Nahverkehr: Ausbau in Metropolzone stockt

Ausschau nach Subventionsadressaten hoch aktuell

Mittwoch, 19. Juli 2017

Die Incontro-Industrieplattform wäre ein Fahrtziel der RATT-Busse auf der Strecke zwischen Temeswar und Schag.
Luftaufnahme: Zoltán Pázmány

Der Wunsch einer guten Anbindung über den öffentlichen Nahverkehr zur nahe gelegenen Großstadt Temeswar ist für die Bürger und Kommunalbehörden in der Gemeinde Schag nicht neu. Derzeit gibt es zwar eine privat betriebene Buslinie, die die beiden Ortschaften miteinander verbindet, doch bei einem Preis/ Fahrt von sieben Lei ist dieser Tarif unter "äußerst gepfeffert" zu werten. Die Lage verbessern, vor allem für all jene, die keinen eigenen Wagen haben und oft zu den weniger Betuchten gehören, hat sich der Schager Kommunalrat im Wahlkampf vom Frühjahr 2016 auf die Fahne geschrieben. Die Dreiergespräche zwischen den Kommunalverwaltungen in Temeswar und Schag, sowie mit dem Nahverkehrsbetrieb RATT haben jedoch Hürde um Hürde aufgebaut. Es geht wie oft in solchen Belangen vorwiegend ums Geld, denn allein über den Ticket- und Abo-Absatz können die Temeswarer Stadtwerke die Verbindung zwischen Temeswar und Schag nicht finanzieren. In den beiden Verwaltungen gibt es deshalb unterschiedliche Vorstellungen über die Art der Subventionen und implizite über die Beitragshöhe jeder einzelnen Einrichtung.

Wie das Schager Gemeinderatsmitglied seitens des Deutschen Forums, Alexandru Hubert, auf Nachfrage der Banater Zeitung sagte, gibt es derzeit keine Simulation, um die Anzahl der potenziell verkauften Tickets festzulegen. "Wenn ein Fahrgast nun in Temeswar eine Fahrkarte kauft und damit noch Schag fährt, wird das Geld bestimmt nicht auf das Konto dieser Trasse gehen, weil eine solche Zuordnung gar nicht möglich ist", vermutet Gemeinderat Hubert. Und eben vom Umsatz, also von der sogenannten Rentabilität der Strecke, hängt es ab, auf welche Summe sich die Zuschüsse belaufen müssen, um die Strecke am Leben zu erhalten. Diese Summe sei derzeitigen Auflagen nach nicht messbar. Die beiläufigen Schätzungen ergeben jedenfalls eine Summe, die nicht vereinbar ist, mit dem was sich die Gemeinde Schag leisten kann und will. „Lieber subventionieren wir punktuell die Fahrscheine und Abos unserer Bürger“, schließt Alexandru Hubert.

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