Migrationsproblematik im Blickpunkt

In Konstanza Ausstellung und Filmvorführungen über 50 Jahre türkische Gastarbeit in Österreich

Samstag, 20. Juni 2015

Über ein halbes Jahrhundert ist es nun her, dass mit dem Zustandekommen des Raab-Olah-Abkommens die ersten Gastarbeiter aus der Türkei nach Österreich kamen. Während eine dauerhafte Niederlassung damals weder seitens des Staates noch der Menschen geplant war, wächst heute bereits die vierte Generation in Österreich auf.
Mit einer Aufarbeitung dieser Entwicklung setzt sich aktuell die Wanderausstellung „Avusturya! Österreich! Austria! 50 Jahre türkische Gastarbeit in Österreich“ auseinander, die noch bis 30. Juni  bei freiem Eintritt in der Kreisbibliothek in Konstanza/Constanţa zu sehen ist.

Die Schau stellt eine migrationsgeschichtliche Rekonstruktion dar und gewährt darüber hinaus Einblicke in individuelle Migrationsbiografien sogenannter türkischer/kurdischer Gastarbeiter, die durch die Präsentation persönlicher Porträts die vielfältigen Lebenswirklichkeiten der ersten Generation an die Besucher herantragen. Dabei sensibilisieren Fotos und Dokumente sowie subjektive Schilderungen, die aus über 30 Interviews gewonnen wurden, mitunter für die Diskrepanz zwischen erhoffter Erwartung und oftmals harter Realität, die mit diversen Hürden in der „neuen Heimat“ verbunden war.
Die Vernissage zur Ausstellung fand am 9. Juni um 18:30 Uhr in der Kreisbibliothek Konstanza (Biblioteca Judeteana „Ioan N. Roman“) statt und wurde mit drei Filmvorführungen abgerundet, die neben einem Migrations- und Wien-Bezug die authentische und schonungslose Darstellung von individuellen Lebens- und Gefühlswelten gemeinsam haben: „Deine Schönheit ist nichts wert“ von Hüseyin Tabak sowie „Kuma“ und „Risse im Beton“, von Umut Dag.

Unter den Anwesenden waren Elisabeth Marinkovic, Kulturattachée der österreichischen Botschaft in Bukarest, Corina Apostoleanu, Direktorin der Bibliothek, Projektleiter Ali Özba vom Verein Jukus Graz (Verein zur Förderung von Jugend, Kultur und Sport), Maria Elena Muscan von der „Ovidius“-Universität in Konstanza, Aidân Kurt-Mola, Berater im Departement für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens, Studierende und Dozentinnen des Fachbereichs Deutsch an der „Ovidius“-Universität sowie Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer mit Schülerinnen und Schülern.
Die Ausstellung wird vom Verein Jukus Graz in Zusammenarbeit mit der Kreisbibliothek Konstanza durchgeführt und wurde unter Mithilfe von Cityplex Constanta sowie dem Kulturforum Österreich organisiert. Weitere Informationen auf den Internetseiten http://www.biblioteca.ct.ro/ und http://www.jukus.at/avusturya/ http://www.biblioteca. ct.ro/.
 
Martina Kritinar (Universität Wien)

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 23.06 2015, 16:01
Tourist deine Nationalsozialistische Gesinnung brauchst du nicht mit falschen Fakten hier demonstrieren. Am 30.10.1961 unterzeichnete die BRD im Konsulat der Türkei das Deutsch-Türkische Einwanderungsabkommen. Übrigens auf Druck der Amerikaner. Im Zuge dieses Abkommens kamen zwischen 1961 und 1973 600000 Türken nach Deutschland und halfen diesen Staat mit aufzubauen. Als Maurer, Metallarbeiter, Bergleute...Das waren jedenfalls für Deutschland nicht ein paar Hansel wie du es formulierst. . Durch Familienzusammenführung sind aus diesen 600000 Fremdarbeitern etwa 2,5 Millionen Deutsche bzw Europäische Staatsbürger geworden. Und diese deutschen / europäischen Staatsbürger tragen sehr zum Wohlstand in der BRD bei. Wenn dir die Tschetschenen, Afghanen, Bosnier, Türken, Araber, Somalier, Nigerianer, Sudanesen, Syrer, Iraker, Albaner, etc. nicht passen wandere doch bitte aus. Auf gut österreichisch und bairisch. Schleich di. In Österreich ist das ein wenig anders weil Österreich viele Fremdarbeiter aus dem Balkan aufgenommen hat. Das hat aber historische Gründe. Und deine Nazi-Fremdenhetzerei kannst dir sparen. Ich glaub du bist nämlich auch kein gebürtiger Mitteleuropäer, denn die Zuwanderer aus Rumänien gehören zu den größten Nazis in Deutschland bzw. Österreich
Tourist, 21.06 2015, 01:58
die paar Hansel die damals gekommen sind, war vernachlässigbar. So richtig hat die Masseneinwanderung erst in den 1990er Jahren angefangt. Davor waren Ayatolla-kritische Perser, Pinochet-kritische Chilenen und Griechen, die nicht mehr länger unter der damaligen Militärdiktatur leben wollten die große Mehrheit. Dazu noch ein paar Jugoslawen, Tschechen und Ungarn. Die außereuropäische nichtchrichtliche Einwanderung -und das ist heute das große Problem - hat erst in den 1990er Jahren so richtig begonnen: Tschetschenen, Afghanen, Bosnier, Türken, Araber, Somalier, Nigerianer, Sudanesen, Syrer, Iraker, Albaner, etc. Die stehen täglich im Chronik-Teil der Zeitungen.

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