Lukoil droht mit Schließung seiner Raffinerie Petrotel

Konzernvize verhandelt mit Behörden und Ermittlern

Freitag, 10. Oktober 2014

Bukarest (ADZ) - Der russische Ölkonzern Lukoil, dessen rumänische Töchter bekanntlich im Verdacht der massiven Steuerhinterziehung und Geldwäsche stehen, droht mit der Schließung seiner hiesigen Raffinerie Petrotel – kaum zwei Tage nachdem es geheißen hatte, sie werde angesichts der teilweisen Aufhebung der vollstreckten Konten- und Rohstoffpfändungen wieder hochgefahren.

Der im Zuge der Affäre angereiste Lukoil-Vizepräsident Wladimir Nekrasow erklärte am Mittwoch in Ploie{ti, mit der lokalen Staatsanwaltschaft zwar eine Übereinkunft bezüglich der Freischaltung von Unternehmenskonten und -rohstoffen getroffen zu haben, doch wolle die Konzernleitung dennoch „bis Freitag“ befinden, ob Petrotel endgültig geschlossen wird oder nicht.

Nekrasow führte zudem Gespräche mit Vizepremier Liviu Dragnea und Energieminister Răzvan Nicolescu, denen er nach eigenen Angaben mitteilte, dass die „700 Millionen Dollar an Steuern und Abgaben“, die Lukoil bisher in diesem Jahr an den Staatsetat abgeführt hat, genügend „Vorsichtsmaßnahmen“ darstellen würden. Auch beanstandete er, von den Ermittlern keinerlei Unterlagen über die Höhe des dem rumänischen Staat entstandenen Schadens vorgelegt bekommen zu haben. Laut Staatsanwaltschaft Ploieşti beläuft dieser sich auf knapp 240 Millionen Euro – nämlich auf rund 120 Millionen Euro durch Steuerbetrug und 118 Millionen Euro durch Geldwäsche.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 15.10 2014, 08:17
kleines Kuriosum: die OMV hat auch eine kommunistische Vergangenheit, denn entstanden ist sie aus der sowjetischen Verwaltung der konfiszierten Erdölbetriebe in Österreich, die vorher dem Reich gehörten. Die österreichische Regierung hat diese gepfändeten Betriebe später freigekauft und daraus einen österr. Staatsbetrieb geformt, der übrigens inoffiziell lange von der sozialistischen Partei dominiert wurde.
norbert, 12.10 2014, 01:17
Sprengen abreißen..kostengünstig. .
Ottmar, 10.10 2014, 16:06
Das ist halt eine Firma aus dem kommunistisch geprägten Russland.
Ganz so wie es Sraffa und Helmut es von kapitalistischen Firmen immer beschreiben. Da werden Steuern hinterzogen. Geld gewaschen. Im Kommunistischen Sozialismus gehört das zum Standard. Wie das bei den Kommunisten so üblich ist. Sie Pontas Diebstahl. Ist typisch Sozialist. Was Dein ist, ist auch mein.
Seit aber die OMV bei PETROM Mehrheitseigener ist geht es dort ordentlich zu. Speziell als man festgestellt hat, dass mit dem Buchhaltungsprogramm von SIVECO dem Betrug Tür und Tor geöffnet wurde. Petrom hatte 50 Millionen EURO Verlust durch Diebstahl gemacht, das mit dem Buchhaltungsprogramm von SIVECO möglich war.
SIVECO übrigens eine Softwarefirma die Ponta und Nastase geschmiert hat.
Seit Petrom aber SAP im Einsatz hat, kann zu mindestens Buchungstechnisch kein Betrug mehr gemacht werden, denn das lässt diese Deutsche Software nicht zu und es werden auch die zu zahlenden Steuern ordentlich ermittelt. Denn jeder Beleg ist mit Namen des Buchenden gekennzeichnet. Und in die Ergebnisrechnung des Hauptbuches darf keiner direkt buchen.
So viel zu ordentlich arbeitenden kapitalistischen Firmen. Der Rumänische Staat als Minderheitseigner an PETROM besitzt jetzt mehr Wert an der Firma, als er vorher als Mehrheitseigner besessen hat. Auch bekommt der rumänische Staat seit OMV Mehrheitseigner an PETROM ist richtig viel Steuer. Der Verkauf von Petrom an OMV hat sich bereits mehrfach für den rumänischen Staat als sehr profitabel erwiesen. Das ist Kapitalismus.
Hanns, 10.10 2014, 12:23
Da sieht man den Unterschied zwischen ÖMV und Lukoil! Eine Firma zahlt ordentlich die Steuern und hat mit dem Unternehmen Erfolg, während die andere Firma sowohl den Staat als auch die Arbeitnehmer betrügt und überdies nur Verluste einfährt.
Jens, 10.10 2014, 10:07
Schönes Rechtsverständnis. Erstmal Steuern hinterziehen, dann wenn es rauskommt mit Schließung drohen.
norbert, 10.10 2014, 03:49
Ich würde es abreißen

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