Landwirtschaftskammer gewählt

Extrem schwache Wahlbeteiligung der Landwirte

Dienstag, 22. Oktober 2013

Reschitza - Bloß 4000 der insgesamt 23.000 Landwirte des Banater Berglands beteiligten sich an den Wahlen am Sonntag, bei denen es um die Zusammensetzung des Kreiskollegiums der Landwirtschaftskammer Karasch-Severin ging. Diese wird ab sofort als „private Institution von öffentlichem Interesse“, als „Rechtsperson“ und „nonprofitorientierte Institution“ arbeiten und die (massiv politisch bestimmten) Direktionen für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung (DADR) ersetzen.

Die von den Landwirten gewählte Landwirtschaftskammer soll künftig die Interessensvertretung der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung sein, soll die Beratungsaufgaben der bisherigen DADR übernehmen und auch als Schaltstelle für die Verwaltung der für Rumänien zur Verfügung stehenden EU-Mittel zur Landwirtschaftsförderung und zur Förderung des ländlichen Raums sein. Ihr viertes großes Aufgabengebiet soll die Berufsaus- und -fortbildung darstellen. Zwecks Abwicklung der Wahlen für das Kreiskollegium der Landwirtschaftskammer – aus dessen Mitte deren Führungsriege gewählt wird – waren in jeder Gemeinde Wahlzentren eingerichtet worden. Laut der Protokolle aus diesen Wahlzentren haben sich 3893 Landwirte an den Wahlen beteiligt. Die schwächste Wahlbeteiligung verzeichnete man in Lăpuşnicul Mare (kein einziger Landwirt kam zur Wahl) sowie in Moritzfeld/Măureni und in Neumoldowa/Moldova Nouă (je zwei Wahlbeteiligte). Die höchste Wahlbeteiligung gab es in der Gemeinde Şopotu Nou (251 Wähler), in Zorlenţu Mare (220), Rumänisch-Tschiklowa/Cicliva Română (216) und Berzovia (202). Infolge der schwachen Wahlbeteiligung besteht nun das Kreiskollegium der Landwirtschaftskammer Karasch-Severin nicht aus 25, sondern bloß aus 23 Mitgliedern.

Das „Patronat“ der Landwirtschaft, dem zwei Vertretungen im Landwirtschaftskollegium zugestanden wäre, verzichtete auf seine Repräsentanz. In dieser Woche, nachdem die Beanstandungen gelöst sind, soll das Kreiskollegium der Landwirtschaftskammer zusammentreten und seine Leitung wählen, den Präsidenten der Landwirtschaftskammer und seinen Stellvertreter, sowie den Vorsitzenden des Verwaltungsrats. Letzterer muss ein Hochschulstudium im Fach Landwirtschaft absolviert haben und mindestens zehn Jahre Praxis vorweisen können. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die Landwirtschaftskammerwahl seit mindestens zwei Jahren vor sich her geschoben wird, entweder, weil die Termine zu nahe an den Kommunal- und später Parlamentswahlen von 2012 lagen, oder weil immer wieder im letzten Augenblick seitens des koordinierenden Landwirtschaftsministeriums Änderungen im Wahlprozedere vorgenommen wurden. Die Folge war, dass das Interesse an den Wahlen – mit Ausnahme der Kandidaten – nahezu gänzlich erlosch, was die geringe Wahlbeteiligung zeigte.

Am besten vertreten sind die im Banater Bergland gut organisierten Imker in diesem Kreiskollegium. Es setzt sich nun folgendermaßen zusammen: Im Bereich Berufsverbände – vier Mandate hat der Imkerverband, je ein Mandat der Farmerverein Rumäniens, Filiale Karasch-Severin, der Landwirteverein der Gemeinde Vălişoara, der Rinderzüchterverein und der Tierzuchtverein Doma{nea; im Bereich landwirtschaftliche Kooperativen hat ein Mandat der Imkerverband „Hercules“ aus Mehadia und eines „Fermierul Bănăţean“ aus Fârliug; die privaten Forstamtsbezirke vertritt Bănia mit einem Mandat; das landwirtschaftliche Unterrichtswesen wird vom Landwirtschaftslyzeum Orawitza mit einem Mandat vertreten; je ein Mandat haben die Landwirtegewerkschaft „Agrotera“ und die Gewerkschaft „Agrostar“; die Landwirte im Alter von über 35 Jahren vertreten Pavel Nefir (der bisherige DADR-Generaldirektor), Darius Văcariu, Coriolan Achim und Ovidiu Ionel, jene unter 35 die Landwirte Adrian Ioan Percea, Cătălin Vânătoru, Ioan Marius Işfan und Ilie Drăgulescu Stoichescu, während die Tierärzte im Kollegium von Dr. Petrică Gaode vertreten werden.

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