„Mehr als ein einfaches Musikinstrument“

Festlichkeit anlässlich der Wiedereinweihung der Orgel in der Kirche von Petersberg

Donnerstag, 07. Mai 2015

Paul Cristian stellte die musikalische Leistung der restaurierten Orgel vor.

In dem Petersberger Kirchenchor geleitet von Diana Bâldea, wirkt auch Ortspfarrer Dr. Peter Klein mit.

Die Festpredigt hielt Bischofsvikar Dr. Daniel Zikeli.

Den Gruß der HOG Petersberg in Deutschland überbrachte deren 1. Vorsitzender, Manfred Binder.

Die zahlreichen Gäste die sich an der Festlichkeit beteiligten, wurden am Kirchhof mit Baumstriezel und Fruchtsäften in der Pause beköstigt.
Fotos: Dieter Drotleff

Mit Erfolg wird die Reihe der Orgelrestaurierungen in den evangelischen Kirchen fortgesetzt. Die Orgel ist mehr als ein einfaches Musikinstrument. Sie gehört zur evangelischen Frömmigkeit. Sie betrifft unser Herz  und unser Innerstes. Die Orgel will zum Lob Gottes aufrufen. Sie fördert  und erhält die erlebte Gemeinschaft. Gott liebt es, wenn er verherrlicht wird, wenn ihm gedankt wird, betonte Bischofsvikar Dr. Daniel Zikeli, Dechant des Kronstädter Evangelischen Kirchenbezirkes A.B. und Stadtpfarrer von Bukarest, in seiner Festpredigt anlässlich der Wiedereinweihung der Orgel in der Kirche von Petersberg am Samstag, dem 25.  April l.J.

Die von Johann Thois aus Rosenau 1826 gebaute Orgel, die 1908 einer Generalrevision durch Karl Einschenk aus Kronstadt  unterzogen wurde, benötigte eine neue Überholung, die nun abgeschlossen werden konnte. An dem stattgefundenen Festakt beteiligten sich auf Einladung von Ortspfarrer Dr. Peter Klein mehrere Amtsbrüder: Dr. Daniel Zikeli. Uwe Seidner aus Wolkendorf, Andreas Hartig aus Zeiden, Prof. Dr. Hans Klein aus Hermannstadt, Matthias Winkelmann aus Bergen, Etele Gaspar aus Ilieni, sowie Landeskirchenkurator Prof. Friedrich Philippi, der Kurator des Kronstädter Kirchenbezirkes Ortwin Hellmann, Hans Klees, Kurator der evangelischen Kirchengemeinde Petersberg, die gegenwärtig noch rund einhundert Kirchenglieder umfasst, weitere Kuratoren, Presbyter, der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Kronstadt, Wolfgang Wittstock, Manfred Binder, Erster Vorsitzender der Heimatortsgemeinschaft Petersberg in Deutschland, zahlreiche Gäste von nah und fern.

Die Festlichkeit stand im Zeichen des Wochenspruchs „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur: das Alte ist vergangen, siehe,  Neues ist geworden“. Die Einweihungsliturgie wurde von den Pfarrern Andreas Hartig, Peter Klein und Bischofsvikar Daniel Zikeli vorgenommen. Der musikalische Rahmen des Festgottesdienstes wurde an der Orgel von Paul Cristian und dem von Diana Bâldea geleiteten Kirchenchor gestaltet.

Anschließend, nach der Festpredigt, richtete Ortspfarrer Dr. Peter Klein seinen Dank an den Klausenburger Orgelbauer Albert Jozsef und sein Team für die geleistete Arbeit, an Kirchenkurator Hans Klees und die Presbyter, die die Aktion unterstützt haben, an die Heimatortsgemeinschaft in Deutschland auch für die materielle Unterstützung, an Spender aus den In- und Ausland, darunter aus Deutschland und Österreich, an alle Helfer. Im November 2009 hatte das Presbyterium der Kirchengemeinde beschlossen, die Orgel reparieren zu lassen. Das Restaurierungskonzept wurde von Thomas Barthold (Bamberg)  vorgenommen. Die Ausschreibung für die Reparatur wurde von der Klausenburger Orgelbaufirma Orgues-Service gewonnen, die die Reparatur der Holz- und Metallpfeifen, die Reparatur der Balg- und Windanlage, den Neubau des Spieltisches, Reinigung, Stimmung der Pfeifen, Änderung der Registermechanik vorgenommen hat. Die Gesamtkosten haben 12.000 Euro betragen.  Orgelbauer Abert Jozsef hat seine Ausbildung in Frankreich erhalten, führt gegenwärtig Reparaturen landesweit durch, hat auch in Serbien eine solche vorgenommen. Gegenwärtig arbeitet er gemeinsam mit der Orgelbauwerkstatt von Honigberg an dem Abschluss der Arbeiten  einer Orgel in der reformierten Kirche von Klausenburg, die am 8. August 2015 eingeweiht werden soll.

In der anschließenden Pause trafen auf dem Innenhof der Kirchenburg die zahlreichen Gäste bei eigens in der Gemeinde angefertigten Fruchtsäften und Baumstriezel zusammen, konnten Eindrücke und Meinungen austauschen.
Dann traf man wieder in  dem Raum  der „neuen“ dreischiffigen Hallenkirche ein, die in den Jahren 1794 – 1797 an Stelle des ehemaligen Gotteshauses gebaut worden ist, um die im 15. - 16. Jahrhundert eine Burg mit mehreren Türmen errichtet worden war. Dabei wurde auch eine ältere Kapelle, die Wandmalereien enthält, eingebaut. Die erste urkundliche Erwähnung von Petersberg geht  auf das Jahr 1240 zurück, als Mons sancti Petri bezeichnet. Unter dem Namen Petersberg findet man die erste Aufzeichnung 1415. Im Westchor der Kirche steht der Altar der 1800 gebaut wurde. In dessen Zentrum steht Jesus Christus. Auch heute wird der Altar als Kunstwerk geschätzt.

Während des anschließenden Orgelkonzertes, geboten von Paul Cristian, wobei er die neuen Qualitäten des Instrumentes unter Beweis stellte, konnten die Anwesenden auch in Stille das Kircheninnere, den Altar und die Orgel auf der Ostempore bewundern, die in klassizistischem Stil gebaut wurde und in Weiß-  und Goldfarbe erstrahlt.  Organist Paul Cristian bot Auszüge aus Werken von Valentin Gräf Bakfark, Sweelinck, Bach, Pachelbel, Brahms, Croner. Für seine  Orgeldarbietungen erhielt er auch wohlverdienten Applaus.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die angereisten Gäste im Freien an der warmen Frühlingssonne erfreuen konnten, trafen diese zu dem Mittagsmahl im Gemeindesaal der Kirche ein. Die schön gedeckten Tische luden gastfreundlich  ein, wobei man sich an einem schmackhaften, traditionellen  sächsischen  Mittagsmahl auch bei Musik, die aus der Anlage erklang, erfreuen konnte. Dafür sprach seinen Dank nochmals Pfarrer Peter Klein an alle Helfer aus.

Den Gruß der Petersberger Heimatortsgemeinschaft in Deutschland überbrachte in dem Festsaal deren  Erster Vorsitzender Manfred Binder und dankte allen, die sich für die Restaurierung der Orgel eingesetzt haben und das Projekt zum guten Abschluss gebracht haben, sodass auch einige Unwahrheiten, die in Umlauf gekommen waren, widerlegt wurden. „Eine Kirchengemeinde ohne Orgel ist tot“, betonte er und wünschte den Petersbergern Kraft, weitere Projekte zu vollenden.

Es war ein schönes, besinnliches und gelungenes Fest, wie man in Petersberg es schon von anderen Gemeindefesten  gewohnt ist. Dieses vor allem Dank des Pfarrehepaares Dr. Peter und Elke Klein, den Presbytern, der gesamten Kirchengemeinde.

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