„Nation“ und „Europa“ im Gesprächsmittelpunkt

Lenau-Schule ist diese Woche bei der SchulBrücke in Weimar dabei

Donnerstag, 11. Oktober 2012

TeilnehmerInnen am SchulBrücke-Projekt (v.l.n.r.): Karina Körösi, Patricia Guragata, Maria Cotuna, Kristian Korsos, Simina Fernea, Denisa Abrudan und Beatrice Neiszt. Es fehlt Geea Moga. Foto: Raluca Nelepcu

Weimar ist ein Ort, der regelrecht Geschichte atmet, aber auch aus kultureller Sicht ist die Stadt von Bedeutung. Weimar ist nicht nur die Weimarer Klassik um Wieland, Goethe, Herder und Schiller zuzuordnen, sondern auch das Bauhaus und 1919 die Gründung der ersten Republik auf deutschem Boden, der Weimarer Republik. Um das Thema Geschichte geht es aktuell in Weimar und damit befassen sich SchülerInnen aus ganz Europa, die dafür extra in die Kulturhauptstadt Thüringens gereist sind. Vom 4. bis 12. Oktober findet in Weimar die „SchulBrücke Europa“ statt – ein Projekt der  Deutschen Nationalstiftung in Zusammenarbeit mit der Robert-Bosch-Stiftung und dem Lernort Weimar.

Bereits zum zweiten Mal beteiligt sich auch eine Schülergruppe des deutschen Nikolaus-Lenau-Lyzeums aus Temeswar/Timişoara an der „SchulBrücke“. Unter der Leitung von Geschichts- und Deutschlehrerin Eva Schramm sowie Geschichtslehrerin Simona Lobon] bereitete sich die Gruppe auf die internationale Projektwoche vor. Im Mittelpunkt der „SchulBrücke Europa“ stehen die interkulturelle Begegnung und der Austausch, aber auch die intensive Auseinandersetzung mit den Themen “Nation“ und „Europa“. SchülerInnen aus Deutschland, Polen, Dänemark, Bulgarien, Rumänien und anderen Ländern versuchen während der Projektwoche, einander näher zu kommen und sich auszutauschen. „Die Schülerinnen und Schüler mussten sich im Vorfeld mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen. Sie mussten Recherchen durchführen und stießen dabei unverhofft auf Dinge, die sie über ihre eigene Geschichte gar nicht wussten“, erklärt Geschichtslehrerin Eva Schramm. Darüber hinaus sollen bei der „SchulBrücke Europa“ Freundschaften geschlossen und Vorurteile abgebaut werden, fügt die Lehrerin hinzu.

Simina Fernea, Robert-Kristian Korsos, Karina Körösi, Maria Ivănescu-Cotuna, Patricia Guragata-Bălaşa, Geea Moga, Beatrice Neiszt und Denisa Abrudan sind die acht Lenau-SchülerInnen der deutschen Spezialabteilung, die sich in diesem Jahr an der „SchulBrücke“ in Weimar beteiligen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr, als aus Temeswar nur Zwölftklässler bei dem Projekt mitmachten, sind sie alle in der elften Klasse. Sie können sich also ausschließlich auf das Projekt konzentrieren und haben nicht die Abiturprüfung im Hinterkopf. Um sich auf die „SchulBrücke“ vorzubereiten, traf sich die Gruppe mehrmals nach dem Unterricht und erarbeitete einige Plakate. Auch mit Hilfe von Power-Point-Präsentationen sollen die Themen anschaulich gemacht werden. Der Phantasie der Schüler wurden dabei keine Grenzen gesetzt. „Dieses Jahr geht es um das Thema Nation. Wir haben drei Plakate zusammengestellt, zu Rumänien, zu Temeswar und zu unserer Schule, der Nikolaus-Lenau-Schule. Wir hatten die freie Wahl, wie wir alles zusammenstellen sollen“, sagt Projektteilnehmerin Karina Körösi. Darüber hinaus mussten sie einen Text zu den Themen lesen, die sie in Weimar besprechen werden. Obwohl der Text ziemlich lang war und die Zeit auch relativ knapp, lasen ihn die SchülerInnen mit großem Interesse. „Es waren insgesamt fünf Kapitel, die wir lesen mussten. Dabei waren sehr spannende Themen zur Geschichte im Allgemeinen, Nationen, Utopien“, sagt Schülerin Maria Cotuna.

Viel Neues erfuhren die Lenau-Schüler während der Vorbereitungszeit. Auch wenn sie sich über die Geschichte Rumäniens, ihrer Stadt und ihrer Schule informieren sollten, war vieles dabei, was sie davor nicht gewusst hatten. „Temeswar ist einzigartig, weil es die erste Stadt mit elektrischer Straßenbeleuchtung in Europa ist. Außerdem gibt es hier ein dreisprachiges Theater“, berichtet Simina Fernea über ihre Temeswar-Recherche.

Dass es irgendwo im Westen Rumäniens eine kleine Stadt namens Temeswar gibt, in der ein dreisprachiges Theater in Betrieb ist, das werden nach der Projektwoche auch manche SchülerInnen aus anderen Ländern wissen. Und es womöglich auch weiterezählen. Geschichtslehrerin Eva Schramm weiß, dass viele der Kontakte, die bei der „SchulBrücke“ geknüpft wurden, auch über Jahre gepflegt werden.

Bis Freitag werden sich die SchülerInnen in gemischten Gruppen mit den Schwerpunktthemen Demokratie, Menschenrechte, Ökonomie und Ökologie auseinandersetzen. Auf dem Programm stehen aber auch Exkursionen, viel Sport und Spiel sowie spannende Diskussionsrunden und eine große Feier am letzten Abend. Zeit genug also, ein paar standfeste Brücken zwischen den Nationen zu schlagen.

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