Lenauschule, mit deutschen Mitteln saniert

Die Bauarbeiten sollen im September 2012 beginnen

Donnerstag, 07. Juni 2012

Das „Nikolaus Lenau“-Lyzeum in Temeswar bekommt in diesem Herbst ein neues Gesicht. Foto: Zoltán Pázmány

Nach langem Warten wird das Gebäude des deutschen „Nikolaus Lenau“-Lyzeums in Temeswar/Timişoara saniert. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr, im September, beginnen. Eine neue Fassade, neue Fenster aber auch ein frisch sanierter Innenhof wird die Schule nach den Bauarbeiten bekommen. Das Geld kommt von der deutschen Regierung.

Die Bundesregierung unterstützt ein umfangreiches Projekt zur Altbausanierung in Temeswar, durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt am Main (KfW) und stellt rund fünf Millionen Euro für die Renovierung von historischen Altbauten zur Verfügung. Zwei Millionen davon wurden in Form eines Grants gespendet und sind nicht rückzuzahlende Fonds für die Sanierung der historischen Innenstadt. Der Rest von drei Millionen Euro sind ein Kredit für 30 Jahre, mit zwei Prozent Zinsen – „ein sehr profitables Darlehnen“, wie der Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu selbst zugibt.

Das erste Gebäude, das von diesem Geld saniert wird, ist das Gebäude, das die deutsche Lenauschule in der Gheorghe-Lazăr-Straße Nr. 2 beherbergt. „Aus Respekt für die deutsche Regierung, die das Geld zur Verfügung stellt, wollten wir auch eine deutsche Einrichtung sanieren“, so Bürgermeister Ciuhandu, Absolvent der Lenauschule.

Prioritär sind vor allem die Gebäude „von öffentlichem Interesse“, die sanierungsbedürftig oder stark beschädigt sind. Zwei weitere Lyzeen stehen ganz oben auf der Warteliste: Auch an der C. D. Loga-Schule sollen in diesem Jahr Sanierungsarbeiten beginnen, im kommenden Jahr soll das J. L. Calderon-Lyzeum folgen. Maximal 350.000 Euro können vom gesamten Kredit für ein einzelnes Gebäude ausgegeben werden.

Da aber die Lenauschule umfangreiche Sanierungsarbeiten beansprucht, wird hier ausnahmsweise mehr Geld fließen, so die Vertreter der Stadtverwaltung. „Die Kosten belaufen sich auf 700.000 Euro, 550.000 davon werden von der KfW gestiftet, der Rest sind Mehrwertsteuer, die die Stadtverwaltung sichert“, sagt Aura Junie, die Leiterin der Entwicklungsdirektion am Temeswarer Bürgermeisteramt. Mit diesem Geld werden die Fassaden zur Straße sowie der Innenhof und die Lichtschächte saniert und modernisiert. „Wahrscheinlich wird mit der Wasserversiegelung unten begonnen. Hier hat man eine starke Beschädigung der Mauer beobachtet, wegen des Wassers, das eingedrungen ist. Danach folgen der Verputz und die Fenster“, so Helene Wolf, Direktorin der Lenauschule.

Was die Innenräume betrifft, so kommt da eine andere Finanzierung in Frage: „Die Klassenräume sind der nächste Schritt. Dafür gibt es aber ein anderes Projekt. Das Sanierungsprojekt der Schule ist parallel, bereits seit 2009, auch auf der Warteliste für Strukturfonds, Axe 3. Wir hoffen, wir werden irgendwann auch dafür die Genehmigung bekommen“, fügt Helene Wolf hinzu.

Die Fassade wird ockerfarbig sein – das war die ursprüngliche Farbe des Gebäudes, laut Architekt Dudu Radoslav, der sich ältere Fotos des Gebäudes angesehen hat. Die Fensterrahmen werden grün sein – eine für die Temeswarer Altbauten spezifische Nuance. Im Innenhof wird ein Baum gesetzt. Rund um den Baum wird eine Sitzbank sein. „Auf eine der Mauer im Innenhof soll eine Pflanze, ähnlich des Efeus, hinauf klettern, um dem Hof ein bisschen Farbe zu verleihen“, so Radoslav. Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich ein Jahr dauern und so durchgeführt werden, dass der Unterricht nicht darunter zu leiden hat.

In Temeswar gibt es rund 14.500 Gebäude, die vor 1940 errichtet wurden, 97 davon stehen unter Denkmalschutz. 43 Altbauten gehören zur Klasse A (d.h. es sind historische Bauten mit nationalem und universellem Wert), der Rest von 54 Gebäuden wurde in die Klasse B eingestuft – d.h. es sind für das lokale Kulturgut wertvolle Bauten.

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