Mangel an Familienärzten

Das Banater Bergland gilt als unattraktiv für Allgemein- und Fachmediziner

Samstag, 12. April 2014

Reschitza - In ihrem jährlichen Bericht, den die Kreisdirektion für Öffentliche Gesundheit Karasch-Severin der Präfektur vorlegt, wird vermerkt, dass „in den vergangenen 15-20 Jahren der Verwaltungskreis Karasch-Severin weder hinsichtlich der Sicherung der nötigen Anzahl von Ärzten, des Abdeckens aller nötigen medizinischen Fachrichtungen, noch der flächendeckenden Absicherung mit Ärzten zufriedenstellend abgeschnitten hat“. Der Ärztemangel äußert sich vor allem im Bereich der Allgemeinmediziner, die bereit sind, als Familienärzte tätig zu sein. Anina hat bloß drei niedergelassene Ärzte, Herkulesbad vier, sechs arbeiten in Ferdinandsberg, je sieben haben sich in Neumoldowa und Orawitza niedergelassen, in Bokschan acht, in Karansebesch 18 und in Reschitza 41 (das wären im Kreisvorort rund 2000 Einwohner/Patienten je Familienarzt). Der in solchen Fällen angewandte statistische Index, ausgedrückt durch die Zahl der Ärzte pro 1000 Einwohner, liegt im Banater Bergland zwischen 0,4 bis 0,8, was im Klartext heißt, dass die „primäre ärztliche Betreuung“ – wie die Betreuung durch Familienärzte in der medizinischen Verwaltung genannt wird – im Verwaltungskreis Karasch-Severin mangelhaft ist. 

Dazu Dr. Radu Albotă, der stellvertretende Generaldirektor der Karasch-Severiner Gesundheitsbehörde: „Die primäre medizinische Betreuung durch die Familienärzte ist ein ausschließlich privates System. Gründung oder Auflösung der Ordinationen liegen außerhalb unseres direkten Einflussbereichs, können aber sehr wohl von den Kommunen beeinflusst werden, indem diese Ordinationsräume, Ausstattungen oder Dienstwohnungen sowie materiell-finanzielle Anreize – unter verschiedensten Voraussetzungen – zur Verfügung stellen. Deshalb widerspiegelt die Abdeckung des Territoriums mit Familienärzten auch ziemlich genau die (allgemeine und lokalspezifische) ökonomische Lage eines Gebiets. Ideal wäre es, wenn die Kommunen sich ernsthaft der causa der Erhöhung der Attraktivität ihrer Ortschaft für Familienärzte annehmen würden, etwa durch Installierungsprämien, finanzielle Kompensationen für die Niederlassung und dem Verbleib von Ärzten in isolierten Ortschaften, klare Regelungen des Verhältnisses Arzt-Gemeinschaft und vieles andere. Schließlich haben die kommunalen Autoritäten das größte Interesse an einer medizinisch gut betreuten Bewohnerschaft, von der letztendlich der Wohlstand ihrer Ortschaft und ihr Steueraufkommen abhängt. Leider haben wir uns in den vergangenen Jahren mit nicht wenigen Fällen konfrontiert, wo die Bürgermeister von Ortschaften höchstes Energieaufkommen dazu eingesetzt haben, den Gemeindearzt fortzuekeln.“

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