Leichte Erholung der Börse, Wien und Hoffnungen befeuern rumänischen Markt

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 13. Oktober 2015

An der Bukarester Wertpapierbörse BVB wurden in der vergangenen Handelswoche leichte Kurszuwächse registriert. Die positiven Kursveränderungen reichen von 0,12 Prozent für den Finanzwerte-Index BET-FI (Schlussstand: 30.548,31 Punkte) bis zu 1,21 Prozent für ROTX-Index (auf 13.818,44 Punkte). Dazwischen liegen der Energiewerte-Index BET-NG mit einem Wochengewinn von 1,01 Prozent auf 640,17 Punkte, der allgemeine Index BET mit einem Zuwachs von 1,03 Prozent auf 7123,47 Punkte und der BETPlus-Index ebenfalls mit 1,03 Prozent auf 1049,66 Punkte. Leicht gestiegen ist auch die Marktkapitalisierung – also der Wert aller an der Börse gehandelten Aktien – auf Wochensicht um 0,92 Prozent auf umgerechnet 32,5 Milliarden Euro.

Erst einmal ging es runter

Der Schein trügt ein wenig, denn zunächst ging es für die meisten Aktien in Bukarest erst einmal runter, bis auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 31,7 Milliarden Euro am vergangenen Mittwoch. Den Druck verspürten die Indizes zunächst nicht, hatte doch die Handelswoche noch verheißungsvoll begonnen: Tageszuwächse von bis zu 0,97 Prozent (BET-NG) wurden verzeichnet. Danach wechselte der Markt ins Rote und fing sich erst am Donnerstag. Doch erst der Freitag brachte die echte kurzfristige Trendwende. Der Markt (BET) legte 1,7 Prozent zu, nur der Finanzwerte-Index war etwas verhalten (plus 0,25 Prozent). Mit einem durchschnittlichen Plus von 1,29 Prozent rettete der Freitag die Handelswoche.

ROTX profitiert von Run auf EBS-Aktien

Dass der ROTX-Index den höchsten Kursgewinn verzeichnete, kommt nicht von ungefähr. Hauptverantwortlich dafür war die Erste Group Bank AG (EBS, 116 Lei, ISIN AT0000652011), die in der Woche 2,2 Prozent zulegten. EBS-Papiere haben eine Gewichtung von fast 20 Prozent im ROTX-Index. Sie profitierten von der guten Stimmung an den internationalen Märkten. Vor allem in Wien herrschte in der vergangenen Woche ein Run auf EBS-Aktien, gewissermaßen als Ausgleich für den Ausstieg vieler Anleger aus Immobilienaktien. Das stärkte die Papiere. In Wien stand ein anderer Emittent mit engem Bezug zu Rumänien im Fokus. Die Petrom-Mutter OMV erklärte, ein Stellenabbau sei trotz anhaltender Erdöl-Preisschwäche kein Thema. Das dürfte OMV-Papiere stärken, möglichêrweise färbt dies in der kommenden Zukunft auch auf Petrom-Aktien (SNP, 0,3415 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) ab. SNP-Aktien haben in der Vorwoche ein 3-Jahres-Tief erreicht, da ist noch Luft nach oben, vor allem weil die Zweitlistung in London beschlossen wurde. In der vergangenen Woche gab es dann auch ein Plus von 2,8 Prozent.

Oltchim setzt Höhenflug unbeirrt fort

Vom Auf und Ab der ausländischen und der heimischen Börse waren die Aktien des Chemieriesen Oltchim (OLT, 0,692 Lei, ISIN ROOLTCACNOR2) völlig unbeeindruckt. Sie legten auf Wochensicht 48 Prozent zu, nachdem sie erst in der Vorwoche nach über zweijähriger Pause wieder zum Handel zugelassen wurden. Es bleibt abzuwarten, wie lange die Euphorie anhält. Einen starken Dämpfer erhielt der Finanzsektor an der Börse. Der Fachausschuss in der Abgeordnetenkammer wies in der vergangenen Woche einen Vorschlag zurück, die Aktionäre der SIF-Investmentgesellschaften über die Aufhebung der Beteiligungsgrenze an den Gesellschaften entscheiden zu lassen. Derzeit liegt die Beteiligungsgrenze bei fünf Prozent. SIF-Aktien reagierten verhalten auf diese Entscheidung. SIF Transilvania (SIF, 0,2685 Lei, ISIN ROSIFCACNOR8) legte in der vergangenen Woche als einziger Finanzwert kräftiger zu (plus 2,7 Prozent).

Devisen

Euro und US-Dollar hatten in der vergangenen Woche eine unterschiedliche Entwicklung zum Leu. Während die europäische Gemeinschaftswährung sich unmerklich erholte und auf Wochensicht 0,0015 Lei zulegte (plus 0,034 Prozent), musste die amerikanische Währung einen stärkeren Dämpfer hinnehmen: 1,6 Prozent oder 0,0625 Lei betrug der Verlust auf Wochensicht. Dadurch rutschte der US-Dollar wieder unter die bislang stark verteidigte 3,9-Lei-Marke. Somit kosteten ein Euro am Montag 4,4145 Lei, während der US-Dollar bei 3,8911 Lei notierte.

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