Musiker bleiben unsterblich

Montag, 29. Januar 2018

Cranberries-Frontfrau Dolores O´Riordan ist am 15. Januar mit 46 Jahren völlig unerwartet verstorben.
Foto: Amarvudol (Wikipedia)

Niemand ist unsterblich, doch manche sichern sich die Karte für die Ewigkeit durch ihre Arbeit und Werke und werden immer wieder für neue Generationen neu geboren. Das sind die Künstler und beliebten Musiker, die auch Jahre, Jahrzehnte und gar Jahrhunderte nach ihrem Ableben immer noch durch ihre Musik am Leben bleiben. Von Bach und Beethoven, Mozart und Strauß bis hin zu den modernen Rockstars wie Elvis Presley, Janis Joplin und Jim Morrisson oder Freddie Mercury, Whitney Houston, Michael Jackson, David Bowie und Prince – sie alle werden zu Klassikern, bleiben immer wieder durch ihre Musik lebendig und werden Generation für Generation neu entdeckt.

Auch wenn man sich wohl bewusst ist, dass niemand auf dieser Erde unendlich lang leben kann, erschüttern uns immer wieder Nachrichten vom Ableben verschiedener Künstler. Einige sterben früher, andere später, im jungen oder fortgeschrittenen Alter, das Ergebnis ist das gleiche: Fans sind schockiert.
Das Jahr 2018 startete mit erschütternden Nachrichten aus der Musikwelt: Cranberries-Sängerin Dolores O’Riordan ist am 15. Januar, im Alter von nur 46 Jahren, völlig unerwartet verstorben. Der Leichnam O’Riordans ist im Park Lane Hotel in London aufgefunden worden. Die Gründe für ihr plötzliches Ableben sind bislang noch unklar.

Fans aus der ganzen Welt waren beim Vernehmen dieser Nachricht geschockt. Sie alle wollten Dolores’ Stimme für immer bei sich tragen und bewiesen das mit einer rührenden Geste: Sie kauften in den letzten Stunden etliche ihrer Lieder und Alben und katapultierten die Band nach oben, an die internationale Chartspitze.

Songs wie „Zombie“ und „Linger“ machten Anfang der 1990er Jahre die irische Rockgruppe Cranberries international bekannt. Der Welthit „Zombie“ erreichte Platz 1 der Charts in vielen Ländern rund um die Welt. Die Band verkaufte Millionen Alben.

Die 46-jährige Lead-Sängerin Dolores O’Riordan wollte kurz vor ihrem Tod eine neue Version von „Zombie“ aufnehmen. Auf seinem aktuellen Album „Revival“ rappt Eminem über den Song und bringt ihn so wieder ins Gedächtnis. (Quelle: rollingstone.de)

Dolores O’Riordan wurde am 6. September 1971 in Limerick, Republik Irland, geboren und gründete dort auch 1989 ihre Band, die Cranberries. Die Sängerin, die, eigenen Angaben zufolge, unter anderem an einer Essstörung, depressiven Episoden sowie den Folgen sexuellen Missbrauchs in ihrer Kindheit litt, absolvierte 1994 nach einem Nervenzusammenbruch eine Psychotherapie. 2014 geriet O´Riordan erneut in die Medien infolge eines Vorfalls auf einem Flug von New York nach Irland. Die Sängerin wurde damals festgenommen, nachdem sie eine Stewardess angegriffen und verletzt haben sollte. Kurz darauf wurde die Musikerin mit bipolarer Störung diagnostiziert.

Starke Rückenschmerzen, die bipolare Störung und Anorexie quälten die charismatische „The Cranberries“-Sängerin über viele Jahre. So sehr, dass sogar 2017 eine Tour abgesagt werden musste. Im April des vergangenen Jahres veröffentlichte die Band das Album „Something Else“ mit Akustikaufnahmen ihrer größten Hits.

Auch wenn die Todesursache von Dolores noch unbekannt ist (Anm.d.Red. einige Quellen sprechen von einer Überdosis an Drogen), bleiben die Art und Weise wie The Cranberries und Dolores´ Stimme beliebt geworden sind, kein Rätsel. Die Rockgruppe wurde 1989 unter dem Namen „The Cranberry Saw Us“ in Limerick gegründet. Die Single „Linger“ und das Debüt-Album „Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“ wurden die ersten Hits für The Cranberries in Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Die dritte Single „Dreams“ erreichte Platz 14 in den USA. 1995 gelang ihr mit dem Album „No Need To Argue“ der internationale Durchbruch. Es enthält den Song „Zombie“, der vom Nordirlandkonflikt, einen Protest gegen die Gewalttaten zwischen katholischen und protestantischen Extremisten in Nordirland, handelt. Mit dieser Veröffentlichung erreichten sie den Höhepunkt ihrer kommerziellen Karriere.

Die Songtexte und die Melodien wurden fast immer von Dolores O’Riordan verfasst. Musikalisch gesehen erfasst die Band eine relativ breite Palette zwischen Pop, Rock und Irish Folk. Anfangs war die Stilrichtung eher Soft Rock, wie zum Beispiel bei „Dreams“, später wurde sie härter, wie etwa bei „Zombie“, und gegen Karriereende ging die Neigung leicht in Richtung Pop. Die Texte handeln oft von Liebe, Beziehungen oder Trennung, aber auch von Krieg und Elend. Einige wenige Lieder sind auch bestimmten Personen oder Orten gewidmet: Der Song „Yeat’s Grave“ handelt von dem irischen Dichter William Butler Yeats und der Insel Innisfree, die im Titel eines seiner Gedichte auftaucht; „I Just Shot John Lennon“ behandelt den Mord an Beatles-Mitglied John Lennon; Das Stück „New New York“ handelt von dem Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 und „Cape Town“ hat als Thema die südafrikanische Metropole Kapstadt.

Dolores O´Riordan ist nun, nach ihrem unerwarteten Ableben, in eine Liste der charismatischen Künstler, die zu schnell gestorben sind, aufgenommen worden. Darin findet man Musiker wie Elvis Presley, John Lennon, Whitney Houston und Michael Jackson. Beliebt bleiben auch die Musiker des sogenannten „Clubs 27“ - Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrisson, Kurt Cobain, Brian Jones, Amy Winehouse. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie schrieben Musikgeschichte und starben mit nur 27 Jahren.

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