Musikalischer Abend in Mediasch

Die Mediascher Musikszene soll wieder Fuß fassen

Freitag, 03. April 2015

Liv Müller, Gerhard Servatius-Depner und Helmut Novak ernteten im Mediascher Schullerhaus viel Applaus. Foto: Lucian David

Mediasch - Der Kulturverein „Ponte” wagte am letzten Freitag im März ein neues Experiment in Mediasch. Keine Unterhaltungsmusik, wie schon in früheren Veranstaltungen, sondern klassische Musik, im Stil der Kammermusik. Dabei wurden Werke von bekannten Komponisten genauso aufgeführt wie von weniger bekannten. Die Auswahl der Musikstücke wurde nach den leisen, den romantischen und einfühlsamen Weisen getroffen.

Liv Müller brillierte natürlich mit ihrem Klavierspiel – sie war ja dabei in „Vollbeschäftigung“, zumal sie nicht nur für die Begleitung der Violine und der Querflöte zeichnete, sondern auch durch mehrere Solovorträge ihr Können unter Beweis stellte.

Natürlich waren die Violinvorträge dominant, auch das mit zwei Violinen vorgetragene „Großmütterchen“ von Langer wurde mit großem Applaus bedacht. Beide Musiker, sowohl Gerhard Servatius-Depner als auch Helmut Novak nahmen sich die Freiheit, die einzelnen Kompositionen mit ihrem persönlichen Einfühlungsvermögen  zu ergänzen.

Eine aparte Abwechslung erfuhr das Programm durch die Vorträge von Janin Weisser mit der Querflöte, für welche die verträumten Weisen von Grieg prädestiniert waren.

Eine überraschend gut besuchte Veranstaltung, die auch vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Eigentlich nichts Besonderes – Musikveranstaltungen der klassischen Art finden überall im Lande statt. Neu war lediglich, dass die einst in Mediasch vorhandene Musikszene wieder beginnt, langsam Fuß zu fassen. Die aktiven Mitglieder des Kulturvereines „Ponte“ betonten, dass sie eben keine Mitglieder eines Philharmonieorchesters seien, sondern lediglich Menschen, denen das Musizieren Freude macht und die das Publikum daran teilhaben lassen wollen.

Pessimistische Vorhersagen mit dem Inhalt, dass derartige Veranstaltungen in Mediasch als traditionelle Industrie- und Arbeiterstadt wenig Echo finden werden, haben sich nicht bestätigt. Wenn in der Vergangenheit bei musikalischen Vorträgen von Ensembles aus anderen Städten nur geringe Besucherzahlen zu verzeichnen waren, dann lag das offensichtlich an mangelhafter Bekanntnmachung, die dieses Mal intensiv betrieben wurde. Dadurch waren die Mediascher Musikliebhaber rechtzeitig informiert, und genossen die Darbietung im Ambiente des von fleißigen Händen geschmückten Festsaales im Schullerhaus.

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