Multikulturelles Banat im Blickpunkt der Geschichtsforschung

Zeitschrift „Spiegelungen“ brachte zwei Hefte mit diesem Schwerpunkt heraus

Mittwoch, 16. März 2016

Die Zeitschrift „Spiegelungen“, die die „Südostdeutschen Vierteljahresblätter“ (1952-2005) fortsetzt, wird im Auftrag des Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München herausgegeben. Hier das Titelblatt des Heftes 2.14.

Zwei Hefte hat die Münchner Zeitschrift „Spiegelungen“ für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas 2014 und 2015 dem Thema „Multikulturelles Banat“ gewidmet. Allein schon deshalb ist die Lektüre auch für den hiesigen Leser spannend.

Im Heft 2.14 stellt Anne Friederike Delouis das Thema „Siebenbürgen und das Banat aus der Sicht westeuropäischer Reisender“ vor. Bereits vor 1848 hatten sich Reisende für diese Regionen interessiert, was von der Anzahl der Berichte aus dieser Periode belegt wird. Und dies, obwohl „Siebenbürgen und das seltener beschriebene Banat abseits der großen transkontinentalen Reiserouten“ lagen, so die Verfasserin. Die Reisenden fanden den Weg hierher aus den verschiedensten Gründen: aus geschäftlichem Anlass, aus politischen Gründen, „wiederum andere lockten Familienbeziehungen in die Gegend“. Die Autorin hat sich dabei mit Emily Gerards „The Land Beyond the Forest“ („Das Land jenseits der Wälder“), das Bram Stoker inspiriert hat, wie auch mit weniger bekannten Berichten befasst.

Weitere Beiträge unterzeichnen Philippe Henri Blasen (über „Den türkischen Nargileh-Raucher und ungarischen Nationalhelden Mustafa Bego“), Mariana Hausleitner (über „Den Einfluss des Nationalsozialismus bei den Donauschwaben im rumänischen und serbischen Banat“) und Gwénola Sebaux (über „Die Banater Deutschen im frühen 21. Jahrhundert“).

Im Heft 1.15 konzentrieren sich zwei Beiträge auf die Besiedlung des Banats, so schreibt Gábor Czoch über die „Auswanderung von Lothringen nach Ungarn im 18. Jahrhundert“, Marionela Wolf über die „Evangelischen Einwanderer ins Banat“. Josef Wolf widmet sich dem Thema „Landerschließung und Raumwissen im frühen habsburgischen Banat“. Besonders interessant werden die Leser den Beitrag über „Edmund Höfer – eine rumäniendeutsche Fotografenlegende aus dem Banat“ von Konrad Klein finden, in dem es um „Mundi“ und seinem „Gen zum Fotoreporter“ geht. Der Beitrag ist mit Höfers Fotografien aus dem Archiv der ADZ oder aber aus dem Bildarchiv von Walther Konschitzky schön bebildert.

Die Hefte enthalten zudem wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Kirchen- und Zeitgeschichte oder aus dem Bereich Literaturwissenschaft, Essays sowie literarische Texte, Rezensionen und Berichte. Hervorzuheben sind die Essays, die sich ebenfalls mit Aspekten aus dem Banat befassen; so setzt sich Hans Dama mit dem Werk Adam Müller-Guttenbrunns auseinander, Anton Sterbling stellt die Frage nach dem „Mythos Banat?“ und Franz Heinz wiedergibt im Essay „Verschallt. Banater Resonanzkasten mit levantinischem Akkord“ Erinnerungen an Treffen mit verschiedenen Persönlichkeiten aus der Region.

Eine ertragreiche Lektüre für alle, die Interesse an dem Banat haben.

 

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