Mit Joachim Gauck über Demokratie und Freiheit

Stipendiaten deutscher Stiftungen im Gespräch mit dem Bundespräsidenten

Dienstag, 03. Februar 2015

Bundespräsident Joachim Gauck bei der lebhaften Podiumsdiskussion „Demokratie und Freiheit“ mit Stipendiaten der Stiftungen großer Parteien. Die Stipendiaten engagieren sich zusätzlich zu ihrem Studium ehrenamtlich insbesondere für die schnelle Integration von Immigranten.
Foto: der Verfasser

Vergangenen Donnerstagabend fand in der bekannten Berliner Event-Location „Radialsystem V“ an der Spree die Veranstaltung „Demokratie und Freiheit“ statt. Eingeladen dazu hatten die Stiftungen großer Parteien. Auf dem Podium diskutierten mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck jedoch nicht die Leiter dieser auch im Ausland aktiven Institutionen, sondern fünf junge Leute der Nachwende-Generation. Die Politprominenz saß ihnen quasi zu Füßen, nämlich als Gäste in der ersten Reihe des etwa 300 Sitzplätze fassenden Hauptsaals vom „Radialsystem V“. Als Repräsentanten der Stiftungen in der Podiumsrunde agierten souverän die Stipendiaten Luisa Meisel von der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Halb-Ägypter Sherief El-Helaifi von der Heinrich Böll-Stiftung, Vanessa Katherina Findling von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit  sowie Heba Ahmed von der Friedrich-Ebert-Stiftung und Michael J. Wagner von der Hanns-Seidel-Stiftung.

Kommunikation als Dreh- und Angelpunkt

Dieses Event zielte auf die Würdigung der Rolle der politischen Bildung bei der weltweiten Entwicklung und Sicherung von Freiheit und Demokratie. In der lebhaften Diskussionsrunde ging es um die Frage „Wie selbstverständlich sind Demokratie und Freiheit“. Nicht zuletzt war dieses Event auch eine Würdigung der politischen Leistungen des Bundespräsidenten Joachim Gauck anlässlich seines 75. Geburtstages am 24. Januar. Grundtenor aller Diskutanten: Kommunikation zwischen Politik und Bürgern ist die Basis, der Dreh- und Angelpunkt von Demokratie und Freiheit, die nicht einfach so vom Himmel fallen, vielmehr tagtäglich errungen und verteidigt werden müssen.

Mit dabei Angela Merkel und Kurt Biedenkopf

Super pünktlich kam die Kanzlerin mit Blaulicht zum imposanten Mehrzweckgebäude „Radialsystem“ angebraust – und mit ihr alles, was in der deutschen Politik Rang und Namen hat. Zu den prominenten Gästen zählten auch der ehemalige Ministerpräsident (1990 – 2002) des Freistaats Sachsen, Kurt Biedenkopf (CDU). Nach dem Fototermin der Kanzlerin und ihrer Begleitung begrüßte Kurt Beck, Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, die Gäste. Anschließend würdigte der israelische Publizist und Schriftsteller David Grossmann in seinem Festvortrag den Bundespräsidenten als „a mentsch“. Auf Jiddisch bedeutet das: „Einer, auf den Du Dich in jeder Situation verlassen kannst“, verdeutlichte der Festredner. Freiheit hänge ihrem Wesen nach mit der Hoffnung zusammen. Hoffnung sei wie ein Anker, den man aus einer verzweifelten, unterdrückten Existenz in eine Wirklichkeit, in eine Zukunft auswerfe, die noch gar nicht existiere und primär aus den Herzenswünschen von Menschen bestehe.

Hoffnung auf Freiheit. Mit dieser Beschreibung von Hoffnung auf Freiheit beleuchtete der israelische Schriftsteller offensichtlich die vieljährige Zeit Joachim Gaucks als Pfarrer in Rostock zur DDR-Ära, wo er sich unfrei fühlenden Menschen die Hoffnung auf Freiheit machte sowie sich in der kirchlichen und politischen öffentlichen Protestbewegung in Mecklenburg engagierte. Die Hoffnung als starker Magnet zur Verwirklichung der Freiheit unterdrückter Menschen, deren Mut zu Massenprotesten 1989 in Deutschland und in Rumänien sowie weiteren Ländern schließlich die Freiheit brachte. Bundespräsident Joachim Gauck betonte als Fazit der Podiumsdiskussion, dass er sich mit den jungen Leuten, die sich zusätzlich zu ihrem Studium insbesondere für die zügige Integration von Immigranten engagieren, wie in einer Familie fühle. Ein wohl größeres Geburtstagsgeschenk konnten die Stipendiaten dem Bundespräsidenten nicht machen. Der Applaus der Gäste galt allen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 07.02 2015, 20:52
Gauck hat Victor Ponta zugejubelt und auch Petro Proschenko. Wie soll man den noch ernst nehmen. Der leidet an einer Wahrnehmungsstörung.

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