Modernisierungspläne der Armee stützen Industrie-Aktien, Energiewerte schwächeln erneut

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 08. August 2017

Der Handel an der Bukarester Wertpapierbörse nahm erneut Fahrt auf in der ersten Augustwoche. Nach dem eher verhaltenen Umsatz von 119 Millionen Lei in der Vorwoche, wurden in der vergangenen Handelswoche wieder über 180 Millionen Lei (umgerechnet 40,1 Millionen Euro). Schon der Start in die Woche war kraftvoll, dabei wurde der höchste Tagesumsatz erzielt: 57,3 Millionen Lei (12,6 Millionen Euro). Den Indizes half das jedoch wenig, die Woche begann mit leichten Kursverlusten. Am Tag darauf schloss der Markt im grünen Bereich, der Mittwoch brachte gemischte Gefühle mit sich, der Donnerstag besiegelte dann die Wochenperformance der Börse. Am Freitag schwächelte der Markt dann etwas.

Auf Wochensicht jedoch konnten die meisten Indizes Kursgewinne einfahren. Der Hauptindex BET legte 0,3 Prozent zu und bildete damit das Schlusslicht der sich positiv entwickelnden Indizes. Ein Plus von 0,5 Prozent gab es für den BETPlusIndex, der Finanzwerte-Index legte 0,6 Prozent zu. Mit 1,1 Prozent Wochengewinn stand der ROTX-Index an der Spitze der Hitliste dieser Woche. Nur der Energiewerte-Index BET-NG schloss die Woche mit einem Kursverlust von 0,6 Prozent ab.

Industrie-Aktien auf dem Vormarsch

Überraschend gut entwickelten sich in der vergangenen Woche vor allem die Industriewerte, darunter die beiden Zulieferer der Flugzeugbranche Aerostar (ARS, 3,96 Lei, ISIN ROAEROACNOR5) und IAR (IARV, 8,34 Lei, ISIN ROIARVACNOR1). Sie legten 14,5 beziehungsweise 19,5 Prozent zu. Noch höhere Wochenzuwächse erlebten die Elektro-Unternehmen Electrocontact (ECT, 0,0194 Lei, ISIN ROELBOACNOR6) und Turbomecanica (TBM, 0,297 Lei, ISIN ROTBMBACNOR9). Während ECT-Aktien die Handelswoche mit einem Plus von 21,2 Prozent abschlossen, gab es für TBM-Aktien ein Plus von 49,6 Prozent.

Der Run auf die Aktien der Flugzeugzulieferer und den einzigen Hersteller von Turbomotoren ist auf die angekündigten Pläne der Regierung zurückzuführen, die rumänischen Streitkräfte technisch aufstocken zu wollen. Rumänien hat sich verpflichtet, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Aufrüstung der Armee auszugeben. Das würde für 2017 aller Voraussicht nach etwa 3,6 Milliarden Euro bedeuten. US-amerikanische Rüstungsfirmen wie Bell Helicopter oder Sikorsky, Teil des Lockheed-Martin-Konzerns, haben sich bereits in Rumänien nach möglichen Produktionspartnern umgesehen. Mit Bell hat das Verteidigungsministerium ein Memorandum zur Kooperation beim Bau von Hubschraubern in Rumänien vereinbart, sie würden von IAR gebaut. Die Turbinen könnten dann von Turbomecanica geliefert werden. Käufer der Hubschrauber wäre dabei nicht nur die rumänische Armee.
Auch Bau-Aktien performten gut dank ihrer Halbjahresberichte. Der Hersteller von Baustoffen Cemacon (CEON, 0,632 Lei, ISIN ROCEONACNOR0) verabschiedete sich ins Wochenende mit einem Plus von 15,3 Prozent. Das Bauunternehmen Impact Developer & Contractor (IMP, 0,92 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0) legte 10 Prozent zu.

BRD verdoppelt Gewinn

Rumäniens drittgrößte Bank, die SocGen-Tochter BRD (BRD, 14,1 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2), hat das erste Halbjahr mit einem Nettogewinn von 720 Millionen Lei abgeschlossen. Das ist fast zweimal mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das gute Ergebnis ist vor allem des Abbaus von Risikorücklagen zu verdanken. Davon abgesehen ist der Gewinn etwa 26 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Die Aktien legten auf Wochensicht nur moderate 0,2 Prozent zu, doch die Aktie notiert aktuell bei über 14 Lei auf hohem Niveau. Anleger scheinen die Ergebnisse bereits in den Kurs eingepreist zu haben.

Devisen

Die Aufwertung des Euro gegenüber dem rumänischen Leu setzte sich in der vergangenen Woche fort. Die europäische Gemeinschaftswährung legte auf Wochensicht allerdings nur leicht zu (plus 0,16 Prozent), was aber reichte, um die 4,56-Lei-Grenze erneut zu überschreiten. Der US-Dollar hingegen schwächelte auf den internationalen Märkten weiter. So konnte sich auch der Leu erneut gegen den Greenback durchsetzen. 1,27 Prozent betrug das Wochenminus, und damit blieb der US-Dollar weiter unter der 3,9-Lei-Marke. Am gestrigen Montag kostete ein Euro 4,5634 Lei, ein US-Dollar 3,8417 Lei.

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