Landwirte protestieren vor der Regierung

Gefordert werden höhere Subventionen

Freitag, 09. November 2012

Ein Schaf musste einen Zug aus Wägelchen ziehen, auf denen verschiedene Sprüche angebracht waren. Einer lautete: „Die Disteln sind die Hauptkultur der Landwirtschaft“.
Foto: Mediafax

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Mit einer Blaskapelle und einfallsreichem Anschauungsmaterial haben sich Mittwoch rund 1000 Landwirte, die drei Gewerkschaften angehören, vor dem Regierungsgebäude auf der Piaţa Victoriei eingefunden. Allgemein wurden höhere Subventionen für den Ackerbau und die Viehzucht gefordert. Rumänien zahle in der ganzen Europäischen Union die geringsten Subventionen.

Der Landwirtschaftsminister habe 174 Euro je Hektar versprochen, in Wirklichkeit würden aber nur 130 Euro bezahlt. Noch schlechter stünde es um die Subventionen für Schafe und Ziegen. Außerdem müsste der Zugang von Ausländern zum Kauf von Boden eingeschränkt werden.

Nachdem ein Teil der Protestierenden gewalttätig geworden ist, kam es zu Gerangel und die Gendarmen haben Tränengas eingesetzt.

Ursprünglich sollten 10.000 Teilnehmer nach Bukarest gelangen, teilten die Organisatoren – LAPAR, die Föderation der Rinderzüchter (FCBR) und Holstein.RO – mit. Vom Landwirtschaftsministerium hingegen kam die schriftliche Mitteilung, diese Gewerkschaften würden die Landwirte nicht insgesamt vertreten, die Kundgebung in Bukarest habe politische Zwecke verfolgt.

Kommentare zu diesem Artikel

sraffa, 11.11 2012, 13:27
Man muß sich immer wieder or Augen halten daß dieses Land zu Beginn des vorigen Jahrhunderts noch als die "Kornkammer Europas" bezeichnet wurde um ahnen zu können was in den letzten 80 Jahren hier alles versäumt wurde.
Rudi, 09.11 2012, 16:47
Ja, mein lieber Guido, da hast Du sehrwohl Recht, auch ich frage mich, warum der Staat so viel gutes Land unbewirtschaftet vergammeln läßt! Die einzigen die da Geld damit verdienen, sind ja verschiedene Bürgermeister (nicht Bürgermeisterämter), die durch fragwürdige Versteigerungen einige Flächen an dubiose Personen verkaufen ( natürlich alles ohne Schm.....ld ! Mich wundert sowieso, das die EU nicht sagt, mein lieber Staat, wenn du Geld brauchst, dann verkauf erstmal dein nutzloses Land, und zwar offiziell , gegen Gebot!
Werner, 09.11 2012, 13:52
Die Regierung soll ihre Vevrsprechen so formulieren, dass sie sie auch einhalten kann.
Nicht das blaue vom Himmel versprechen und dann die Leute vera.....
Guido, 09.11 2012, 09:33
Die sollen erstmal Leistung zeigen, und Qallität erzeugen, bevor sie die Hand aufhalten! Es sind ja vielleicht 10-15 % der rumänischen Landwirte, die profesionell arbeiten (nach EU- Standart), der Rest, sind ja nur Bauern, denn das was auf den Dörfern hier so betrieben wird ( Selbstversorgerei), das hat ja mit Landwirtschaft nicht wirklich was zu tun! Genau so, ist es ja mit den Viehhaltern/-züchtern, da sind noch sehr wenige, die EU-Standart erfüllen ( Haltung, Hygiene, etc.). Was den Landkauf von auslaändischen Investoren (Landwirte) betrifft, da sollen die mal lieber Froh sein, denn andernfalls würde ja noch mehr Land unbewirtschaftet Verwahrlosen, und Rumänien müßte ja noch mehr Getreide importieren! Das Grund und Boden hier billiger ist als in anderen EU-Staaten, das hat ja zum Großteil der Staat zu verantworten, denn durch die z.T. ungeklärten Eigentumsverhältnisse, und fehlende Grundbücher etc., so denke, liegt in Rümänien der meiste unbewirtschftete Boden in Europa! Und, man darf auch nicht vergessen, in welchem Zustand sich diese Flächen befinden, nach über 20 Jahren unbearbeitet, da muß ja auch erstmal noch sehr viel investiert werden, um richtig Agrarwirtschaft zu betreiben! Wäre der Staat etwas schlauer, dann würde er den leider sehr wenigen profesionellen Landwirten, das Land kostenlos zur Bewirtschaftung überlassen, dann würde es schnell wieder besser ausschauen, und die Wirtschaft würde ja auch davon Profitieren!

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