Menschen wurden geformt

Das Brukenthalgymnasium verabschiedet die 111 Absolventen der 12. Klassen

Samstag, 01. Juni 2013

Der symbolische Schulschlüssel ging an die Elftklässler über. Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt - „School´s out forever“. Mit dieser Zeile aus dem Lied des US-amerikanischen Sängers Alice Cooper begann Ioana Haţegan ihre Abschlussrede bei der diesjährigen Verabschiedung der Zwölftklässler im Brukenthalgymnasium. Eine „Generation Facebook“, die besonders anfällig für verschiedene Krankheiten sei, verlässt die Mauern der 633 Jahre alten Ausbildungsstätte in Richtung Erwachsenenleben, unterstrich Bogdan Capră, ein weiterer Klassensprecher.

Das Brukenthalgymnasium verabschiedete am Freitagmorgen 111 Schülerinnen und Schüler. Für manche stellt der Abschluss der 12. Klasse eine Erleichterung dar, die Anderen blicken mit einem Gemisch aus Neugierde und Angst auf das unerforschte Terrain des eigenständigen Lebens. Auch der Rückblick auf die vier oder gar acht Jahre im Bruk ist mit gemischten Gefühlen verbunden und wegen der verräterischen Tränen etwas trüb. Das gegenseitige Danken und Trösten war auch deswegen das Hauptthema der Veranstaltung.

Von einem „gelungenen Experiment“ sprach die Klassenlehrerin der 12. D-Klasse, Lucia Grosu. Nach vier Jahren „Forschung“, nach einem unendlichen „Kampf“ zwischen homo sapiens profesoris und homo sapiens absolventus entstand eine neue, eine einzigartige Spezies, die nun die Schule verlassen muss, sagte sie. Auch wenn manche Leistungen der Schüler, wie zum Beispiel das schnelle Tippen auf dem Handy oder das „frühe Aufstehen, verbunden mit dem Erscheinen in der Klasse mit der geringsten Verspätung“, von den Lehrkräften nicht so positiv bewertet wurden, gelang es den Letzteren, Menschen zu formen. Ein Geleitwort für die weitere Generation der Absolventen fand auch Schulleiter Gerold Hermann: „Klettert nicht auf einen Berg, um dort eure Fahne zu hissen, sondern um die Luft und die Aussicht zu genießen“.

Bevor das Gaudeamus-Lied erklang, zog sich eine schier unendliche Reihe von Absolventen zum Lehrertisch, um ihre Diplome abzuholen. Über ein Drittel der 111 „Sieger“ (so Direktor Hermann) schloss das letzte Schuljahr mit einer Durchschnittsnote über 9,50 ab. Das Ehrendiplom sowie den ersten Preis seitens der Geiger GmbH Rumänien bekam Ioana Haţegan, die in den vier Lyzeumsjahren mit einer Durchschnittsnote von 9,96 glänzte. Sie erinnerte ihre Kollegen daran, dass der Schulabschluss zwar die Freiheit bedeutet, diese jedoch mit Verantwortung verbunden ist. Die nächste Hürde, die den Eleven bevorsteht, ist die Maturaprüfung.

Kommentare zu diesem Artikel

Bobo, 07.06 2013, 21:21
Ich weiß wirklich nicht woher Sie den Schluss gezogen haben, dass wir nicht schlauer als die vorherigen Generationen sein können und mit allem Respekt, ich finde Ihren Kommentar ganz unnötig. :)

Hut ab für eine tolle Generation und eine erstklassige Schule !
Robert, 02.06 2013, 00:42
mehr als ein Drittel der Absolventen hat nen Durchschnitt von über 9,50. :) es kann doch echt nicht sein, dass die Schüler von heute entschieden schlauere Kerle sind als die Schüler von vor 5, 10, 20 oder mehr Jahren. Die Noten werden immer höher, aber die Intelligenz der Masse hat dann doch wohl eine Grenze. Schwache Geister und Unfähige unter den Schülern hats am Bruk immer gegeben und wird es auch weiterhin geben - gottseidank, sonst würden alle komplett die Bodenhaftung verlieren. Und wenn das Bruk aus genau diesen schwachen Geistern und Unfähigen unter den Schülern das positive Gegenteil erzeugen würde (was oft genug nicht gelingt), dann wäre es wirklich gerechtfertigt zu sagen, "wir am Bruk, wir sind doch was Besonderes". Andernfalls lieber etwas leiser treten.

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