Marty McFly ist zurück in der Zukunft

Viele Prophezeiungen des Films sind eingetreten

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Im Film war es ein Dienstag. Tatsächlich war es jetzt ein Mittwoch. Gemeint ist der Tag, zu dem Marty McFly und Doc Brown in „Zurück in die Zukunft II“ reisen, dem 21. Oktober 2015. In den vergangenen 30 Jahren – 1985 erschien der erste Teil – hat sich Robert Zemeckis’ „Zurück in die Zukunft“-Trilogie tief in der westlichen Popkultur verankert und die Fans sehnsüchtigen auf das besondere Datum warten lassen. Marty McFly, gespielt von Michael J. Fox, ist der typische amerikanische Teenager der achtziger Jahre, in erster Linie an Rockmusik und Mädchen interessiert. Er kommt gerne mal zu spät zum Unterricht und hat dabei immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Sein Kumpel ist der positiv verrückte Wissenschaftler Dr. Emmett „Doc“ Brown, der einen DeLorean-Sportwagen in eine Zeitmaschine umgebaut hat.

Betrieben wird diese mit Plutonium – damals wie heute gar nicht so einfach zu bekommen. Doc stiehlt es ein paar libyschen Terroristen, die darüber wenig erfreut sind, Jagd auf ihn machen und ihn schließlich niederschießen, während er Marty auf einem Parkplatz gerade seine Erfindung vorführt. Der Junge kann sich gerade so in den DeLorean retten, aktiviert auf seiner Flucht vor den wütenden Terroristen versehentlich die Zeitmaschine und landet im Jahr 1955. Als der Film 1985 in die Kinos kommt, wird er ein Kassenschlager und in Amerika der erfolgreichste Film des Jahres. Trotz des offenen Endes war ursprünglich keine Fortsetzung geplant. Erst nach dem großen kommerziellen Erfolg begannen Regisseur und Drehbuchautor Robert Zemeckis sowie Bob Gale, der ebenfalls am Drehbuch schrieb, mit der Entwicklung der beiden Fortsetzungen.

Im zweiten Teil, Sie ahnen es vielleicht schon, reisen Doc und Marty in die Zukunft. Genauer gesagt ins kalifornische Hill Valley des Jahres 2015. Ankunftszeit für die Zeitreisenden ist der 21. Oktober, exakt um 16.29 Uhr nach pazifischer Standardzeit – in Rumänien ist es durch die Zeitverschiebung bereits der 22. Oktober und 2.29 Uhr in der Nacht. Das Eintreffen in unserer Jetztzeit war am Mittwoch folglich der Anlass für zahlreiche Willkommenspartys rund um den Globus, ob in Studentenclubs, Kinos oder Burger King-Restaurants – und selbstverständlich auch im Deutschen Forum in Hermannstadt/Sibiu – überall wurde gefeiert. Im Vorfeld des besonderen Tages haben die Universal Studios einen Trailer zu „Der weiße Hai 19“ veröffentlicht, welcher im Film beworben wird, der Getränkehersteller PepsiCo hatte zu Monatsbeginn auf der New Yorker Comicmesse die im Film beliebte „Pepsi Perfect“ an als Marty McFly verkleidete Besucher verschenkt und mit „Back In Time“ wurde sogar eine Dokumentation produziert, die dem Mythos um „Zurück in die Zukunft“ auf die Spur geht.

Vor Beginn der Dreharbeiten zum ersten Teil wurden zahlreiche Product-Placement-Verträge abgeschlossen, neben PepsiCo auch mit Calvin Klein, Burger King sowie Toyota und sie alle haben sich für den großen Tag etwas besonderes einfallen lassen. Es ist ein wahrer Hype dieser Tage, verständlicherweise, denn in den vergangenen 30 Jahren ist die Science-Fiction-Trilogie unauslöschlich in der Popkultur aufgegangen. Die DeLorean Motor Company, welche mit dem Modell DeLorean DMC-12, in den Filmen ausgestattet mit einem fiktiven Atom-Elektroantrieb, die Zeitmaschine lieferte, war schon 1982 insolvent gegangen. Doch durch „Zurück in die Zukunft“ wurde der Wagen zur Legende. In den verschiedensten Filmen und Serien von „Donnie Darko“ bis „Alarm für Cobra 11“ taucht er immer wieder auf oder wird erwähnt, ebenso in Computerspielen und Musikvideos. In einer Textzeile des deutschen Rappers Prinz Pi heißt es: „Hol den DeLorean, lass uns damit zurückfahren.“ Heute ist der Sportwagen die Manifestation von Zeitmaschine schlechthin. Von den ungefähr 9000 in den Jahren 1981 und 1982 produzierten DMC-12, sollen heute noch etwa 6500 auf den Straßen in aller Welt unterwegs sein.

Doch wie steht es um die Zukunftsprophezeiungen der beiden Drehbuchautoren. Kurz gesagt, erstaunlich genau und auch sehr viel realistischer als in der drei Jahre zuvor erschienenen Dystopie „Blade Runner“, welche im Los Angeles des Jahres 2019 spielt. Gut, „Der weiße Hai“ hat es letztlich nur auf vier Fortsetzungen geschafft, doch waren zahlreiche weitere Hai-Produktionen die Folge, auch wenn viele leider so schlecht waren wie „Hai-Alarm auf Mallorca“. Ähnlich ist es um die Erfindungen des Films bestellt. Der Fluxkompensator, welcher das Reisen durch die Zeit erst möglich macht, wird durch erneuerbare Energien betrieben, die Brille die Marty McFly jr. trägt, erinnert an die Datenbrille von Google und seinem Vater wird per Videotelefonie gekündigt. Erst im letzten Jahr hat Nike angekündigt, in 2015 die im Film getragenen, selbstbindenden Schuhe auf den Markt zu bringen – noch bleiben zweieinhalb Monate. Fehlen eigentlich nur noch die Hoverboards, also selbstschwebende Skateboards und Kindheitstraum eines jeden etwa 30-Jährigen.

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