Nachträgliche Begründung des Drohnenprojekts

Karansebescher Bürgermeister nutzt Diskussionen um Flugzeugabsturz im Westgebirge

Samstag, 25. Januar 2014

Karansebesch - Mit der ihm eigenen Bauernschläue und Geschliffenheit hat sich der Bürgermeister von Karansebesch, Ion Marcel Vela (PNL), in die Diskussionen rund um den Absturz des Kleinflugzeugs im Siebenbürgischen Erzgebirge eingemischt und diese zu seinem Zweck genutzt. Das Projekt zur Anschaffung von „Drohnen, welche aus der Luft die westlichen Südkarpaten bis ans Eiserne Tor überwachen“ sollen, hat ihm viele Vorwürfe der „Maßlosigkeit und fehlenden Bodenhaftung, der Sinnlosigkeit und Vergeudung“ eingebracht. Diese will er nun mit einer Handbewegung vom Tisch fegen, indem er den Möglichkeitsfall nutzt: „Hätten wir bereits die in unserem EU-Projekt angeforderten Drohnen zur Verfügung gehabt, wäre es ein Leichtes gewesen, aufgrund der Signale, die vom Unfallort ausgesendet wurden, die Verunfallten zu lokalisieren. Und vielleicht hätten auch die zwei Leben gerettet werden können.“  Er selber habe am 2. Dezember 2007 einen Hubschrauberunfall im Ţarcu-Massiv in 2200 Meter Seehöhe überlebt, erzählte er und reichte Fotos vom Unfallort herum, die unmittelbar nach dem Unfall geknipst wurden. „Bisher habe ich zum Vorfall Diskretion bewahrt“, sagte Vela, „aber es war eine dramatische Erfahrung, die meine Sicht auf das Leben verändert hat.“ Der Bürgermeister, der früher im Versicherungswesen gearbeitet hat, fuhr fort: „Ich bin heil davongekommen. Aber die Lektion, die ich daraus gelernt habe, lautet: Jeden Augenblick muss man darauf vorbereitet sein, Menschenleben retten zu können, die sich in ähnlicher Lage befinden.“

Zuerst hatte Vela versucht, einen SMURD-Rettungshubschrauber des Innenministeriums auf dem Gelände des Flughafens Karansebesch stationieren zu lassen. Diesen SMURD-Hubschrauber schnappten ihm Arad und dessen Bürgermeister Falcă (PDL) weg. „Aber jetzt werden wir über eine spezialisierte Einheit verfügen“, sagte Ion Marcel Vela. „Dies dank eines grenzüberschreitenden EU-Projekts mit Serbien, weswegen mich das nationalen Fernsehen TVR – dessen Beitragszahler ich wie jeder Bürger Rumäniens bin – lächerlich gemacht hat. Wichtiger aber ist, dass es ein Projekt ist, das Leben retten kann. Das Leben der Menschen ist wichtiger für einen Staat als Borniertheit.“
Der Bürgermeister von Karansebesch über den Stand der Umsetzung des Projekts, das von der EU angenommen wurde: „Wir sind in der Ankaufsphase der Ausstattungen. Es geht um die Optimierung von Such-, Überwachungs- und Identifizierungsfragen möglicher Opfer von Bergunfällen, wozu Drohnen eingesetzt werden sollen. Diese Drohnen werden auch im Fall von Stürmen und dichtem Nebel einsetzbar sein, einschließlich in großen Höhenlagen. Dramen wie jenes im Westgebirge passieren öfter, als uns lieb ist, und wir möchten auf die Rettung von Menschenleben vorbereitet sein. Eine gut ausgestattete Drohne hätte in kürzester Zeit den genauen Standort des Flugzeugwracks und der Überlebenden ausgemacht. Die Einsatzgeräte werden im Besitz des Rathauses sein, aber wir sind jederzeit bereit, sie dem Katastrophenschutz zur Verfügung zu stellen, sobald dieser sie anfordert“.

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