Militärische Traditionen für kulturelle Vielfalt

Festival der historischen Nachstellung am Kronstädter Marktplatz

Samstag, 09. Dezember 2017

Im Vorjahr fand die zweite Auflage des Festivals statt. Im Bild: in historischen Militäruniformen begeben sich die Teilnehmer über den Honterushof zum Soldatenfriedhof am Fuß der Zinne.
Foto: Ralf Sudrigian

Kronstadt – Im November 2018 wird ein Jahrhundert seit dem Abkommen zum Waffenstillstand gefeiert – ein Ereignis, das auch den Abschluss der Kriegshandlungen im ersten Weltkrieg bedeutet. Am Marktplatz in Kronstadt/Braşov soll an dieses Ereignis durch die dritte Auflage des Festivals der historischen Nachstellung erinnert werden. Ihre Teilnahme bereits zugesagt haben Vereine aus Rumänien, Frankreich, England, Deutschland, Österreich, Bulgarien und Tschechien.

Finanziert wird das Festival mit 74.800 Lei aus Mitteln der Verwaltung des Nationalen Kulturfonds (AFNC). Das Geschichtsmuseum des Kreises Kronstadt konnte als Veranstalter einen Antrag vorweisen, der mit 92,67 von 100 möglichen Punkten bewertet wurde und der somit mit landesweit weiteren 35 Projektanträgen von insgesamt 177, als einzige Veranstaltung im Kreis Kronstadt, eine Finanzierung in der Kategorie „Festival mit Wiederholungscharakter“ erhielt.

Der Direktor des Kronstädter Geschichtsmuseums Nicolae Pepene wies darauf hin, dass durch das Festival die Geschichte in einer attraktiven und interaktiven Darstellung den Kronstädtern und den Touristen näher gebracht werden soll: „Obwohl auf militärische Traditionen zurückgegriffen wird, will dieses Festival die kulturelle Vielfalt und die Toleranz zwischen den einstigen historischen Gegnern fördern. Vorgestellt werden auch die Folgen dieses Großen Krieges für die Völker Europas; die grundlegenden Änderungen im kollektiven Bewusstsein mit nachhaltigen Auswirkungen für die Gesellschaft; das Auftauchen zweier krimineller Ideologien – desNationalsozialismus und des Kommunismus – mit ihren grausamen Folgen“.

Kommentare zu diesem Artikel

Hermannstädter, 10.12 2017, 04:37
Also in unserem Raum war der Erste Weltkrieg keineswegs im November 1918 vorbei. Danach kamen Kämpfe im Banat und Siebenbürgen, der Einmarsch der Franzosen und Briten. Bessarabien wurde in den ukrainischen Bürgerkrieg reingezogen, in Ungarn folgte die kommunistische Revolution unter Béla Kun und die Kämpfe zwischen Roten und Weißen dort. Danach intervenierte Rumänien und die neu gegründete Tschechoslowakei und aus dem Bürgerkrieg wurde ein Krieg zwischen Staaten, der bekanntlich in der Besetzung Budapests durch rumänische Truppen mündete. Diese Kämpfe endeten erst im August 1919, wobei das noch nicht Frieden bedeutete. Die rumänische Armee verließ Budapest erst im November 1919 und das heutige Restungarn im Ende März 1920.

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