Marienstatue wird fachgerecht restauriert

Überraschende Entdeckung: Denkmal war nicht im Stadtpatrimonium eingetragen

Freitag, 16. März 2012

Die Marienstatue, eines der beliebtesten Denkmäler der Temeswarer Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Die Marienstatue, eine der bekanntesten Denkmäler der Stadt Temeswar, wird fachgerecht bzw. nach dem Originalmodell restauriert. So das Versprechen des Temeswarer Bürgermeisters Gheorghe Ciuhandu in der letzten Stadtratssitzung. Wie in der BZ berichtete, wurde die Marienstatue- Das Denkmal steht in der kleinen Kapelle am Marienplatz, an der Grenze zwischen den historischen Stadtvierteln Elisabethstadt und Josefstadt, Straßenkreuzung Doja-16.Dezember 1989-in der Nacht vom 11.-12. Januar von einem unbekannten Täter vom Sockel gestoßen und beschädigt. Zurzeit wird die beschädigte Statue beim Sitz der Verwaltung der Öffentlichen DomäneADP in Sicherheit aufbewahrt.

Die aus Carrara-Marmor  hergestellte und 1906 aufgestellte Statue soll nun aus dem gleichen aus den Apuanischen Alpen, Italien, stammenden Marmor wiedergefertigt werden. Die neue Statue wird ein Werk des Temeswarer Bildhauers Ioan Oprescu sein. Außerdem sollen auch alle unästhetischen im Laufe der Jahre durchgeführten Änderungen und Ausschmückungen bei dieser Gelegenheit entfernt werden.  Die von der Kommunalverwaltung eingeleiteten Untersuchungen ergaben außerdem überraschende Befunde: Die Marienstatue ist aus bisher ungeklärten Gründen nicht  im Stadtpatrimonium eingetragen, was also auch nachgeholt werden muss.

Es heißt, dass das Denkmal an der Stelle steht, wo der Überlieferung nach György Dozsa, der Anführer des Ungarischen Bauernaufstands von 1514, hingerichtet wurde. Die Legende sagt, dass über dem Hingerichteten das Gesicht der Hl. Jungfrau Maria erschienen sein soll.

Nach neueren Erkenntnissen war der Hinrichtungsort von Dozsa jedoch in der Nähe des heutigen Continental-Hotels. Hier wurde zuerst ein Marienbildnis auf einem Pfahl hingestellt, darauf folgten mehrere Statuen. 1906 konzipierte der Stadtarchitekt Laszlo Szekely eine Kapelle in romanischem Stil mit sechs Säulen aus schwarzem Marmor und einem Baldachin Die Marmorstatue wurde von dem Bildhauer Georg Kiss gefertigt und  ist 155 Zentimeter hoch. Die Steinmetzarbeiten wurden von Kornel Tunner, die Bauarbeiten von Arthur Tunner ausgeführt. Am 16. Dezember 1906 wurde die Marienstatue vom römisch-katholischen Weihbischof Nemeth Jozsef im Beisein des Bürgermeisters Karl Telbisz eingeweiht.
 

In der Begastadt gibt es bekanntlich eine weitere berühmte Marienstatue (auch Pestsäule) am Freiheitsplatz, am historischen Paradeplatz. Am Fuß der 1739 von der Bruderschaft der Barmherzigen gestifteten Hl. Maria ist auch der Hl. Nepomuk, der Schutzpatron des Banats, zu sehen. 

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