„Man wird nicht als Manager geboren – Manager wird man“

Landesschule für Managerinnen stellte Bilanzergebnisse vor

Donnerstag, 12. Juli 2012

Manche Managerin steht sehr wohl ihren Mann in der Geschäftswelt. Bild: sxc.hu

Diskriminierung der Frauen am Arbeitsplatz oder einfach die Gender-Stereotypen aus dem Alltag entmutigen Frauen, sich eine Führungsstelle zu wünschen. Das soll nun ein Ende nehmen, denn rumänischen Frauen wird ab sofort Unterstützung in diesem Bereich angeboten. Insgesamt 1200 Frauen werden an der Fortbildungseinrichtung für Managerinnen seit Anfang des Jahres durch einen kostenlosen Kurs geschult.

Das Projekt wurde vor zwei Jahren ins Leben gerufen, den tatsächlichen Start hatte es erst im Januar dieses Jahres. Allein in den ersten sechs Monaten wurden mehr als 20 Ausbildungskurse im Management- und Geschäftsbereich für Frauen angeboten. Dabei wurden 289 Frauen aus allen acht Entwicklungsregionen Rumäniens geschult, 70 Personen wurde bei der Gründung eines Unternehmens und 157 Frauen im Bereich der Karriereplanung geholfen – so sieht die Bilanz nach dem Start des Projekts Anfang des Jahres aus. Dies ist ein einmaliges Ausbildungsprogramm in Rumänien und das einzige zertifizierte Ausbildungsprogramm für den Manager-Beruf.

„´Ich dachte nie, dass ich das schaffe´ – diese Aussage wandelte sich nach zwei Wochen Ausbildung in ´Von nun an ist alles möglich´. Die Kursteilnehmerinnen gewannen nicht nur Kenntnisse, sondern auch viel Selbstbewusstsein“, sagt Vasile Moldovan, Geschäftsführer des Vereins für die Förderung der Frau in Rumänien (APFR). „Das Programm bietet allen Frauen, die sich von der Männerwelt im Geschäftsbereich einschüchtern lassen, Unterstützung“, so Moldovan.

Die Schule der Managerinnen ist ein Projekt zur Förderung der Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Finanziert wird das Projekt vom europäischen Sozialfonds durch das EU-Programm für Personalmanagement. Anfang des Jahres ist das Ergebnis einer europaweiten Studie veröffentlicht worden: Frauen in Leitungsposten verdienen in Europa durchschnittlich um 22 Prozent weniger als Männer in derselben Funktion. Frauen werden auf Dauer im Vergleich zu Männern geldlich weniger belohnt. In Rumänien wird der Unterschied bei der Entlohnung unter den Geschlechtern auf 14 Prozent geschätzt. Gründe für diese Unterschiede gibt es viele. Einer ist meistens auch die Mutterschaft. Frauen bekommen nach dem Mutterschaftsurlaub schwerer einen Job oder erreichen nicht so leicht Leitungsfunktionen, viele kämpfen sogar darum, ihre ehemalige Stelle wieder zu erhalten. Das Ausbildungsprogramm für Managerinnen wendet sich an Frauen zwischen 24 und 35 Jahren und soll gerade diese Ungerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt beseitigen.

Von den insgesamt 1200 Plätzen, die zur Verfügung stehen, wurden bereits 1047 Anträge eingereicht. Das Programm geht im Oktober des kommenden Jahres zu Ende. Alle Kursteilnehmerinnen können beim Wettbewerb „Die Managerin“ mitmachen. Sie müssen einen Geschäftsplan bei der Schule einreichen. Die besten zwölf für das Gesamtprogramm werden Unterstützung seitens der Schule bekommen, den theoretischen Plan in ein echtes Geschäft umzusetzen.

Interessentinnen können sich in Temeswar/Timişoara beim Sitz der Landesschule für Managerinnen (Str. 1 Decembrie 69) einschreiben. Bewerbungsschluss ist der 30. September. Mehrere Informationen können von der Webseite www.snfm.ro abgerufen werden.

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