Moderne Technologie zur Geruchsreduzierung vorgestellt

Bürger zu Continental-Reifen: In den naheliegenden Stadtteilen stinkt es immer noch

Mittwoch, 23. März 2016

Continental Reifen investierte in umweltfreundliche Technologien zur Reduzierung des Industriegeruchs.
Foto: Raluca Nelepcu

„Es stinkt”, sagen die Bewohner des Temeswarer Stadtteils Modern. „Es ist lediglich eine Geruchsbelastung”, heißt es bei Continental-Reifen Temeswar. Die Debatte läuft in Temeswar seit einigen Jahren, ab und zu kommen Bürger, die in der Nähe des Werks wohnen, zu kleinen Protesten zusammen. Allerdings war die Atmosphäre bei dem jüngsten Treffen zwischen Journalisten und Continental-Vertretern eine entspannte. Die Leitung des Continental-Reifenwerks lud die Medien ein, um ihre neueste Technologie zur Reduzierung der Geruchsbelastung im Umfeld der Fabrik vorzustellen.

Dass das Reifenwerk darum bestrebt ist, den Bürgern entgegenzukommen, ist nicht zu übersehen: Über 10,5 Millionen Euro wurden bisher in Technologien zur Reduzierung der Geruchsbelastung im Umfeld der Fabrik investiert, die Resultate seien im Moment sehr gut, betonte der Generaldirektor von Continental Reifen Temeswar, Sorin Samonid. „Die Messungen zeigen eine durchschnittliche Geruchsreduzierung von 80 Prozent“, sagte Samonid, was allerdings die Journalisten, die in der Gegend der Fabrik leben, nicht überzeugen konnte. „Sie behaupten, dass es nicht mehr so stark nach Reifengummi stinkt, aber ich habe überhaupt keine Verbesserung wahrgenommen. Gestern Abend habe ich erneut den stechenden Industriegeruch gespürt“, sagte der Journalist Àrpàd Làszlò.

Die Geruchsmessungen wurden von fünf Mitarbeitern der Braunschweiger Umwelt-Biotechnologie GmbH aus Deutschland durchgeführt, berichtete Nadia Ciuhat, verantwortlich für Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz bei Continental Reifen. Die Experten stellten sich in Entfernungen von bis zu fünf Kilometern zum Werk und... rochen. Das Fazit der „Geruchsexperten“ aus Deutschland: Nach Einführung der Filter zur Geruchsreduzierung stinkt es in einer geringeren Entfernung zum Reifenwerk. Auch eine Gesundheitsstudie führte Continental Reifen in den vergangenen drei Jahren durch. Infolge dieser Studie bestätigte auch das Gesundheitsamt, dass die Gesundheit der Bewohner aus den fabriknahen Stadtteilen nicht gefährdet wurde.  

Continental ist einer der weltweit größten Zulieferer der Automotive-Industrie und einer der bedeutendsten Reifenhersteller weltweit. In Temeswar ist der Konzern mit einer Reifenfabrik seit fast 15 Jahren zugegen. Die technische Lösung, die zur Geruchsreduzierung eingesetzt wird, ist das nicht-thermische Plasmaverfahren, die sogenannte kalte Oxidation mit aktivem Sauerstoff. Mit Hilfe des alternativen Stroms wird ein Plasmafeld erzeugt, das den Sauerstoff und das Wasser aus der Luft in Sauerstoffradikale zersetzt. Infolge des Kontakts mit der Luft aus dem Produktionsraum entstehen Oxidationsreaktionen, die die Geruchsmoleküle aus dem Vulkanisationsprozess neutralisieren. Für die Mischabteilung wird das Prinzip der regenerativen thermischen Oxidation angewandt, die die in der Luft aufgelösten organischen Substanzen neutralisiert. Darüber hinaus entwickelte das Reifenwerk auch ein Projekt zur Wiederverwertung des Restdampfs, der nun für die Heizung der Produktionshallen und der Büroräume genutzt wird.

In die Temeswarer Continental-Reifenfabrik wurden bisher über 400 Millionen Euro investiert und mehr als 165 Millionen Reifen lieferte das Werk seit dem ersten Produktionstag nach Europa. Das Reifenwerk beschäftigt zur Stunde mehr als 2.400 Mitarbeiter.

 

 

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