Mehr als 60 Jahre im Dienst der Kirche

Dr. Adalbert Blaskovics zum 35. Todestag

Dienstag, 31. Mai 2016

Die 24 Priester, die Ko-Zelebranten der Diamantenen Messe von Dr. Adalbert Blaskovics 1977 waren. Vordere Reihe in der Mitte: Dr. Adalbert Boros und Dr. Adalbert Blaskovics sowie Dr. Csiza, zweite Reihe Mitte (vierter von rechts) Monsignore Paul Lackner.
Foto:privat

Am 22. Mai waren es 35 Jahre, seitdem der langjährige Priester der Temeswarer Diözese Dr. Adalbert Blaskovics in Reschitza verstorben ist. Dr. Adalbert Blaskovics wurde am 14. April 1895 in Anina geboren. Seine Eltern waren Anton Blaskovics aus Orawitza und Marta Herbert aus Graz. Getauft wurde das Kind am 21. April 1895 von Pfarrer Nikolaus Scheidt in Anina, in Anwesenheit der Taufpaten Franz Paruts und Maria Fritsch. Er besuchte die Grundschule mit den Klassen I bis IV in Orawitza, kam danach als Schüler acht Jahre lang ans staatliche Obergymnasium in Szeged, wo er 1913 seine Matura ablegte. Er absolvierte anschließend ein Theologiestudium an der Theologischen Akademie „Pazmaneum“ in Wien. Adalbert Blaskovics wurde am 4. Oktober 1917 in der Temeswarer Domkirche zum Priester geweiht. Dafür bekam er ein Dispens vom kanonischen Weihealter und konnte aufgrund dessen bereits mit 22 Jahren geweiht werden. Er führte seine Studien in den Jahren1917-1918 am Wiener Kolleg „Augustineum“ in der Habsburgergasse weiter. Bischof Dr. Julius Glattfelder sandte ihn damals nach Wien, mit Unterstützung des Fürst-Primas Ungarns, Johannes Csernoch, ebenfalls ein ehemaliger Bischof von Tschanad in Temeswar. Blaskovics promovierte im Jahre 1919 in Wien und wurde Doktor der Theologie.
Ins Banat zurückgekehrt, wurde der junge Priester 1920 zum Kaplan in Detta und Sackelhausen ernannt. Er kam am 1. September 1921 als solcher nach Reschitza. Er wollte dem Salvatorianer Orden beitreten und war, ebenfalls als Kaplan, in Sanktanna (1. September 1926 - 1. Januar 1928) tätig. Er kam für kurze Zeit nach Reschitza zurück, wurde aber am 15. Dezember 1929 zum Pfarradministrator, danach zum Pfarrer in Mercydorf ernannt.

Ab dem 21. Oktober 1935 wurde Dr. Adalbert Blaskovics zum Religionslehrer an der Deutschen Katholischen Lehrerbildungsanstalt „Banatia“ und zugleich Studienpräfekt am Konvikt zum hl. Emmerich (Emericanum) ernannt. Das Jahr 1936 bringt Pfarrer Dr. Adalbert Blaskovics die Stelle des Honorarassessors des Kirchengerichts des Bistums Temeswar. Ein Jahr danach wurde Dr. Adalbert Blaskovics zum Mitglied der Prüfungskommission an der Deutschen Katholischen Lehrerbildungsanstalt „Banatia“ bestellt und ab dem 1. September 1937 zum Professor an der Theologischen Akademie (Priesterseminar) ernannt. Im Kirchengericht nimmt er die Stelle des Verteidigers des Ehebündnisses (defensor vinculi) ein. 1938 bekam Dr. Blaskovics die Stelle des Justiz-Promotors (promotor justitiae) am Kirchengericht und ferner die des Prosynodalrichters bzw. Prosynodalprüfers (für die Prüfungen der jungen, bereits geweihten Priester), sowie die des Spirituals (Beichtvater) im Temeswarer Priesterseminar. Im Sommer 1938 war er Teilnehmer am Eucharistischen Weltkongress in Budapest. 1940 ernannte Bischof Augustin Pacha Dr. Blaskovics auch zum Ökonom des Priesterseminars. Ab dem 1. September 1943 verließ Pf. Blaskovics die Theologische Akademie und übernahm als Pfarrer die Gemeinde Segenthau/Dreispitz (Şagu, Kreis Arad), wo er bis 1956 tätig war.

Dr. Adalbert Blaskovics legte den Treueeid als Arader Erzdechant am 16. März 1944 ab. Ernannt wurde er in diesem Amt durch Bischof Pacha am 13. März 1944. Er erfüllt ab dem 3. Dezember 1948 auch den Dienst des Pankotaer Dechants, mit Sitz in Segenthau. Er wird interessanterweise in den Dokumenten als Dechant des „Districtum Radnense“ (Radnaer Distriktes) erwähnt. Als Bischof Pacha im Sommer 1954, vom Gefängnis befreit, nach Temeswar zurückkam und im Josefstädter Pfarrhaus Quartier nahm, und als er Dr. Ferdinand Cziza am 17. Juli zum Generalvikar ernannte, bzw. vereidigte, war Dr. Adalbert Blaskovics Augenzeuge des Aktes. Ab dem 1. März 1956 kam er in das Banater Bergland zurück, und zwar als Rentner in Reschitza. Hier diente er weiter als aushelfender Priester und erfüllte eigentlich die Arbeit eines Kaplans. Msgr. Paul Lackner, der einst sein Schüler und Student in Temeswar war, nahm seinen ehemaligen Professor dankbar in seinem Pfarrhaus in Reschitza auf. Er pflegte ihn treu und hingebungsvoll bis zu dessen Lebensende. Viele Generationen von Kindern hatten die Möglichkeit, den Religionsunterricht mit Dr. Adalbert Blaskovics zu vollenden. Er widmete sich im Religionslehre-Saal über der heutigen Sakristei (der damals auch Chorprobe-Saal war) besonders den Kindern aus der Volksschule. Für die guten Antworten bekamen die Teilnehmer als Geschenk Gipsfiguren, die die Personen der Weihnachtskrippe darstellten, Kruzifixe, Heiligenbilder und Rosenkränze. Auch heute findet man diese kleinen, in den damaligen Zeiten schwer erhältlichen kultischen Gegenstände in den Häusern der Reschitzaer im In- und Ausland, es sind bleibende Erinnerungen an Pfarrer Blaskovics.

Ein großes Fest für die römisch-katholische Kirche Reschitzas war die Festmesse zum Diamantenem Priesterjubiläum von Pf. Dr. Adalbert Blaskovics, die am 4. Oktober 1977 in der „Maria Schnee“-Kirche stattfand. Das Schlussfoto zeigt 24 Priester aus dem ganzen Banat, die an dem großen Fest teilnahmen. In einem Tagebuch findet man darüber den Eintrag: „Die Reschitzaer katholische Kirche war voll mit Menschen. Die Festlichkeiten begannen mit dem Glockengeläut. Die Prozession zog vom Haupteingang hinein: 24 Ministranten, 24 Pfarrer, in deren Mitte der Weihbischof Adalbert Boros, der Generalvikar Dr. Ferdinand Cziza und unser Jubilar Dr. Adalbert Blaskovics waren. Zu Beginn hielt Msgr. Paul Lackner eine Begrüßungsansprache. Es folgte die festliche Ankleidung des Jubilars. Nach dem Evangelium folgte die Predigt des Generalvikars Dr. Cziza. Er sprach über das Leben des Gefeierten. Zum Schluss der Diamantenen Messe sprach Dr. Adalbert Blaskovics Dankesworte. Beendet wurde alles durch die Intonierung des Te deum laudamus und des Priesterliedes ‘Ein Priesterherz ist Jesu Herz’.”
Pfarrer Dr. Blaksovics starb am 22. Mai 1981 in Reschitza im Alter von 86 Jahren und im 64. Jahr seines priesterlichen Dienstes.

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