Leitung des Kunstmuseums pocht auf „Falschinformationen“

Die Kunsthistorikerin Maria Albani wirft dem Direktor Kompetenzlosigkeit vor

Mittwoch, 07. März 2018

Temeswar – Die Leitung des Kunstmuseums Temeswar hat diese Woche eine Pressemitteilung an die Medien verschickt, in der sie die auf verschiedenen Nachrichtenportalen, persönlichen Blogs sowie auf der Facebookseite „Salvaţi Muzeul de Artă Timişoara“ erschienenen „Falschinformationen“ bestreitet.

Laut dieser Pressemitteilung soll der Vorsitzende des Temescher Kreisrates, Călin Dobra, durch die Verordnung Nr. 2871 vom 21. Februar 2018 einen Kontrollausschuss, gebildet aus den Kreisrätinnen Mihaela Bărbulescu und Simona Dragu, zum Kunstmuseum entsandt haben, wobei der „Besuch“ „unter den besten Bedingungen stattgefunden“ habe. Am 28. Februar sei, gegen 10.30 Uhr, Maria Muscalu Albani, die Kuratorin der Corneliu-Baba-Ausstellung, am Eingang des Kunstmuseums erschienen. „Am selben Eingang befanden sich zwei Damen, die sich anschließend als Mitglieder des Kontrollausschusses des Temescher Kreisrates vorgestellt haben. Frau Muscalu Albani hat vom Wächter verlangt, dass der Museumskustos über ihre Ankunft nicht informiert werde“, heißt es da. Dies sei nicht möglich gewesen. „Nachdem der Museumskustos gekommen ist, hat Frau Maria Muscalu Albani das Gespräch eröffnet und diesen beleidigt“, so in der Mitteilung des Temeswarer Kunstmuseums. „Der Vorfall fand ausschließlich zwischen dem Museumskustos und Frau Albani statt. Es stimmt nicht, dass die drei Damen aus dem Museum hinausgeworfen wurden oder ihnen der Besuch verwehrt wurde. Um das Ganze noch absurder zu machen, meinte Frau Albani, sie habe einen Termin mit dem Museumsdirektor. Die Einstellung von Frau Muscalu Albani ist unakzeptabel, denn sie hat das Personal des Museums missachtet (…)“, heißt es in derselben Mitteilung. Die Museumsleitung betrachtet den Vorfall als Teil einer „Desinformations- und Diffamierungskampagne“, an der sich auch die Kuratorin der ständigen Corneliu-Baba-Ausstellung, Maria Muscalu Albani, beteiligen würde.

Die Antwort der Kuratorin ließ nicht lange auf sich warten. „Wie kann ich mich in einer Diffamierungskampagne einer Institution, für deren Gründung ich mich von Anfang an stark gemacht habe, implizieren?“, fragt die Kunsthistorikerin. In ihrem öffentlichen Schreiben, das an den Museumsleiter Dr. Victor Neumann gerichtet ist, erzählt Dr. Maria Muscalu Albani, wie sie im Jahr 2000, als sich das Barockpalais noch in der Sanierungsphase befand, mit dem Angebot der Familie des Künstlers Corneliu Baba an das Kunstmuseum Temeswar herangetreten ist. „Ich wurde vom Temescher Kreisrat empfangen, noch zu Zeiten der PSD“, sagt sie.

„Ich habe damals das Dossier, das beim Kulturministerium für die Akkreditierung des neuen Kunstmuseums eingereicht werden sollte, zusammen mit Rodica Vârtaciu, Ina Pârvulescu, Marcela Oprescu, Ili Miklosik und Marius Cornea verfasst und dieses gemeinsam mit Frau Tatiana Bădescu vom Banater Museum zum Landesausschuss für Museen und Sammlungen gebracht, wo mich alle kannten. Wie soll ich eine Kultureinrichtung diffamieren wollen, zu deren Gründung ich in solch erheblichem Maße beigetragen habe?“, fragt Maria Muscalu Albani. Die Kuratorin hat harte Worte für den Museumsdirektor übrig: „Ihre arrogante Art und Ihre Inkompetenz haben das Museum in diese Situation gebracht. Sie haben die Leistung erbracht, dass die künftigen Besucher der Kultureinrichtung die Hälfte der Werke des Malers nicht mehr bewundern können, in einer Stadt, die 2021 Kulturhauptstadt Europas sein wird. Bravo!“ Maria Muscalu Albani erklärt, sie habe sowohl dem Kreisratsvorsitzenden Călin Dobra, wie auch dem Museumsdirektor mitgeteilt, was sie vorhabe, falls die Werke an das Nationale Kunstmuseum in Bukarest zurückgehen. Sie habe Călin Dobra vorgeschlagen, den Kontrollausschuss zu begleiten und dieser habe eingewilligt. Sowohl Victor Neumann, als auch dem Museumskustos Claudiu Toma rät sie, das Museumsgesetz zu lesen, denn dieses werde aktuell in Temeswar nicht eingehalten. Die gesamte Antwort kann auf der Facebook-Seite von Maria Muscalu Albani nachgelesen werden.

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