kassationshofs (ÎCCJ) zog Bilanz

Dienstag, 13. Februar 2018

Reschitza/Bukarest – Auf der Bilanztagung zum Jahr 2017 der Direktion zur Untersuchung von Fällen der Organisierten Kriminalität und des Terrorismus (DIICOT) der Staatsanwaltschaft des Obersten Gerichts- und Kassationshofs (ÎCCJ) verkündete Oberstaatsanwalt Daniel Horodniceanu, dass das Banat an erster Stelle in der Lieferung von Cannabis für das Gebiet Rumäniens lag. Dabei handle es sich sowohl um „Eigenproduktion“ in Indoor- und Outdoor-Kulturen auf dem Gebiet des Banats, als auch um konsumfertige Cannabispackungen, die hauptsächlich aus Holland und Spanien übers Banat, meist auf dem Landweg, nach Rumänien „importiert“ werden.

Cannabis gilt nach der geltenden rumänischen Gesetzgebung als „Risikodroge“ und damit zu den von DIICOT gesuchten und konfiszierten Drogen. Deshalb widmete der DIICOT-Oberstaatsanwalt Horodniceanu dem indischen Hanf auch ein Sonderkapitel seines Bilanzberichts, in welchem dem Banat der größte Raum zugefallen ist: „Aus unseren Strafverfolgungsaktivitäten des Jahres 2017 in diesem Segment der Kriminalität geht hervor, dass die meistgehandelte Risikodroge Cannabis geblieben ist. Die Straftaten im Cannabis-Bereich bestanden entweder aus der Nutzung ausländischer Quellen (Cannabis kam vorwiegend aus Spanien und aus Holland nach Rumänien, fast in allen aufgedeckten Fällen durch PKWs auf dem Landweg) für illegale Importe, aber wir haben auch ein bemerkenswertes Anwachsen der Zahl und Flächen der Indoor- und Outdoor-Kulturen von Cannabis verzeichnet, wobei wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem letzten Stand angewandt werden. Von den Freilandkulturen war unser größter Fang jener des DIICOT-Territorialdienstes Temeswar, der auf einer eigens dazu bewässerten Waldrodung an der Grenze zwischen den Verwaltungskreisen Temesch und Karasch-Severin etwa 2,1 Tonnen indischen Hanf sicherstellte, der eine selektierte Trockenmasse von etwa 650 Kilogramm Cannabis ergeben hätte.

Unfern dieser Freilandkultur war im September 2017 in Berzovia eine Freiland- und Treibhauskultur bei der Familie Marius Cârpeanu entdeckt worden, einem Agraringenieur, der zusammen mit seinem Sohn Darius seit 2016 stark ins Cannabisgeschäft (vor allem in Temeswar) eingestiegen war und auf dem Dachboden ihres Wohnhauses ein Labor zur Verarbeitung und verkaufsgerechten Verpackung der Trockenmasse eingerichtet hatte. Das Pikante am Fall (neben dem Umfang der Pflanzung und dem hohen wissenschaftlichen Stand des Betreibens, den der Agraringenieur Cârpeanu sich angeeignet hatte – immerhin hat DIICOT auch hier mehrere hundert Kilogramm Cannabis-Trockenmasse sichergestellt) war, dass Marius Cârpeanu eine Zeit lang Chef der Garde für Umweltschutz Karasch-Severin und ein ambitionierter Lokalpolitiker aus der Entourage des Sorin Frunzăverde war, der 2016 in Bokschan für den Bürgermeisterposten kandidiert hatte (ADZ berichtete ausführlich).

Kommentare zu diesem Artikel

Thomas, 13.02 2018, 10:09
Der Anbau für Eigenbedarf und das Anwenden von Cannabis sollte legalisiert werden und der kommerzielle Anbau und Verkauf sollte besteuert werden. Mittlerweile sollte ja jedem bekannt sein, dass Cannabis deutlich ungefährlicher ist als Alkohol. Ausserdem kann es bei einigen Krankenheiten als Medikament Wunder wirkten.
Die frei gesetzten Ressourcen bei der Polzei und Justiz könnte sich dann mehr mit der Korruption im Land beschäftigen, die wirklich kriminell ist.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*