LENAU-ABSOLVENTEN: JAHRE SPÄTER

Franz Quint ist der Vorsitzende des Vereins der Freunde der Lenauschule

Mittwoch, 09. November 2016

Franz Quint ist nicht nur Vorsitzender des Vereins der Freunde der Lenauschule, sondern auch Vizevorsitzender der HOG Hatzfeld. Sein Kontakt zu Rumänien und zum Banat ging nie verloren.

Er so oft auf Banat-Besuch wie nur wenige der ausgewanderten Rumäniendeutschen: Prof. Dr.-Ing. Franz Quint lebt zwar seit über 30 Jahren in Deutschland, doch mehrmals im Jahr reist er nach Rumänien, um entweder an der TU Politehnica zu unterrichten oder sich einfach zu erkundigen, ob das Nikolaus-Lenau-Lyzeum in irgend einer Art und Weise Unterstützung braucht. Franz Quint ist Ehrenprofessor der TU Politehnica und Vorsitzender des Vereins der Freunde der Lenauschule e.V. aus Deutschland, der Unterstützung für Temeswars bedeutendste deutsche Schule anbietet.

Franz Quint stammt ursprünglich aus Hatzfeld/Jimbolia. Bis zur achten Klasse besuchte er das dortige deutsche Gymnasium und wechselte in der neunten Klasse zum Nikolaus-Lenau-Lyzeum, nach Temeswar. Hier besuchte er die Abteilung für Mathematik und Physik und studierte anschließend Elektronik und Fernmeldewesen an der TU Politehnica. Im Jahr 1986 wanderte er nach Deutschland aus. „Ich bin im November in Deutschland angekommen und bis Januar nächsten Jahres sollten all meine Prüfungen anerkannt werden, damit ich das Studium dort fortsetzen konnte“, erinnert sich Franz Quint. Manche der von ihm in Rumänien abgelegten Prüfungen wurden ihm sofort anerkannt, für andere Fächer musste er seine Kenntnisse erneut testen lassen. „Ich war aber so gut vorbereitet gewesen, dass ich die Prüfungen in Deutschland mühelos schaffte und das Sommersemester 1987 beginnen konnte“, sagt Franz Quint.

Nach Abschluss des Instituts für Technologie in Karlsruhe (KIT) im Jahr 1990 war er am Fraunhofer Institut für Informations- und Datenverarbeitung tätig. Drei Jahre später kehrte er an das KIT zurück und promovierte 1997. Anschließend ging er in die Industrie – er arbeitete bis 2002 beim heutigen Unternehmen DaimlerChrysler Aerospace in Ulm. Seit 2002 ist er wieder als Unterrichtender an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik, tätig. Mit der TU Politehnica, dessen Ehrenprofessor er seit vergangenem Jahr ist, arbeitet Franz Quint seit 2008 zusammen. Quint leitet die Doppelmasterabschlüsse mit der Ryerson Universität Toronto und der INSA Straßburg sowie die Austauschprogramme der Hochschule Karlsruhe mit der TU Politehnica (das Projekt ProKaTim); außerdem ist er Auslandsbeauftragter der Fakultät, an der er in Deutschland unterrichtet.        

Doch nicht nur die Beziehungen zu seiner ehemaligen Universität in Temeswar pflegte Franz Quint im Laufe der Jahre. Auch die Beziehungen zu seinen Kolleginnen und Kollegen sowie zu seinen ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern gingen trotz der Entfernung nicht verloren. 2008 fand in Temeswar das 25-jährige Absolvententreffen seiner Generation statt. „Dort sind wir auf die Idee gekommen, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der die Schule künftig unterstützen sollte“, sagt Franz Quint. Heute zählt der Verein der Freunde der Lenauschule e.V. 160 Mitglieder – die meisten davon leben im deutschsprachigen Raum.

Ein paar Mal im Jahr kehrt Franz Quint, der verheiratet ist und drei Kinder hat, an seine ehemalige Schule zurück. Egal, ob er bei der Verleihung des Elsa-Lucia-Kappler- oder des Carmen und Jakob-Walbert-Preises dabei ist, einen Scheck an die NiL-Theatergruppe überreicht oder einfach verschiedene Sachspenden nach Temeswar bringt – Franz Quint weiß, wo gerade was nötig ist, und versucht, mit Hilfe der Vereinsmitglieder zu helfen.  Dass ihn die Zeit an der Lenau-Schule positiv geprägt hat, das erzählt Franz Quint – nicht ohne Stolz - bei jeder Gelegenheit. „Wir haben eine ganz besondere Bildung genossen, und ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl wurde bei uns geweckt. Der Verein ist eine Art Generationenvertrag – es ist unsere Art, danke zu sagen“, sagt Franz Quint.

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