Meister der rumänischen Malerei

61 Gemälde aus der Sammlung des Brukenthal-Museums

Freitag, 09. August 2013

Nicolae Grigorescu: Jude aus Galizien, Öl, Brukenthal Museum

Arpad Bartha und Dr. Iulia Mesea bei der Vernissage der Ausstellung
Foto: Hans Butmaloiu

Die in den Sälen des Kunstmuseums Kronstadt eröffnete Ausstellun, mit 61 Werken rumänischer Meister aus dem Bestand des Brukenthal-Museums in Hermannstadt ist ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen den beiden Museen im Rahmen eines 2013 eingeleiteten Projektes.

Die einheitliche Zusammenstellung besteht aus repräsentativen Werken für eine Zeitspanne, welche sich von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die Zwischenkriegszeit erstreckt. Die Gemälde gehören zu dem über 1800 Werke umfassenden Bestand des Hermannstädter Museums, ein Bestand dessen Grundlage die Privatsammlung des Barons Samuel von Brukenthal bildet. Auf eine ganz bestimmte Komponente dieser Privatsammlung wies Dr. Iulia Mesea, Kuratorin des Brukenthal-Museums, in ihrer Eröffnungsansprache hin: Samuel von Brukenthal hatte selbst schon damit begonnen einige Maler des näheren Umfeldes zu fördern und ihre Arbeiten in seine Sammlung aufgenommen, welche ab 1790 öffentlich zugänglich wurde.

Durch spätere Ankäufe oder Schenkungen erweitert, bietet nun diese Sammlung, die Möglichkeit, thematische Ausstellungen zu bilden. Ein erster Abschnitt der bis zum 22. September geöffneten Ausstellung, ist rumänischen Künstlern gewidmet, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tätig waren. Der wohl bekannteste unter ihnen bleibt Mişu Popp. Das in der Zeit bevorzugten Genre des Porträts und Selbstportraits ist vor allem durch ein Bauernbildnis von Octavian Smigelschi gut illustriert.

Durch Theodor Aman ist neben dem Porträt- auch die Landschaftsmalerei vertreten aber auch ein Stillleben mit Kirschen im rein klassizistischen Stil. Die ausgestellte Landschaft verbindet vortrefflich die Romantik mit Elementen des Impressionismus.   

Von den für diese Ausstellung ausgewählten Arbeiten des wohl bekanntesten rumänischen Malers, damit ist Nicolae Grigorescu gemeint, heben sich wiederum die Porträts ab, insbesondere diejenigen, die er während seiner Reisen durch Europa machte. 1864 fand er mehrere Modelle in Galizien und dabei entstand das Porträt eines Juden.

Um dieses Bild sammelten sich übrigens auch die meisten Besucher, die der Eröffnung der Ausstellung beiwohnten, um es aus der Nähe zu betrachten. Die Avantgardisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts bilden eine zweite Gruppe der Ausstellung, mit bekannten Namen wie Hans Mattis Teutsch, Max H. Maxy, Elena Popea u. a. m. Diese stellten übrigens 2007 das Thema einer Sonderausstellung dar, welche 2008 – 2010 in Lissabon und Rom gesehen werden konnte.

Den dritten Teil der Ausstellung bilden die Maler der Zwischenkriegszeit, vertreten durch George Petraşcu, Theodor Pallady, Nicolae Dărăscu, Ion Theodorescu Sion, Francisc Şirato, Nicolae Tonitza u. a., denen von Kunstkritikern die Sammelbezeichnung des „moderaten Modernismus“ zuteil wurde. Jenseits stilistischer oder kompositioneller Betrachtungen zeichnen sich diese Gemälde durch noch eine Besonderheit aus, nämlich das gesucht und gezielt eingefangene Licht, vor allem das des Südens mit seiner die Farben leicht bleichenden Stärke.
Und da zu solchen Anlässen die Würze meistens in einer von den Veranstaltern gemachten Überraschung liegt, gibt es in der Saalmitte solch eine: ein Werk welches gar nicht anders ausgestellt werden konnte - Theodorescu Sions Gemälde „Landschaft bei Balcic“. Im Fachlabor des Brukenthal-Museums restauriert, wurde auch die Rückseite der Leinwand bearbeitet, auf welcher sich ein Zweitversuch der selben Ansicht wie auf der Vorderseite befindet, aus einem nur wenig versetzten Blickwinkel. 

Da eine Beschreibung aller ausgestellten Gemälde nicht möglich ist, bleibt nur der Einladung der Veranstalter Folge zu leisten, denn mit Sicherheit wird jeder Besucher auch noch andere Werke entdecken,  die ihn direkt ansprechen.

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