Mahnmal für die Russlanddeportation

70 Jahre Russlanddeportation: Gedenkfeier und Denkmaleinweihung

Mittwoch, 25. Februar 2015

Schmerzhafte Erinnerungen: Ignaz B. Fischer im Museum der Banater Schwaben im AMG-Haus
Foto: Zoltán Pázmány

Am 23. August 1944 begann für die nach 1943 noch 470.000 Rumäniendeutschen die schwerste Zeit ihrer Geschichte. Über 75.000 arbeitsfähige Männer und Frauen bestimmter Altersgruppe wurden zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Mehr als 11.000 Personen starben in den sowjetischen Zwangsarbeitslagern in der Ukraine und beiderseits des Ural, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen wohnen und zumeist in Bergwerk arbeiten mussten.

Kultur und Tradition hielt den Lebenswillen der Deportierten wach und förderte die Hoffnung zum Heimkehr. In den beiden letzten Jahren der Deportation durften auch Kulturveranstaltungen stattfinden. Im Bild eine Tanzgruppe im Lager

Blaskapelle der deutschen Zwangsarbeiter aus Rumänien. Bild aus dem Lager 1416 in Dnjepropetrowsk
Fotos: privat

Eine Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Russlanddeportation veranstaltet der Verein der ehemaligen Russlanddeportierten am Sonntag, dem 8. März, um 12 Uhr, im Temeswarer AMG-Haus. Die Veranstaltung soll an die Verschleppung der Rumäniendeutschen durch die Rote Armee zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion erinnern: 70-80.000 Rumäniendeutsche, Männer zwischen 17 und 45 Jahren, Frauen zwischen 18 und 30 Jahren, darunter Banater Schwaben (33.000), Siebenbürger Sachsen (über 30.000) und Sathmarschwaben (5000) wurden in der Zeitspanne 2.-16. Januar 1945 vornehmlich in die Ukraine, aber auch in den Kaukasus zur sogenannten Aufbauarbeit deportiert.

Laut Ignaz Bernhard Fischer, dem Vorsitzenden des Landesvereins der ehemaligen Russlanddeportierten (gegründet 23.02.1990), soll zu diesem Anlaß ein Denkmal für die Russlanddeportation vor dem AMG-Haus eingeweiht werden. Das drei Meter hohe Monument aus Russberg-Marmor, dessen Kosten aus Eigenmitteln des Vereins gedeckt werden, soll, laut Fischer, "ein Denkmal für die Gegenwart und ein Mahnmal für die kommenden Generationen" darstellen. Der Gedenkfeier geht um 10 Uhr ein von Bischof Martin Roos zelebrierter Festgottesdienst in der Temeswarer Domkirche voraus.

Zu dieser Veranstaltung wurden zahlreiche hohe Gäste aus dem In- und Ausland eingeladen, allen voran Klaus Johannis, Rumäniens Präsident, DFDR-Abgeordneter Ovidiu Gan], Hartmut Koschyk, Aussiedlerbeauftragter der Bundesregierung, Werner Hans Lauk, deutscher Botschafter in Rumänien, Rolf Maruhn, deutscher Konsul in Temeswar, alle Vorsitzende der deutschen Foren Rumäniens,Nicolae Robu, Temeswarer Bürgermeister, und Titu Bojin, Vorsitzender des Temescher Kreisrats, Vertreter der Kirche, der Vereine der B²r²gan-Verschleppten und der ehemaligen politischen Häftlinge, Presse, Rundfunk und Fernsehen.

Kommentare zu diesem Artikel

Rosemarie, 25.02 2015, 16:25
Längst sollten in Siebenbürgen und dem Banat viele Denkmäler erichtet sein,es sind 25 Jahre vergangen seit Demokratie eingekehrt ist....aber es wird alles Unangenehme unter den Teppich gekehrt.Wo bleiben die Berichte von der Enteignung der siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben durch die eigenen rumänischen Nachbarn und Roma aus dem eigenen Dorrf???Es leben noch welche von denen die 1945 ,unsere Leute raugejagt haben wie räudige Hunde??Wann wacht Rumänien eigentlich auf??? In den nächsten 50 Jahren ??? Es wird fleißig daran gearbeitet alles schön zureden,nicts wird aufgearbeitet ,sondern versucht zu verdrängen....

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