Letztendlich war „keiner“ schuld – Was geschieht mit vier Millionen Euro, die versenkt wurden?

Samstag, 10. Mai 2014

Reschitza – Es herrscht besorgniserregend-erwartungsvolle Ruhe in Reschitza rund um das Schicksal des Geländes beim Kilometerstein 7 an der DN 58 Reschitza – Karansebesch. Nachdem dieses vor mehr als zehn Jahren mit schwerem Gerät planiert und umgemodelt wurde – wofür die Stadt einen Kredit von mehreren Millionen Euro aufgenommen und letztendlich vier Millionen davon dort versenkt hat –, und dann, mitten in den Aktivitäten, die Arbeiten plötzlich gestoppt wurden, weil den Juristen der Stadt bis dahin unbekannte Besitzer ihre Interessen kundtaten, ist alles eingeschlafen. Beim Kilometerstein 7 wächst Gras und Buschwerk wie eh und je und die Tiere der Bewohner der Reschitzaer Vororte – vor allem aus Câlnic – nehmen das Gelände wieder in Besitz.

Zur selben Zeit arbeiten bei einem der Unternehmen, die hier ansässig werden sollten und wofür der „Industriestandort Km 7“ erschlossen wurde, inzwischen gut 1000 Arbeitnehmer. TMD Friction, der Bremsklötzehersteller mit internationalem Kapital, hatte sich, als wegen den unklaren Besitzverhältnissen in Reschitza die Ummodelungsarbeiten der Landschaft „vorübergehend“ eingestellt wurden, kurzfristig zu einer Ansiedlung bei Karansebesch entschlossen, dort das allbekannte Entgegenkommen für Investoren erfahren und genutzt. Reschitza blieb wieder mal das Nachsehen, Und die Frustration des weitgehend selbstverschuldeten „Keiner-will-uns!“. TMD Friction hingegen hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 46,3 Millionen Euro, bei einem Reingewinn von 10,1 Millionen Euro gemeldet.

Die Verhandlungen von TMD Friction mit dem Rathaus wegen einer Niederlassung in Reschitza hatten 2004 begonnen und bis 2008 gedauert. Zwischendurch ließ die Stadt das Gelände für den fast 50 Hektar großen Industriestandort erschließen. Dann hatte – angeblich stand der größte Immobilienhai der Stadt hinter der Aktion, der mitverdienen wollte an den Grundstücken, für welche er Besitzer aufgetrieben hatte, die selber gar nicht wussten, dass sie Erben dieser Grundstücke waren – das Gerangel mit der Stadt um die Besitzverhältnisse beim „Km 7“ begonnen und die unverschämten Forderungen der Plötzlichbesitzer waren bekannt geworden. Als das Ganze vors Gericht kam und dieses den Plötzlichbesitzern recht gab – was früher oder später wahrscheinlich ohnehin geschehen wäre –, stoppte die Stadt die inzwischen weit fortgeschrittenen Arbeiten. Millionen Euro hatten das Konto gewechselt, die Versuche, die Juristen der Stadt zur Verantwortung zu ziehen, die – zum Unterschied vom Immobilienhai - keine gründlichen Nachforschungen beim Grundbuch betrieben hatten, verliefen im Sand.
Gegenwärtig wird die Sache wieder vorsichtig aufgewärmt und immer lauter nach Schuldigen gefragt, zumal diese immer noch nicht identifiziert sind, aber der Gewinner feststeht: jener der PSD nahestehende Bauunternehmer, der immer noch jede Ausschreibung der Stadt für sich entscheidet, so oft die ihn interessiert. Der Ruf nach der Staatsanwaltschaft wird in Reschitza lauter.

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