Märtyrertitel für Arader Gemeinde

Es wurde gegen die Kollektivierung und den Kommunismus angekämpft

Samstag, 12. Juli 2014

Arad - Auf Beschluss des rumänischen Parlaments wurde der Arader Gemeinde Şepreuş der Titel „Märtyrer-Ortschaft im Kampf gegen den Kommunismus“ verliehen. Der im Norden des Landeskreises Arad, im Kreischgebiet, 63 Kilometer von der Kreishauptstadt Arad gelegene Ort, erhielt diese ehrende Auszeichnung auf eine Initiative, die vor Jahren, in der Legislaturperiode 2008-2012 von einer Gruppe von PDL-Abgeordneten, allen voran die Arader Abgeordnete Claudia Boghicevici, im Parlament eingebracht und auch von Präsident Traian B²sescu abgesegnet wurde. Wie die Einwohner aus dem südlichen Banat – bekannt sind die langjährigen antikommunistischen Partisanenkämpfe kurz nach 1945 im Banater Bergland – hatten die freiheitsliebenden Bauern aus Şepreuş, die sich schon 1903 und 1924 gegen die soziale Ungerechtigkeit erhoben hatten, in der Zeitspanne 1949-1962 offen und gemeinsam gegen die willkürliche Kollektivierung und das kommunistische Regime angekämpft. Die antikommunistische Rebellion brach am 31. Juli 1949 in dieser Gemeinde aus und weitete sich auch auf die Nachbarortschaften Apateu, Berechiu, Şomoşcheş und Cermei aus.

Der Aufstand wurde von der Miliz und der Securitate blutig niedergeschlagen, fünf Personen wurden erschossen, 300 Bauern verhaftet und mit ihren Familien in die Bărăgan-Steppe deportiert. Etliche andere Teilnehmer an diesem Aufstand wurden zu schweren Haftstrafen von insgesamt 122 Jahren verurteilt, ihr gesamtes Hab und Gut wurde enteignet. Die Einwohner dieser Gemeinde sollten darauf noch bis zum Ende des Ceauşescu-Regimes im Dezember 1989 von der Securitate streng überwacht, konstant schikaniert und terrorisiert werden. Vergeben wird laut der rumänischen Gesetzgebung der Titel eines Märtyrerdorfs, einer Märtyrergemeinde oder Märtyrerstadt jenen Ortschaften des Landes, die im Laufe der Geschichte in vaterländischen Sachen Tapferkeit und Märtyrertum verzeichneten. Die Titelverleihung muss von mehreren Kommissionen des Parlaments, der Regierung und dem Staatssekretariat genehmigt werden. So erhielten mehrere Ortschaften aus Siebenbürgen u. a. Ip, Treznea. Moisei und Prundu Bârgăului diesen Titel für den heldenhaften Kampf ihrer Einwohner gegen die faschistische Besetzung im Norden Siebenbürgens 1940-1944. Zahlreiche Städte aus dem ganzen Land wurden nach der Wende für den Kampf ihrer Bewohner während der Dezemberrevolution 1989 zu Märtyrerstädten der Dezemberrevolution von 1989 erklärt.

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