Leichte Erholung an der BVB, Rechtsstreitigkeiten belasten Energiewerte

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 15. September 2015

In der vergangenen Woche schlossen fast alle Indizes im Plus, ausgenommen der Energiewerte-Index BET-NG. Er verlor auf Wochensicht 1,54 Prozent oder 10,1 Punkte und fiel dabei auch unter die 650-Punkte Marke. Das gute Abschneiden in der vergangenen Handelswoche verhalf dem Finanzwerte-Index BET-FI (plus 507,46 Punkte oder 1,69 Prozent) wieder jenseits der 30.000-Punkte-Marke. Der Endstand des BET-FI am Freitagnachmittag lautete 30.470,01 Punkte. Der ROTX-Index legte in derselben Zeitspanne 159,64 Punkte oder 1,16 Prozent zu und schloss die Woche bei 13.876,84 Punkten. Der Markt (BET) erholte sich nur leicht nach der unentschlossenen Vorwoche mit einem Zuwachs von 42,36 Punkten (plus 0,6 Prozent). Die Marktkapitalisierung verbesserte sich im Laufe der Woche, zuerst um mehr als zwei Prozent auf fast 33 Milliarden Euro, fiel aber in der zweiten Wochenhälfte wieder leicht zurück. Auf Wochensicht jedoch gab es auch hier einen Zuwachs.

Electrica zieht Index nach unten

Die Verluste im Energiebereich sind vor allem auf die Wochenverluste der Schwergewichte OMV Petrom (SNP, 0,3415 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) und Electrica (EL, 12,15 Lei, ISIN ROELECACNOR5) zurückzuführen. Vor allem Electrica verblüffte die Anleger: Am vergangenen Mittwoch blockierte der größte Aktionär – das Wirtschaftsministerium – den Investitionsplan des Verwaltungsrates beim Stromerzeuger und damit die Verwendung von 630 Millionen Euro aus dem Börsengang im vergangenen Jahr. Streitpunkte seien der Wunsch des Wirtschaftsministeriums, zukünftig die Leitungsgremien der Zweigstellen ernennen zu können sowie die leistungsbezogene Vergütung des Verwaltungsrates. Andererseits sieht sich Electrica mit einer Schadensersatzforderung über 5,8 Milliarden Lei seitens der staatlichen Behörde SAPE konfrontiert. Die Forderung stamme aus Versäumnissen nach dem Verkauf der regionalen Vertriebsgesellschaften von Electrica an private Investoren.

FP stützt BET-FI-Index

Andererseits stützte der Fonds Proprietatea (FP, 0,796 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) in der vergangenen Woche den BET-FI-Index. Ebenfalls am Mittwoch startete der nunmehr sechste Aktienrückkauf, anvisiert sind 10 Prozent oder 891,8 Millionen Aktien. FP hat eine Gewichtung von 28,2 Prozent im Finanzwerte-Index. Somit hatte das Wochenplus von 4,12 Prozent einen entscheidenden Einfluss auf die Index-Entwicklung. Sicher haben auch die übrigen Investmentgesellschaften mit ihren Zuwächsen zwischen 0,5 und 1,8 Prozent zum Zuwachs des BET-FI beigetragen.
Bei allgemein niedrigen Umsätzen – sie lagen allerdings um 11,8 Prozent über denen der Vorwoche – konnten auch andere Blue Chips eine gute Woche für sich beanspruchen. Bankaktien wie BRD (BRD, 11,01 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) und Erste Bank (EBS, 111,1 Lei, ISIN AT0000652011) sowie die Aktien des Börsenbetreibers BVB (BVB, 31,9 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) legten leicht zu. Besonders hohe Wachstumsraten erzielten aber Outsider wie der Elektromotorenhersteller Electroaparataj (ELJ, 0,1265 Lei, ISIN ROELJBACNOR6) mit einem Wochenplus von 15 Prozent oder der Beton-Fertigteile-Hersteller Prefabricate (PREH, 1,598 Lei, ISIN ROPREHACNOR7) mit plus 21 Prozent.

Rasdaq

Auch in der vergangenen Handelswoche gab es ein Auf und Ab der Umsätze am Sekundärmarkt Rasdaq. Insgesamt aber wurde weniger Umsatz generiert mit Aktien als in der Woche zuvor. Der durchschnittliche Tagesumsatz lag bei umgerechnet etwas mehr als 19.000 Euro, der Gesamtumsatz unter 100.000 Euro. Es wurden keine Sonderdeals abgeschlossen, die den Umsatz noch hätten pushen können. Der Hauptindex aber entwickelte sich trotz niedrigerer Umsätze gut. Im Wochenrückblick legte der Rasdaq-C 37,04 Punkte oder satte 2,49 Prozent zu. Somit kletterte er wieder einmal über die 1500-Punkte-Marke, der Endstand am vergangenen Freitag lag bei 1522,18 Punkten.

Devisen

Nur eine Woche vor den Wahlen in Griechenland, die weiteres Potenzial zur Druckausübung auf die rumänische Landeswährung bergen, konnte der Leu sich gegenüber den beiden harten Währungen Euro und US-Dollar behaupten. Die amerikanische Währung büßte 0,055 Lei ein oder 1,4 Prozent und rutschte somit in Richtung 3,9 Lei. Am  Montag kostete ein US-Dollar 3,9188 Lei. Der Euro verhielt sich standhafter, der Verlust betrug über die Woche nur 0,012 Lei (0,28 Prozent). Ein Euro wurde gestern bei 4,4159 Lei bewertet.

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