Markt schließt wenig freundlicher, aber uneinheitlich

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 12. Februar 2013

Der Bukarester Aktienmarkt folgte dem „Trend“ der Vorwoche – und schloss völlig uneinheitlich. Die Erkenntnis der Vorwoche wurde bestätigt, die Börse ließ keinen klaren Trend erkennen. Die einzelnen Indizes schlossen unabhängig voneinander und zeigten in unterschiedliche Richtungen. Die sinkende Marktkapitalisierung lässt auf rückgängige Kurse schließen, was auch größtenteils stimmt. Die Umsätze waren im Wochenvergleich ebenfalls rückgängig. In der vergangenen Woche wurde im Durchschnitt um 14,7 Prozent weniger Umsatz mit Aktien erzielt. Mit knapp 0,16 Millionen Euro im Tagesdurchschnitt hinkte auch der Anleihenmarkt der Performance der Vorwoche hinterher. Insgesamt schloss der Markt (BET-C) um 0,6 Prozent freundlicher im Vergleich zum Vorfreitag. Doch längst nicht alle Marktsegmente konnten mithalten. Der Finanzwerte-Index BET-FI verlor 0,5 Prozent, der in Zusammenarbeit mit der Wiener Börse berechnete ROTX-Index sogar 1,3 Prozent.

Aktien und Indizes

Die Zahl der im Plus schließenden Aktien war eindeutig höher als jene, der Aktien mit einem negativen Wochenergebnis. Dennoch reichte die gute Performance mancher Aktien nicht allen Indizes, ebenfalls im grünen Bereich zu schließen. Wir bemerken jedoch ein Comeback der Energiewerte, deren Index – BET-NG – schloss die Woche mit einem Plus von 17,8 Punkten, was einem Zuwachs von 2,7 Prozent entspricht. Das ist der höchste Wochenzuwachs seit Jahresbeginn. Die Schwelle von 700 Punkten scheint plötzlich wieder in greifbare Nähe zu rücken. Dafür waren vor allem die Aktien des Erdölunternehmens Rompetrol Rafinare (RRC, 0,0433 Lei, ISIN ROPTRMACNOR5) verantwortlich.

Sie legten ein Wochenplus von knapp 22 Prozent hin, nachdem der Vizepräsident des Emittenten gegenüber der Presse verlauten ließ, dass die kasachische Muttergesellschaft KazMunaiGaz einen Aktienrückkauf starten wolle. Gleichzeitig seien 200 Millionen für Investitionen in den Ausbau des Vertriebsnetzes (Tankstellen) geplant. Weitere 100 Millionen sollen in die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit bei der Raffinerie Petromidia (RRC) investiert werden. Die Nachricht beflügelte die Phantasie der Anleger. Derzeit ist der Staat mit 44,7 Prozent der zweitgrößte Aktionär bei RRC, die Mehrheit (45,8 Prozent) befindet sich beim kasachischen Ölkonzern.

Die zweite Energie-Aktie, die den Index in die Höhe hievte war die des Pipelineherstellers Condmag (COMI, 0,1242 Lei, ISIN ROCOMIACNOR3). Die Aktien werden vermutlich Spekulationsobjekt sein. Die Aktie legte ohne erkennbaren Grund 10,9 Prozent zu. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit zehn Jahren Verluste gemeldet. Andererseits hat Condmag eine verbesserte Auftragslage vorzuweisen. Ein Aktienpaket von 6,4 Prozent des Unternehmens hatte noch in der Vorwoche den Besitzer gewechselt.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq entwickelte sich wie in der Vergangenheit in einem sehr stillen Rhythmus. Die Tagesumsätze sind auf gewohnte Level zurückgefallen, kein Sonderdeal setzte noch Signale im Markt. Der durchschnittliche Tagesumsatz lag mit umgerechnet 0,1 Millionen Euro sehr niedrig im Vergleich zu den vergangenen Wochen. Der Hauptindex Rasdaq-C aber konnte sich besser noch als in der Vorwoche erholen. Er kletterte um 0,8 Prozent auf 1460,25 Punkte.

Devisen

Euro und US-Dollar legten im Vergleich zur Vorwoche kräftig zu, wobei der Euro am vergangenen Donnerstag den Höchststand der vergangenen Wochen bei 4,4106 Lei erreichte. Spekulationen, dass die rumänische Währung überbewertet sei, schwächten den Leu ein wenig. Andererseits kräftigen gerade höhere Deviseneingänge den Leu. Der Euro legte auf Wochensicht 0,45 Prozent zu, der US-Dollar holte sogar 2,3 Prozent wieder auf. Während aber der Euro wieder unter die 4,4-Lei-Grenze rutschte, zielte der US-Dollar erneut auf die 3,3-Lei-Schwelle.


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