Mehr Reisende, mehr Migranten, weniger Straftäter

Jahresbilanz des Temeswarer Grenzschutzamtes

Mittwoch, 22. Februar 2017

2016 sind etwa 80.000 Bürger und 70.000 Wagen mehr als im Jahr zuvor durch die Grenzübergänge im Aufsichtsbereich des Territoralinspektorates für Grenzschutz Temeswar gereist.
Archivfoto: Zoltán Pázmány

12,5 Kilogramm Cannabis versuchten zwei Bürger aus Serbien nach Rumänien zu schaffen. Die Grenzpolizisten bei Morawitza konnten sie mit ihren Nachtsichtgläsern erkennen, als sie mit ihren Drogen, die Grenze illegal überschritten

Dies eine Szene aus der Bilanz des Temeswarer Inspektorates der Grenzpolizei, zuständig für die Verwaltungskreise Temesch, Karasch-Severin und Mehedinti. Bei der Bilanzsitzung ging Polizei-Quästor Dr. Nicolaie Iancu auf das Gesamtjahr 2016 ein. Anwesend war u.a. auch der Hauptquästor Haralambie Dumitru, Stellvertreter des Leiters der rumänischen Grenzpolizei. Außer Drogenschmuggel war die Zahl der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Vergleich zu 2015 in nahezu allen  Bereichen rückläufig. Allein die Zahl illegaler Migranten hat letztes Jahr zugenommen und ist um etwa das Vierfache gestiegen.

2016 wurden entlang der insgesamt 625 Kilometer langen Grenze zu drei Staaten – Ungarn, Serbien, Bulgarien - die sich im Kompetenzbereich des Temeswarer Territorialen Inspektorates für Grenzschutz befinden, 3.256 illegale Handlungen verübt (2015 waren es noch 4318), weniger als ein Drittel waren Straftaten, der Rest Ordnungswidrigkeiten. Zahlenmäßig waren die meisten Vergehen jene im Bereich illegaler Migration. So versuchten mehr als 600 Personen illegal die rumänische Staatsgrenze zu überschreiten. Dabei wurden auch 30 Schleuser festgenommen. Nahezu 1000 Personen wurde die Einreise nach Rumänien verwehrt, da sie die Einreisebedingungen nicht erfüllten. Erheblich zurückgegangen ist in diesem Jahr die Zahl der aufgedeckten Fälle von Zigarettenschmuggel. Ist die Zahl der Straftaten grundsätzlich zurückgegangen, oder waren die Grenzschützer nachlässiger? Auf Nachfrage der Banater Zeitung sagte die Sprecherin der Temeswarer Grenzschutzpolizei, Roxana Costache: „Dieser Rückgang ist auf die kontinuierliche Arbeit der Grenzpolizisten zurückzuführen, was eine abschreckende Wirkung auf viele potenzielle Straftäter hatte“.

Bei den 114 Fällen zur illegalen Einführung von Zigaretten wurden 158.000 Schachteln Zigaretten gefunden, mit einem Marktwert von 1,9 Mio Lei. Ein Jahr zuvor waren es noch 350.000 Schachteln in Wert von 4,1 Mio Lei. Zu den Schmuggelwaren des vergangenen Jahres, galten auch 450 Liter Alkohol – 2015 waren es noch 1780 Liter - 46 Kilogramm Tabak, 5.600 Filter für Zigaretten. Dazu Kleidung, Kosmetikartikel und Feuerwerkskörper. Eine kuriose Situation ereignete sich beim internationalen Schmuggel von Autos. Ganz genau so wie im Jahr zuvor wurden die Autos in Italien, Serbien, Bulgarien, Frankreich, Belgien, Dänemark und der Slowakei gestohlen. Ebenso, saßen am Steuer auch 2016 Rumänen, Serben und Italiener. Einziger Unterschied: Die Zahl der erkannten illegal beförderten Autos ist im Jahresvergleich von 31 auf 19 zurückgegangen.

Im Jahr 2016 haben die Grenzpolizisten aus den Kreisen Temesch, Karasch-Severin und Mehedin]i an 55 Gemeinschaftsaktionen der Europäischen Agentur für Grenzschutz, Frontex, in zwölf Ländern Europas teilgenommen. Trotz Rückgang der registrierten Straftaten wurden im vergangenen Jahr nur 128 Grenzpolizisten auf diverse Art belohnt, gegen 44 wurden Disziplinarverfahren eingeleitet. 2015 gab es noch Belohnungen für 201 Beamte und Sanktionen für nur fünf Grenzschützer.

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