Mit guten Ansätzen alleine, erreicht man leider viel zu wenig

Der europäische Weg Kronstadts zur Smart City

Donnerstag, 14. Mai 2015

Der Weg von dem Redoute-Saal bis auf den Marktplatz, wo schon seit Freitag die Stände von Vertretern europäischer und nichteuropäischer Länder geöffnet waren, wurde im Rhythmus des Radetzky Marsches mit wehenden Fahnen der EU-Staaten zurückgelegt.

Ein Grußwort an die Besucher der Veranstaltung auf dem Marktplatz, anlässlich des Tages der Multikulturalität, richtete Judith Urban, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien. Daneben, Stadtrat Christian Macedonschi.

Unter den blauen EU-Fahnen erklang am Marktplatz die Europahymne...

… ein Ständchen brachte Frau Professorin Claudia Miritescu mit dem Kinderchor des Johannes Honterus Lyzeums

...während an den Ständen rundum von nordamerikanischen Traumfängern bis zu Strickereien und Lederwaren angeboten wurden.

Stadtrat Christian Macedonschi, Georg-Friedrich Koppen, Volkmar Klaus Pamer und Sandor Semsei stellten sich lachend an der jetzigen „Stadtgrenze“ in Pose, …

… bevor sie das Einkaufs- und Freizeitzentrum Coresi mit Blaskapelle durchquerten...

… um diesmal auf der Bühne, neben den Musikern, Aufstellung zu nehmen.
Fotos: Hans Butmaloiu

Gründlich vorbereitet, gut zusammengestellt und mit Referenten deren Visitenkarte schon Anlass genug war, sich für einige Stunden in den Redoute-Saal zu begeben, lud am Samstag, dem 9. Mai, der Stadtrat des Lokalforums Kronstadt, Christian Macedonschi, zu einer Veranstaltung zum Thema des Untertitels ein die unter der Schirmherrschaft des Institutes der Europäischen Regionen stattgefunden hat. In Anwesenheit von Judith Urban, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, und  von Andreas Huber, Konsul der Republik Österreich in Rumänien wurde die Mitteilungsreihe von Christian Macedonschi nach den Grußworten der beiden Ehrengäste eröffnet.

Da eine eindeutige Definition des englischen Begriffes „Smart Cities“ in Deutsch nicht existiert, beließ Stadtrat Macedonschi auch den Namen des neu gegründeten Vereins „Smart City Kronstadt“ in der englischen Form, trug aber mehrere Auslegungen des Begriff vor.

Der Übergang zu den Referaten machte Cătălin Frângulea, von dem Verein der Metropolitanregion Kronstadt, der einige der schon gemachten Vorschläge für vernünftige (clevere) Energieverwaltung näher erläuterte.

Thomas Şindilariu, Vorsitzender des Ortsforums Kronstadt, ging in seinem Vortrag auf die historischen Zentren von Kronstadt und deren Wichtigkeit für die Stadtplanung ein. Für die Mehrheit der Anwesenden Zuhörer war es ein absolutes Novum, zu erfahren das die (heute) evangelische Kirche in Bartholomä, sich einst im Mittelpunkt einer Siedlung befand, was auch in der folgenden Pause von sehr vielen eifrig kommentiert wurde. Thomas [indilariu  stellte auch eine durchaus interessante Idee vor,  dass nämlich die von Kronstadt nach Fogarasch und Hermannstadt führenden Gleise in den Untergrund verlegt werden sollen.

Ähnlichkeit mit diesem Vortrag hatte der folgende, von Dipl.-Ing. Volkmar Pamer, Magistrat der Stadt Wien: Stadtrand war gestern – Der Smart City Gedanke an Hand von Projekten im Süden Wiens. Daraus war die sehr ernste Botschaft zu entnehmen, dass eine überlegte Stadtplanung nichts kurzfristiges ist, und, so wie im Falle Wiens, manche Ergebnisse sich nach vielen Jahrzehnten zeigen/bewähren. Als bestes Beispiel dürfte da die Anlage und Instandhaltung von Grünflächen in Österreichs Hauptstadt sein, welche heute deren „grünen Gürtel“ bilden. Und dass Erfolge auf diesem Gebiet nicht ein Vorwandsind sich zurückzulehnen, ging aus der Kurzbeschreibung hervor der für den Süden von Wien vorgeschlagenen Lösungen der Sanierung von Industrieanlagen mit historischem Wert oder der Beibehaltung des eigenen Charakters von Stadtvierteln durch umfassende Gartenanlagen oder durch Terrassierung.

Lorand Ranotti, stellte das für Kronstadt so gut wie fertig gestellte Beleuchtungssystem vor, welches schon in einigen Stadtteilen das Steuern der Lichtstärke je nach Dämmerungsgrad in Abend-/Morgenstunden ermöglicht, aber auch das zukünftige Ladenetz für E-Autos und E-Fahrräder.

Georg-Friedrich Koppen, Leiter des Referats für Stadtplanung, Abteilung Mobilität, der Stadt München, referierte über das Verkehrsnetz der Hauptstadt des Freistaates Bayern: U-Bahn, S-Bahn, Autobahnen, Schnellstraßen und Straßen oder Fußgängerzonen. Besonders das stetig erweiterte Alternativkonzept des Verzichtes auf den Einsatz von Privatwagen zugunsten von öffentlichen Verkehrsmitteln oder durch von der  Stadt gestellte und verwaltete Fahrzeuge. Bemerkenswert ist die Leistung von München, bei einem erheblichen Bevölkerungszuwachs durch intelligente Maßnahmen und Angebote einen konstanten Rückgang der Privatwagen vorweisen zu können.

Es folgte eine Vorstellung der Herausforderung, welche sich durch die Umstellung auf „grüne Arbeitsplätze“ ergibt, durch den Leiter der Agentur für Energieverwaltung und Umweltschutz Bukarest, sowie eine völlig unterschiedliche Herangehensweise an das „Smart-City“ Konzept, vorgestellt von Sandor Semsei, Managing Director von Chrome Kreativ/Budapest.     

In seinem Beitrag ging Sandor Semsei auf die Details ein, welche  eine Stadt oder Region zum Reise- oder Urlaubsziel machen, wie ein „smartes“ Konzept über Internetbooking laufen soll, und was die Grenzen sind, die eine Stadt z.B. dem Massentourismus setzen muss.

Nicht bedauerlich, sondern geradezu ärgerlich war es, dass gerade die Verantwortlichen Kronstadts, welche sonst bei jeder Gelegenheit, oft auch ungefragt, große Pläne über Passagen, Projekte und Vorhaben verkünden, der Veranstaltung fern blieben. Für einige von ihnen wäre es schon fast eine Dienstobliegenheit gewesen, andere, die sich bloß in verschiedene Gremien wählen lassen eine Anstandspflicht. Viele von ihnen werden bald erneut um die Stimmen der Kronstädter betteln, doch könnten sie eine Überraschung erleben, wenn sich viele – zumindest diejenigen, welche der Mitteilungsreihe beiwohnten – ,die Namen der Kandidaten in Zukunft etwas genauer  ansehen werden.

Kommentare zu diesem Artikel

dan, 16.05 2015, 12:13
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß auch in Kronstadt die Stadtoberen nicht über Parteigrenzen PSD-PNL -Forum hinwegdenken und -handeln können.
Und daß die meisten Veranstaltungen, wo Politiker teilnehmen, nur dazu dienen, für diese Politiker Werbung zu machen.

Auch in Kronstadt scheint es keine politische Kultur zu geben, im Rahmen deren die Politiker der Parteien zum Wohle ihre Wähler, und nicht ihres eigenes Wohls/Tasche denken und handeln.

Eine hehre Aufgabe für Präsident Johannis.... die politische Kultur von einer von Korruption geprägten Kultur weg zu einer Kultur des umgesetzten und vorbildlichen Patriotismus zum Wohl aller Bürger hin zu beeinflussen.
Es ist ihm zu Wünschen, daß er sich gegen die Barone á la Ponta durchsetzt, und diese endlich aus der Politik entfernt werden, die bisher seit 1990 fast nur zum Schaden des Volkes und des Landes gearbeitet hat.

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