Mord an Rumänin in Dublin so gut wie aufgeklärt

Vier Jahre lang tappte die irische Polizei im Dunkeln

Mittwoch, 01. Februar 2012

Temeswar - Vier Jahre nach dem Tod eines Mädchens aus Temeswar/Timişoara in Irlands Hauptstadt Dublin scheint die irische Polizei der Lösung des Falles ein Stück näher gekommen zu sein. Mitte Januar hatte die Polizei in Dublin die Leiche des Mädchens gefunden, bei dem es sich um Mărioara Rostaş aus Temeswar handelt. Die damals 18-Jährige ist seit Anfang 2008 verschwunden. Die letzten Stunden vor seinem Tod war das Mädchen wahrscheinlich gefesselt in einem Raum festgehalten worden, wo es auch mehrfach vergewaltigt wurde.

Die Polizei tappte zunächst im Dunkeln; eine Wende trat in dem Fall ein, als ein Journalist über die ausgefallenen sexuellen Handlungen eines Mannes in isolierten Gegenden um die irische Hauptstadt berichtete.

Im Jahr 2007 war die kinderreiche Roma-Familie Rostaş aus Temeswar nach  Dublin gezogen und lebte vorwiegend vom Betteln an verkehrsreichen Straßen. Nur drei Wochen nach der Ankunft in Irland verschwand das 18 Jahre alte Mädchen. Sein um drei Jahre jüngerer Bruder gilt als einziger Augenzeuge und berichtet davon, dass Mărioara Rostaş in einen Ford-Wagen gelockt wurde. Der Fahrer habe ihr zehn Euro gegeben und wollte sie zu einem Schnellimbiss bringen, erzählte der Bruder.

 

Die darauf folgenden Ermittlungen wurden auch dadurch erschwert, weil die Familie aufgrund ihres Status´ in Irland ohne festen Wohnsitz und ohne Englisch-Kenntnisse erst nach zwei Tagen Anzeige erstatteten. Scheinbar hatte die rumänische Polizei noch eher stichhaltige Informationen, als die irischen Behörden, da das Mädchen am zweiten Tag seiner Entführung an ein Mobiltelefon kam und einen in Rumänien gebliebenen Bruder anrufen konnte. Genaues über seinen Aufenthaltsort konnte das Mädchen jedoch nicht angeben, das es als Analphabetin den Namen der Straße nicht lesen konnte, in der das Gebäude stand, in dem es gefangen gehalten wurde.


Derzeitigen Informationen nach wurde das Opfer vom vermutlichen Haupttäter – der inzwischen in Haft sitzt – und von dessen Bekannten missbraucht. Auch außerhalb der Stadt soll das Mädchen gebracht und ebenfalls missbraucht worden sein. Am dritten Tag der Entführung sei der Täter entweder in Panik geraten oder das Mädchen sei ihm lästig geworden und er wollte sich ihrer entledigen, vermutet die irische Polizei. Fakt ist, dass das Mädchen durch mehrere Schüsse in den Kopf getötet wurde, an der Wand des Raumes wurden sieben Kugelschrammen erkannt.

Wie Mediafax berichtet, habe die Jugendliche bei ihrer Ausreise weder Reisepass noch Geburtsschein besessen. Die einzigen Daten aus Rumänien kommen aus dem hinterlegten Dossier für ihre Reisedokumente. Wie dies ohne Reisepass bzw. Geburtsschein möglich war, konnte die ADZ trotz intensiver Nachfrage auf die Schnelle gestern Vormittag nicht erfahren, Fachleute glauben jedoch, dass eine legale Ausreise unter den beschriebenen Gegebenheiten nicht möglich war.

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