Laudatio auf die Banater Zeitung

Donnerstag, 15. November 2018

Eine Hand voll Leute saßen vor 25 Jahren an klappernden Schreibmaschinen und gestalteten unter Anleitung und Aufsicht des Journalisten Walter Jass die erste Ausgabe der „Banater Zeitung“, die am 10. November 1993 als Wochenbeilage der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ erschien. Der Herausgeber des Wochenblattes für die Kreise Temesch, Arad und dem Banater Bergland ist das Demokratische Forum der Deutschen im Banat. Das Erscheinen der ADZ/BZ/KR wird durch finanzielle Unterstützung des DFDR gewährleistet. Identitätsbewahrung und damit gleichzeitig Fortbestand der deutschen Gemeinschaft im Banat hatte sich die Banater Zeitung von Anfang an auf die Fahne geschrieben. Die Banater Zeitung folgt auch der Jahrhunderte alten Tradition deutscher Presse im Banat und kann sogleich als Nachfolger der Temeswarer Nachrichten betrachtet werden. Ganz egal, ob im Kommunismus, in der Auswanderungswelle oder in der heutigen Zeit, wenn die Zahl der Banater Deutschen deutlich geschrumpft ist, ist die Rolle dieser Zeitung immer die gleiche: Sie ist Kulturträger und Sprachrohr zugleich und berichtet über hautnahe Realität, über Deutsche und deren Umfeld. Dadurch wird sie auch zum Spiegel der deutschen Gemeinschaft. Deren Leben, Politik, Kultur und Bräuche, nicht zuletzt ihre Bildungseinrichtungen werden in den acht Seiten, die wöchentlich den Abonnenten ins Haus geliefert werden, veranschaulicht. An der BZ-Gestaltung beteiligten sich zu Beginn: Chefredakteur Walter Jass, Karl Windberger (Fotoreporter), Heidrun Henresz, Siegfried Thiel, Simona Alba, Helen Alba und Sekretärin Jeny Bartalis. Das waren keine ausgebildeten Journalisten und sie mussten sich das Geheimnis des Zeitungsschreibens durch Journalistenlehrgänge im In- und Ausland aneignen. Man muss bedenken, die Banater Zeitung wurde in Temeswar geschrieben und in Bukarest gedruckt. Wöchentlich wurden Manuskripte und schwarz-weiß Fotos auf dem Postweg in die Landeshauptstadt geschickt, dabei war auch ein so genannter „Spiegel“, auf dem aufgezeichnet war, wie die damaligen vier Seiten gesetzt werden sollen.  Die Redakteure unternahmen Ausfahrten in die Banater Ortschaften, die Banater Zeitung war bei verschiedenen Veranstaltungen vertreten und berichtete darüber. Im Januar 1994 wurde die Tradition der „Worschtkoschtprob“ wieder aufgenommen. Zwar in kleinem Rahmen in den Räumen der Redaktion, doch das sollte sich im kommenden Jahr ändern, die „Wkp“ wurde im AMG Haus veranstaltet und ist derzeit als beliebtes Zeitungsfest der BZ bekannt. Auch das „Pipatsch“-Handballturnier fand reihum in den Banater Ortschaften Billed, Lowrin Großsanktnikolaus und Hatzfeld statt. Zwar schrumpfte die Leserschaft von Jahr zu Jahr, doch die Zeitung überlebte.Dann kam der erste Computer in die BZ-Redaktion, es folgten weitere. Die Redakteure mussten sich umstellen. Zuerst besorgte Alina Nediu die Computer-Verwaltung. Danach Lavinia Vichendea-Alba.

Nach dem plötzlichen Ableben von Walter Jass kam der Journalist Werner Kremm aus Reschitza als verantwortlicher Redakteur der BZ hinzu. Auch Absolventen der Germanistik, Journalistik oder Wirtschaftswissenschaften konnten hinzugezogen werden: Ștefana Oana Ciortea-Neamțiu, Lucian Vărșăndan, Michael Fernbach, Dan Cărămidaru, später auch Raluca Nelepcu und Andreea Oance. Es begann ein frischer Wind zu wehen. Siegfried Thiel sorgte für Nachwuchs, er organisierte Lehrgänge mit Schülern des Nikolaus Lenau Lyzeums. Die Zeitung gewann an Leserschaft, aber auch an Mitarbeitern. Unter ihnen auch der bereits erfahrene Balthasar Waitz, ehemaliger NBZ-Redakteur. Zoltán Pázmány war der Fahrer des BZ-Kleinbusses und trat in die Fußstapfen von „Kartschi“, er studierte Fotografie und ist seit Jahren Fotoreporter.

Im Laufe der Jahre wurde die Zeitung umgestaltet und auf acht Seiten ausgeweitet. Das Fotolabor wurde abgeschafft und durch digitales Fotografieren ersetzt, die BZ erscheint mit Farbfotos. Die Online-Ausgabe wird den Abonnenten und Mitarbeitern elektronisch zugestellt. Nach dem Eintritt in den Ruhestand von Werner Kremm übernahm Raluca Nelepcu als Chefin vom Dienst die Leitung der Banater Zeitung. Zurzeit ist Siegfried Thiel der Redaktionsleiter der BZ. Seit etwas mehr als einem Jahr hat die Banater Zeitung einen neuen Sitz, der den Erwartungen einer Redaktion entspricht, die sich zeigen will und kann: Beginnend von den Räumlichkeiten, der Ausstattung und dem Produkt an und für sich.

Im Laufe der Jahre haben unzählige Mitarbeiter von nah und fern dazu beigetragen, dass die Banater Zeitung als Sprachrohr der deutschen Gemeinschaft beliebt und geschätzt ist. Eine neue Leserschaft musste hinzugezogen werden, man musste darauf achten, die Zeitung für jedermanns Geschmack und je vielfältiger zu gestalten. Diese wird ja nicht nur im Banat sondern auf Landesebene vertrieben und kann auch im Ausland gekauft werden. Den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Politik wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Beachtet werden auch die Aktivitäten der deutschen Foren, Interviews mit Persönlichkeiten kommen nicht zu kurz.

Überlebt hat auch die Mundartseite „Pipatsch“, doch darauf kommen wir im nächsten Jahr zurück, wenn das 50. Pipatsch-Jubiläum gefeiert wird.

Der DFDB-Vorstand hat fast einstimmig beschlossen, der Banater Zeitung die Ehrennadel in Gold zu verleihen. Der Zeitung wünschen wir weitere Erfolge, den ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern Gesundheit und Schaffenskraft. Herzliche Gratulation!

Das Demokratische Forum der Deutschen im Banat

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