Monographisches zu der Arankastadt

Erklärungswörterbuch über Großsanktnikolaus von Ioan Romoșan

Mittwoch, 30. August 2017

Der Temeswarer Arzt Ioan Romoșan, gebürtig aus  Großsanktnikolaus, Ehrenbürger der Arankastadt, vertieft aus Leidenschaft und Interesse weiterhin seine monographischen Studien über seine Heimatstadt: Nach einer Monographie der Stadt Großsanktnikolaus, 2000, beschäftigt er sich nun mit anderen Bereichen des Stadtlebens mit einem "Erklärungswörterbuch der Straßennamen und des Wortschatzes aus Sânnicolau Mare", ArtPress Timisoara 2017. Wohlgemerkt, der Autor geht strikt auf die rumänischen Benennungen ein. Würde er die komplexen Aspekte  des geschichtsgegebenen Völkergemisches der Banater Grenzstadt, des multikulturellen  Großsanktnikolaus oder Nagyszentmiklos angehen, wären wohl viele zusätzliche Parallelstudien erforderlich geworden. Der Autor erklärt in seinem Vorwort, warum er dieses 133 Seiten fassende Büchlein, ein nützliches und notwendiges Werk für alle Bewohner der Stadt und seine zahlreichen Besucher, herausgebracht hat. In seiner 40jährigen Berufstätigkeit als Arzt und Hochschullehrer hat er bei seinen Patienten, bei vielen Stadtbewohnern große Kenntnislücken betreffend Straßennamen, Mundart und den lokalen Wortschatz entdeckt.

Man muss dem Autor schon Recht geben, leider weisen derzeit viele Normalbürger weitere große Lücken in ihren Kenntnissen über Traditionen, Bräuche, Kultur und Lokalgeschichte aus. Im ersten Teil, der den Straßennamen gewidmet ist, finden wir leider mit dem Namen des Komponisten Bela Bartok (1881 hier geboren) nur einen einzigen Namen einer bedeutenden lokalen Persönlichkeit, dafür jedoch noch viele aus der kommunistischen Epoche geerbte Straßennamen u.a. Dej-Straße. Viel interessanter für die lokale Leserschaft erscheint da schon der Teil mit den lokalen Diminutiven: Sansu für Alexandru, Lie für Ilie, Milu für Emil, Ipu für Filip. Wohl noch beliebter sind die Bei- und Spitznamen : Belitu (Familienname Funariu), Blemblea (Familienname Sarafolean), Ceapa (Voichita), Domnu (ehemaliger Notar, Familienname Albu), Frumosu (Cotoșman), Paradais (Toconița). Ausführlich führt der Autor in alphabetischer Reihenfolge spezifische archaische Wörter aus dem städtischen Wortschatz an: In der Arankastadt benutzt man seit anna dazumal u.a. Worte wie aor (Gold), barem, baș, blego (slawisch, mindestens, genauso und ohne Initiative), bugfar (deutsch, Buch oder Heft), clisă (Speck), creițari (Kreuzer), crumpli (deutsch und ungarisch, Kartoffel), dunț, fruștuc (deutsch, Kompott bzw. Frühstück), gheșeft (jüdisch, Geldgeschäft), iancăl (Stoffrock). Firmen und Namen aus den Bereichen Handel, Handwerk, Industrie und Landwirtschaft vom Jahr 1929, ein Fotoalbum mit Fotos aus dem 19.-20. Jahrhundert und eine ausführliche Bibliographie ergänzen den Band.

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