Nabucco-Konsortium reicht Angebot für verkürzte Variante ein

Samstag, 19. Mai 2012

Pipelinebau
Symbolfoto: nabucco-pipeline.com

jw. Bukarest - Das ehrgeizige europäische Pipelineprojekt Nabucco plant nun auch offiziell die schon länger diskutierte verkürzte und billigere Variante. Ein entsprechendes formelles Angebot sei beim Shah-Deniz-II-Konsortium, das die Gasfelder im zentralasiatischen Aserbaidschan erschließt, eingereicht worden, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. „Vorher hat es sich um Berechnungen und Überlegungen gehandelt, aber nicht um ein offizielles Angebot. Jetzt sind beide Varianten am Tisch und die Entscheidung liegt bei den Produzenten.“

Die verkürzte Pipeline Nabucco West würde das Gas nur von der türkisch-bulgarischen Grenze nach Österreich und so zum europäischen Markt bringen. Das Gas von der Förderregion im Kaspischen Meer durch die Türkei bis an die Anschlussstelle wird voraussichtlich durch die „Trans-Anatolien-Pipeline“ (TANAP) strömen.

Eine entsprechende Einigung zwischen Aserbaidschan und der Türkei habe es bereits Anfang Mai gegeben. „Wir planen, die Verhandlungen in diesem Monat abzuschließen und bis zum 30. Juni ein Regierungsabkommen zu unterzeichnen“, sagte Elschad Nassirow, Vizechef des aserbaidschanischen Staatskonzerns SOCAR im Interview mit der Agentur Bloomberg in Baku. An welche weitere Pipeline TANAP anschließen wird, soll laut Nassirow Ende Juni entschieden werden. Beworben haben sich neben dem Nabucco-Projekt, die „South East European Pipeline“ (SEEP) und die „Trans-Adriatischen-Pipeline“ (TAP).

Die SEEP soll, genau wie die Nabucco-Pipeline, das Gas von der Anschlussstelle an der bulgarisch-türkischen Grenze ins österreichische Baumgartenberg an der March liefern. Das Projekt steht unter Federführung der BP und wird zum Teil vorhandene Pipelines miteinbeziehen. Während Nabucco ein beeidruckendes Projekt mit finanziellen Schwierigkeiten ist, sei SEEP weniger ehrgeizig und leichter umsetzbar, sagt Elschad Nassirow im Interview.

Der Gewinner dieser zentraleuropäischen Route wird dann mit der „Trans-Adriatischen-Pipeline“ (TAP) konkurrieren, die Gas von der türkisch-bulgarischen Grenze durch Griechenland und das adriatische Meer nach Süditalien leiten soll.

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