Leichte Kurskorrektur an der Bukarester Börse

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 16. September 2014

Die Woche startete gewohnt schwach, die Hauptindizes erfuhren eine leichte Kurskorrektur. Doch bei einer Korrektur sollte es nicht bleiben. Was sich in den ersten zwei Tagen abzeichnete, sollte die gesamte Woche prägen. Denn auf Wochensicht verloren sämtliche Indizes an Wert. Doch dazu später, kehren wir erst einmal zum ersten Handelstag zurück. Umsatzmäßig startete der Handel ebenfalls zurückhaltend mit einem niedrigen Tagesumsatz von 3,2 Millionen Euro. Am ersten Tag der vergangenen Woche hoben sich vor allem die Börsen-Aktien BVB (BVB, 30,03 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) und Broker (BRK, 0,1365 Lei, ISIN ROBRKOACNOR0) hervor. Beide Emittenten legten auf Wochensicht eine gute Performance hin. Mit Zuwächsen von 1,8 Prozent (BVB) und 3,9 Prozent (BRK) gehören sie zu den Gewinnern der Woche.
Am Tag darauf schnellte der Umsatz auf umgerechnet knapp 15 Millionen Euro hoch. Verantwortlich dafür war – wie so oft schon – der Fonds Proprietatea (FP, 0,878 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5). Fast zwei Drittel des Umsatzes gingen auf das Konto der FP-Papiere. Durch einen Sonderdeal wechselten 44,4 Millionen FP-Aktien den Besitzer. Das beeindruckte den Markt wenig, denn die Indizes verzeichneten zum zweiten in Folge Verluste in dieser Woche.

Erst am Mittwoch kam Entspannung auf. Sie sollte aber nur von kurzer Dauer sein. Die meisten Indizes – bis auf den ROTX-Index – verzeichneten leichte Zuwächse, die sie dann aber in den darauf folgenden zwei Tagen durch Verluste wieder zunichtemachten. Insgesamt erfuhr der rumänische Aktienmarkt in der vergangenen Woche eine Kurskorrektur um 0,55 Prozent. Der ROTX-Index übertraf den Durchschnitt bei Weitem. Während die rumänische Börse im Schnitt 0,66 Prozent verlor, lag der Kursverlust des ROTX-Index’ bei 1,3 Prozent. Das verwundert auch nicht weiter, da alle Aktien, die im ROTX gebunden sind, Verluste registrierten – bis auf BVB. Besonders ein Emittent hat sich in der vergangenen Woche an der Bukarester Wertpapierbörse BVB hervorgetan. Es ist der Ziegelhersteller Cemacon (CEON, 0,9555 Lei, ISIN ROCEONACNOR0), der seine Reduzierung des Stammkapitals um 98 Prozent abgeschlossen hat. Mit dem Geld sollen Schulden abgebaut werden. Das Stammkapital wurde von 26,3 auf 0,53 reduziert, allein im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 6,53 Millionen Euro Miese. Die Maßnahme ließ den Aktienkurs an der BVB nominell um knapp 1500 Prozent steigen. Beim neuen Nennwert der Aktien ist das Unternehmen derzeit 5,25 Millionen Lei wert. Laut Aktienstückpreis beträgt die Marktkapitalisierung zurzeit 5,02 Millionen Lei.

In nächster Zukunft wird die Entwicklung der Aktien des Stromerzeugers Electrica (EL, 12,16 Lei, ISIN ROELECACNOR5) interessant sein. Das staatliche Unternehmen soll Interesse für Teile des Geschäfts des italienischen Stromkonzerns Enel bekundet haben. Enel will sich aus Rumänien zurückziehen. Electrica-Aktien profitierten von einer möglichen Übernahme von Enel-Aktiva, sie notieren derzeit nahe an ihrem Allzeithoch.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq konnte einen regeren Handel verbuchen, als in der Woche zuvor. Der durchschnittliche Tagesumsatz lag in der vergangenen Woche bei umgerechnet 0,07 Millionen Euro, mit Schwerpunkt auf die Wochenmitte. Ein Sonderdeal mit den Aktien des Immobilienunternehmens SPID (SPID, 0,51 Lei, ISIN ROSPIDACNOR5) stützten am Mittwoch den Handel. Der Hauptindex ließ sich von dem Umsatzanstieg nicht beeindrucken, er hielt es mit der Hauptbörse. Auf Wochensicht verlor der Rasdaq-C 0,12 Prozent. Immerhin machte der Index eine V-Bewegung durch, was auf eine Erholung in dieser Woche hoffen lässt.

Devisen

Der rumänische Leu gab in der zweiten Septemberwoche gegenüber Euro und US-Dollar gleichermaßen nach. Befürchtungen, dass die Rezession der ersten zwei Quartale dieses Jahres sich auch ins dritte Quartal ziehen könnte, machen gerüchteweise die Runde. Das schwächt natürlich eine Währung. Der Euro konnte sich daher um 0,4 Prozent auf 4,4184 Lei erhöhen. Der US-Dollar, der zurzeit eine Stärkeperiode durchmacht vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und des Übergangs der EU zu einer neuen Kommission, konnte 0,7 Prozent zulegen und kostete gestern 3,4197 Lei.

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