„Nachbarn im Krautwinkel“

Günter Czernetzky stellte jüngstes Videoprojekt seiner Reihe „Siebenbürgische Dorfporträts“ vor

Freitag, 24. Januar 2014

Günter Czernetzky (l.) koordiniert das Projekt seit mehreren Jahren zusammen mit Dozentin Ioana Creţu.
Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - „Nachbarn im Krautwinkel“ lautet der Titel des jüngsten Videoprojekts des Filmemachers Günter Czernetzky. Es ist bereits die siebte DVD in der Reihe „Siebenbürgische Dorfporträts“, in der Czernetzky das Leben in ehemals sächsischen Dörfern nordwestlich von Fogarasch/Făgăraş dokumentiert – wie bei den vorigen Produktionen übernahmen die filmische Dokumentation Studenten der Hermannstädter Lucian-Blaga-Universität (ULBS). Vorgestellt wurde die DVD am Mittwoch in der Journalismusfakultät der ULBS. Fazit vorab: Die Qualität der Beiträge konnte im Vergleich zu den vorigen Produktionen verbessert werden. Möglicherweise liege es daran, dass die Studenten sich diesmal intensiver mit den einzelnen Dörfern – zehn an der Zahl – beschäftigen mussten, meinte Czernetzky. Die Kurzfilme mit Dokumentarcharakter sind auf der Krautwinkel-DVD jeweils etwa zehn statt nur drei bis fünf Minuten lang. So bleibt mehr Zeit, sich mit einzelnen Personen intensiver zu beschäftigen, aber auch der Zuschauer erhält mehr Gelegenheit, sich mit der jeweiligen Ortschaft auseinanderzusetzen.

Insgesamt gibt es auf der DVD zehn Videobeiträge aus Braller/Bruiu, Felmern/Felmer, Großschenk/Cincu, Gürteln/Gherdeal, Kleinschenk/Cincşor, Marpod, Martinsberg/Şomartin, Scharosch/Şoarş, Seligstadt/Seliştat und Tarteln/Toarcia. Nicht nur Nostalgie wird diesmal dokumentiert, sondern auch Zeichen von Aufbruch. So kommt in Kleinschenk Dr. Carmen Schuster ausführlich zu Wort, die im Ort eine Stiftung gegründet hat, deren Ziel die Renovierung und Wiederbelebung des Kirchenburgen-Ensembles ist. Oder in Braller, wo die HOG erst im vergangenen Jahr die evangelische Kirche renovierte. Interessant ist der Beitrag aus Großschenk, wo den Filmemachern unverhohlene Begeisterung für den 2011 verstorbenen Don Demidoff entgegenschlägt und die Dorfbewohner auf die Frage nach eventuellen pädophilen Neigungen des Paters antworten, dass sie von Politik nichts verstehen. Neben den Studentenfilmen hat Czernetzky wieder Bonusmaterial auf die DVD gepackt: ein Film über die Kinderspielstadt Danubius, Ausschnitte aus den Filmen „Gherdeal“ von Martin Nudow und Thomas Beckmann und „Wunden“ von Czernetzky sowie Beiträge über „Zilele Cincului“ von Helmut Melzer, „Memento Mergeln“ und „Festivalul Verzei“ von Gabriel Mirea.  
Gefördert wurde das Projekt vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, dem deutschen Institut für Kultur und Geschichte e. V. an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Unterstützung des Bayerischen Arbeitsministeriums über das Haus des Deutschen Ostens. Im kommenden Jahr will sich Czernetzky dem Haferland widmen, also der Region rund um Reps.

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