Mitgewirkt und mitgefeiert

Gemeindefest der Honterusgemeinde zum Thema Zeitbewusstsein

Dienstag, 09. September 2014

Die Kinder erfahren, wie früher gewaschen wurde.

Erna Brandschott erklärt, wie ein Kohlebügeleisen gehandhabt wurde.

Arnulf Einschenk vor einer Hobelbank seiner Vorfahren.

Festteilnehmer tanzen gemeinsam mit der Zeidner Tanzgruppe.

Das Angebot an Baumstriezel und selbstgebackenem Kuchen war überaus reich.
Fotos: Ralf Sudrigian

Das diesjährige Gemeindefest der Kronstädter evangelischen Honterusgemeinde verband in gelungener Weise die herkömmlichen Seiten eines Gemeindefestes mit einigen neuen  überraschenden Programmpunkten. Am Sonntag gab es den festlichen Gottesdienst zum Gemeindefest in der mit Blümchen an den Kirchenbänken und bunten Blumensträußen am Altar geschmückten Blumenauer Kirche, gefolgt vom gemütlichen Beisammensein bei einem schmackhaften Mittagessen  sowie bei hausgemachten Kuchen, Baumstriezel und Hanklich sowie Kaffee, Bier, Wasser oder vor Ort frischgepresstem Apfelsaft. Nicht gefehlt haben sächsische Volkstänze, vorgeführt von der Zeidner sächsischen Volkstanzgruppe unter der großen Platane im Hof des benachbarten Altenheims. Die Kleinen, erfreuli-cherweise in großer Zahl vertreten, konnten auf dem Rasen spielen, basteln, zeichnen, sich sogar unter Aufsicht von Pfarrer Martin Meyer eine Portion Zuckerwatte selbst herstellen.

Hinzu kam die Initiative, in Anlehnung zum Motto des Festes „Meine Zeit steht in Deinen Händen“ (Psalm 31,16) an Tätigkeiten aus vergangenen Zeiten zu erinnern. Das passte gut zur Predigt von Stadtpfarrer Christian Plajer der ihrerseits unkonventionell ein Anspiel der Jugendgruppe in der Kirche vorangegangen war. Dabei ging es um Gedanken zur Frage „Was macht unsere Zeit so wertvoll?“ Geborgenheit und „erfüllte Zeit“ kommen nur vom himmlischen Vater, wie auch das Festmotto bekundete.

Im Hof des Altenheims gab es gleich drei Stationen, auf denen man erfahren oder im Falle der Senioren, sich erinnern konnte, wie vor zwei-drei Generationen noch gearbeitet wurde. Es gab auch praktische Demonstrationen zum Staunen der ganz Kleinen oder zum nostalgischen Zurückdenken der Großeltern. Arnulf Einschenk zeigte, wie man an einer Hobelbank arbeitete; die rüstige Anna Ilica vom Altenheim zusammen mit Brigitte Lintzmaier führten vor, wie die Wäsche geklopft, eingeseift und auf Wäschebrettern geschrubbt werden musste; Erna Brandschott griff zum Kohlebügeleisen und machte vor, wie mit beigemischter Stärke schön gebügelt wurde.

Die Kinder aber auch ihre Eltern konnten anschließend selbst ausprobieren, wie sich, in nicht gerade so weit zurückliegenden Zeiten, solche Hausarbeiten verrichten ließen. Beim Auftritt der Zeidner Tanzgruppe gab es später für jene, die es noch nicht konnten und nun lernen wollten, die Gelegenheit, die ersten Schritte des „Recklich Mäd“ einzustudieren, da die Zeidner alle Anwesenden, Jung und Alt, dazu aufgefordert hatten.

Manfred Copony hatte Hanklich nach Brenndorfer Rezept vorbereitet und mitgebracht; aus Wolkendorf kam der Baumstriezel. Wenn noch erwähnt wird, dass ein Teil der Jugendgruppe in der Kirche die Anwesenden mit Taizé-Liedern auf den Gottesdienst eingestimmt hatten, dass dieselben Jugendlichen beim Servieren des Mittagessens der Altenheimbelegschaft beisprangen, dass junge Gemeindeglieder auf Anhieb beim Grillen eine gute Arbeit leisteten, dass mit Sophie Plajer (Violine) und Martin Arvay (Minicello) wohl eines der jüngsten Kronstädter Instrumentalisten-Duos in der Blumenauer Kirche auftrat, so ist ersichtlich, wie vielfältig und interaktiv dieses Gemeindefest war, aber auch wie viele Gemeindeglieder und nicht nur sie zu dessen gutem Gelingen beigetragen haben.

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